DAX beendet Uptrend. Molte grazie, Italia! Thanks, USA!

Die amerikanischen und europäischen Märkte laufen derzeit konträr. Während die USA an der Wall Street noch feiert, wenn auch nicht so euphorisch wie die letzten Jahre, stecken die Europäer fest. Der Uptrend im SPX der nach meinem Trendmodell im Juni 2016 gestartet wurde, ist weiterhin intakt. Im DAX hatte der Uptrend seinen Start im September 2016 und wurde diese Woche beendet. Der von den Amerikanern begonnene Handelskrieg und die Italien-Krise, lassen die ersten Investoren wohl langsam nervös werden. Und das sind nur die dicken Dinger die uns direkt betreffen. In den Schwellenländern rumort es unter anderem wegen den steigenden Zinsen, schon seit Monaten.

Italien hat nun mit Staatsschulden bis unter die Nase(weltweit liegt Italien auf Platz 4 der verschuldetsten Staaten), innerpolitischem Chaos und Anti-Europa-Gesängen(als EU-Gründungsmitglied!) die Finanzmärkte aufgeschreckt. Noch ist das alles eher ein innerpolitisches Problem und politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Trotzdem ist das Gemisch aus Politik, astronomischer Verschuldung und wackelnden, italienischen Banken nicht zu unterschätzen. Italien ist immerhin die drittgrößte Volkswirtschaft in der EU. Die können nicht wie Griechenland von Deutschland aus der Portokasse gerettet werden. Selbst der Rettungsschirm des IWF ist dafür zu klein. Länger als maximal zwei Jahre könnte er Italien nicht am Leben halten, dann wäre der Topf leer. Gleichzeitig treibt Commander-in-Chief Donald Trump sein Programm "America first" weiter voran. Koste es was es wolle. Ich werde auch nach 1,5 Jahren nicht müde immer wieder zu schreiben, dass Donald das gesamte System sauber vor die Wand fahren wird.

Charttechnik

Bei einem Uptrend-Ende befindet sich das jeweilige Underlying nach meinem Trendmodell erstmal in einem Niemandsland, bzw. in einer Range. Dann wird entschieden, ob es einen neuen Uptrend oder einen Downtrend beginnt. Aufgrund das Crashs 2008 und der nachfolgenden, jahrelangen Krise, wurden die Märkte durch die Zentralbanken bestimmt. Irgendwo im Blog habe ich mal erwähnt, dass exakt in den Phasen wo Unsicherheit an den Märkten herrschte und die großen Uptrends charttechnisch beendet wurden, von irgendeiner Notenbank ein QE oder ähnliche geldpolitischen Maßnahmen gestartet wurden. Dadurch wurde den Märkten die Unsicherheit genommen und ein neuer Uptrend gestartet, bzw. der gerade erst begonnene Downtrend wurde abrupt beendet.


Das in der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage nun jemand kommt und den Index, bzw. den Markt auffängt, darf bezweifelt werden. Wenn Italien für bankrott erklärt wird oder aus dem Euro aussteigt, dann wird es ganz finster in Europa. Da nützt dann auch kein weiteres QE der EZB oder ein Senken der Zinsen unter Null. Die Märkte werden diesmal sich selbst überlassen und der DAX muß zusehen, wie er das Ende des Uptrends und die ausbleibende Hilfe von aussen verarbeitet.
Zur Erinnerung, das Ende des Uptrends bedeutet nicht gleich Downtrend, sondern erstmal Range! Die großen Indizes zeigen es gerade an. Es gibt eine Menge Leute die denken, es geht so weiter wie die letzten 10 Jahre. Alles safe und alles wächst endlos. Es gibt mittlerweile aber auch nicht wenige, die das Ende der Herrlichkeit sehen und ihr Geld in Sicherheit bringen. Theoretisch können wir nun den ganzen Sommer zwischen 11.750 und 13.650 herumpendeln, bis sich eine Seite der beiden Meinungen durchsetzt. Der Minsky-Moment kann kommen!

Und so sieht´s aus, wenn das Trendmodell einen Uptrend in wirtschaftlich unsicheren Zeiten beendet und keine Notenbank der Welt Hilfe leistet.



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Above the Stomach - Ergebnisse

Zwei Wochen nach der Vorstellung des Musters, hier nun alle AtS-Muster die mein Screener seitdem ausgespuckt hat und die getriggert wurden. Gewinne kassieren ist wie immer Ermessenssache eines jeden einzelnen Traders. Manchen reicht nur ein Gewinn von 50 Cent pro Aktie, wenn sie zum Beispiel 500 Aktien kaufen. Die sind oft Intraday mit nur einem Trade zu schaffen. Andere wollen mindestens $1.00 Gewinn pro Aktie, da sie über ein kleineres Konto verfügen und weniger Aktien kaufen können. Einen Dollar pro Aktie mit nur einem Trade innerhalb eines Tages zu erreichen, klappt oft nur in Aktien die um die $100 kosten. Ansonsten muß man über Nacht halten, was das Risiko deutlich erhöht. Wer nur 100 oder 200 Aktien handelt, muß sich Intraday eben mit kleineren Gewinnen zufriedengeben. Ich sage immer: 100 Trades mit $50 Gewinn pro Trade, sind auch $5.000!

Ergebnisse, nur Long:
Muster insgesamt: 25
Nicht getriggert: 14
Getriggert: 11
Gewinner: 9
Verlierer: 2 (SBUX und BPMC. Da war auch Intraday nichts abzuholen.)



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Above the Stomach - Price Pattern

Nach langer Zeit stelle ich mal wieder ein Preismuster aus meinem Pattern-Fundus vor. Candlesticks, bzw. Kerzencharts oder um es mal richtig deutsch auszudrücken, Kerzendiagramme, habe ich noch nie benutzt. Sie machen für mich einen Chart optisch "unordentlich" und das macht mich dauerhaft nervös. Barcharts stellen dagegen einen Chart "sauber" dar. Ist natürlich Ansichtssache eines jeden einzelnen, aber wenn man nicht permanent diskretionär nach Candlestickmustern in seinen Charts sucht, braucht man auch keine dementsprechende Chartdarstellung. Politisch unkorrekt kann man auch sagen: "Japanische Candlesticks sind für den Reishandel!"
Da sämtliche Candlestickmuster rein auf dem Preis(OHLC) basieren, kann man sie natürlich auch in Barcharts darstellen. Viele der unzähligen Candlestickmuster taugen nur bedingt was, aber in meinem jahrelangen Research habe ich immer wieder Muster gefunden, die in Kombination mit meinen Screener-Filtern eine gute Trefferquote bei überschaubarem Risiko abliefern.

Eines davon ist das Above the Stomach(AtS)-Muster. Wie das Muster auf japanisch heißt, habe ich leider bis heute nicht herausgefunden. Warum es so heißt auch nicht. Würde mich aber interessieren. Die Japaner haben für die Bezeichnung sicher eine eigenartige Erklärung. ^^

Beim AtS handelt es sich um ein Zwei-Tages-Muster. Es wird Momentum gehandelt, welches häufig schon am Tag nach dem Einstieg wieder nachlässt. Dementsprechend ist das Pattern eher für Daytrader geeignet. Soll heißen, man sucht wie üblich im Tageschart nach diesem Muster und handelt dann intraday den Ausbruch. Ich sehe nämlich schon die ersten Leser nach dem Muster in Minutencharts suchen! Mag sein, dass es da auch funktioniert, aber so handel ich keine Price Pattern!

Das Muster
An Tag 1 entsteht in einem Downtrend ein roter Bar. Das heißt der Close liegt unter dem Open. Tag 2 ist ein grüner Bar(Close über Open). Hierbei ist nun wichtig, dass das Open über oder am Mittelpunkt von Tag 1 liegt und der Close über dem Close und dem Mittelpunkt von Tag 1.

Filter
Da es sich um ein schnelles und kurzfristiges Muster handelt, lasse ich mir nur AtS anzeigen, bei denen Tag 1 ein Dreitagestief ist.

Einstieg
Wie bei allen Mustern, muß das gestrige Tageshoch durchbrochen werden, um das AtS-Muster für einen Long-Trade zu aktivieren. Kein Break, kein Trade!

Stop-Loss
Unter das Tief von Tag 2. Beim Daytrading kann anhand eines Intradaycharts der Stopp auch deutlich enger gesetzt werden.

Ausstieg/Ziel
Nach eigenem Ermessen.

Das Muster entsteht durchschnittlich oft, wird aber häufig nicht getriggert. Wie bei Pattern üblich, sollte man sie im Kontext mit anderen Dingen betrachten. Einfach stumpf drauflos handeln wenn ein Muster angezeigt wird, hat noch die dauerhaft funktioniert. Und das wird auch so bleiben. Auf der Short-Seite heißt das Muster übrigens Below the Stomach(BtS). Also ein AtS auf den Kopf gestellt. Da ich selten Short handel, erkläre ich es jetzt nicht ausführlich.




Gegen den Trend.


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Entwicklung von Tradingsystemen von Van K. Tharp

Viele Tradinganfänger scheitern früher oder später an ihrer Faulheit. Mit der heute erhältlichen Tradingsoftware geht es schnell und leicht, sich quasi übers Wochenende ein Handelssetup zusammenzustricken. Von der Tradingindustrie, speziell den Forex- und CFD-Marketmaker-Buden, ist das auch so gewollt. Denn je eher jemand anfängt zu handeln, desto schneller landet sein/ihr Geld beim jeweiligen Anbieter. Deren Handelsplattformen sind heute absichtlich so kinderleicht zu bedienen, dass auch Fünfjährige mit dem Börsenhandel beginnen können. Schaut man sich allerdings Profi-Werkzeug an, muß man sich dort erstmal durch ein Handbuch wälzen und auch noch programmieren lernen. Das ist nervig(was keiner will) und kostet Zeit(die keiner mehr hat). Am Ende hat man dann aber Setups und Systeme entwickelt, die man zu 100 Prozent versteht. Denn meistens hat man etwas Umfangreicheres entwickelt, als sich im Baukastenprinzip ein paar fertige Indikatoren darstellen zu lassen, die blinken wenn sich dort irgendwas kreuzt.


Entwicklung von Tradingsystemen
von Van K. Tharp, Ph.D

Meine Recherchen haben ergeben, dass sich die Probleme vieler Leute bei der Entwicklung eines Tradingsystems in fünf verschiedene Kategorien unterteilen lassen. Die ersten drei Bereiche halten Trader davon ab die Entwicklung überhaupt zu beginnen oder die angefangene Arbeit zu beenden. Dies beinhaltet die Abneigung gegen Computer, "Aufschieberitis" und die Überforderung, die ein solcher Entwicklungsprozess auslösen kann. Die zwei weiteren Probleme bewirken, dass Leute zwar ein Tradingsystem entwickeln, es aber in der Praxis nicht funktioniert. Dieser Umstand hat mit einem Hang zum Perfektionismus und einem mangelhaften Urteilsvermögen zu tun.

Den inneren Schweinehund bekämpfen

Viele von uns haben Schwierigkeiten mit einem Projekt zu beginnen - speziell wenn es um das Thema Planung und Entwicklung geht. Doch wenn man nicht anfängt, dann verschlimmern sich die Probleme nur noch weiter.

Was verbirgt sich hinter der Aufschieberitis bei dieser Art von Problemen? Oft ist der Hauptgrund Versagensangst. Wenn Sie beispielsweise versuchen ohne einen Plan zu traden, dann wissen Sie auch wie riskant das ist. Und wenn dann ein Teil von Ihnen möglicherweise auch noch sehr besorgt über die Konsequenzen des Tradings ist, dann haben Sie Schwierigkeiten damit zu beginnen, einen Tradingplan zu erstellen. Oder vielleicht geben Sie Ihren bisherigen Job auf, um Vollzeit zu traden und sind darüber besorgt ob es auch funktionieren wird. Auch diese Art von Sorgen kann dazu führen, dass Sie keinen vernünftigen Plan erstellen.

Wenn Sie sich Ihrer Tradingfähigkeiten nicht sicher sind, aufgrund gemachter Erfahrungen oder wenn es Ihnen an Selbstvertrauen fehlt, werden Sie es erst recht schwierig finden, mit der Erstellung eines Tradingplans zu beginnen. Doch je größer der Zeitdruck wird, desto stärker wird auch Ihre Angst. Manchmal produziert die Angst vor dem eigenen Erfolg das gleiche Resultat. Einige Leute fürchten den Erfolg, weil er etwas „Neues“ in Ihr Leben bringt. Stellen Sie sich vor, Sie werden reich und aufgrund Ihrer bisherigen Erfahrungen mögen Sie die ganzen Implikationen nicht, die das Reichsein mit sich bringt. Vielleicht wenden sich Ihre Freunde dann von Ihnen ab oder vielleicht könnten sie beginnen Sie auszunutzen, wenn Sie mehr Reichtum besitzen als Ihre Freunde. Oder möglicherweise assoziieren Sie mit Reichtum und Wohlstand arrogante Menschen, und Sie selbst möchten aber nicht arrogant sein oder wirken.

Ein weiterer Grund warum Sie nicht beginnen einen Tradingplan zu erstellen, ist mangelndes Interesse an diesem Teil des Prozesses. Sie mögen die Idee nicht, mit einem Computer herumzuspielen, Simulationen zu testen und all die andere Arbeit die dabei anfällt. Es könnte auch sein, dass Sie dabei an Ihre Schulzeit erinnert werden, wenn Sie diesen Lebensabschnitt gehasst haben. Mangelndes Interesse ist gefährlich, denn es breitet sich schnell auf andere Bereiche Ihres Lebens aus und kann Ihre generelle Motivation enorm beeinträchtigen, so dass Sie große Schwierigkeiten bekommen ein neues Unterfangen zu starten.

Alles was Sie tun möchten, ist gleich mit dem Handeln zu beginnen. Als Resultat dieser Vorgehensweise, beginnen Sie tatsächlich sofort zu traden, ohne Ihre Methode jemals getestet zu haben - wahrscheinlich gehören Sie dann zu den Leuten, die auf die harte Tour Fehler machen und lernen.

Vielleicht erinnert Sie die Erstellung eines Tradingplans an jemanden den Sie nicht mögen und wollen nicht so werden wie diese Person oder die Methodik der Person übernehmen. Je mehr Sie die Idee einen Tradingplan zu erstellen ablehnen, je mehr untergraben Sie einen notwendigen Teil des Tradingprozesses und als Konsequenz werden Sie beim Handeln viele Fehler machen. Das Wichtigste an der Entwicklung eines Tradingplans ist die Festlegung der Ziele und Kriterien des Systems. Was soll es für Sie tun? Was wollen Sie damit erreichen?

Wenn Sie erstmal die Ziele und Kriterien festgelegt haben, ist der Prozess ein System daraus zu entwickeln vergleichsweise einfach. Denn 50 Prozent der Arbeit haben Sie damit schon erledigt. Bis Sie Ihre Ziele nicht festgelegt haben, haben Sie auch keine Ahnung was Sie eigentlich wollen, und können auch feststellen wann Sie schon ein Ziel erreicht haben. Sie können noch nicht einmal Ihren eigenen Fortschritt beobachten, wenn nicht genau wissen was Sie wollen. Im Gegensatz dazu, wenn Sie genau wissen was Sie wollen, können Sie sich auch für jede Phase Ihres Projekts die entsprechenden Deadlines setzen.

Was kann man gegen Aufschieberitis tun?

Erstens müssen Sie erkennen, dass der Hang Dinge aufzuschieben an Ihnen selbst liegt und Sie müssen die Verantwortung dafür übernehmen. Treffen Sie eine verbindliche Verpflichtung mit sich selbst, um diese Aufgabe zu erledigen. Konzentrieren Sie sich darauf ein Projekt zu beginnen anstatt darauf es möglichst schnell zu beenden.

Zweitens müssen Sie sämtliche Ziele für Ihre Tradingsystem aufschreiben. An diesem Punkt sollten Sie genau wissen was Sie wollen, der Prozess sollte klar sein und Sie sollten für jeden Teilabschnitt einen Kontrollpunkt festlegen. Wenn Sie genau wissen was als nächstes zu tun ist, so ist es viel leichter sich darauf zu konzentrieren und es umzusetzen.

Drittens sollten Sie den Prozess der Entwicklung in kleine Schritte unterteilen und mit Prioritäten versehen. Setzen Sie sich Deadlines für die verschiedenen Schritte. Sollte einer der Schritte zu beschwerlich sein, dann unterteilen Sie diesen in weitere Zwischenschritte inklusive Deadlines.

Fazit:
Erinnern Sie sich daran was Lao Tse einst sagte: "Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt."

© Traders Journal

Van Tharp Institute

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S&P 500, Zinsen und der Ausbruch des Wahnsinns

Der Januar ist vorbei und an der Wall Street ist der Wahnsinn ausgebrochen! Für die 1.000 Punkte von 25.000 bis 26.000 hat der Dow Jones nur noch zwei Wochen benötigt. Schneller hat er in seiner Historie noch nie +1.000 Punkte erzielt. Selbst der größte Equity-Index der Welt, der S&P 500, ging parabol. Desweiteren gab es Anfang Januar den größten jemals gemessenen Geldzufluß in Fonds. Größtenteils wieder in die schon seit Jahren aufgepumpten ETFs. Man merkt also, die Amerikaner verdienen wieder mehr Geld als sie ausgeben können. Da wandert der übrige Geldrest mal wieder in Aktien. Dem Zeitgeist treu, natürlich auch in die unregulierten Kryptoblasen. Die Stimmung weiter angeheizt hat dann noch der große Führer der Vereinigten Staaten von Amerika. Alles großartig, seit er der Herrscher ist. Bis gestern.
Denn plötzlich war sie wieder da, diese seltsame Situation. Die alten Hasen unter den Händlern warnten schon seit Wochen, dass die Entwicklung an den Märkten endgültig aus dem Ruder gelaufen ist. Manche verglichen die Gesamtlage mit 1987. Gleichzeitig sagten die anderen Marktteilnehmer aber, dass es weiter steigen wird und quasi, auch durch den Bitcoin, eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Notenbankgeld bis zum Abwinken, Wachstum ohne Ende, die Zinsen werden so langsam steigen wie eine Schnecke kriecht und Donald Trump wirft nur so mit Geld, was er garnicht hat, um sich.

Zinsen

Die steigen. Und zwar nicht die vielbeachteten der Fed, auf welche die Welt schaut wenn die Damen und Herren der Notenbank turnusmäßig mittwochs ihre Entscheidung raushauen, sondern die langfristigen der 10 Year Treasuries. Die steigen nämlich schon seit Wochen und liegen aktuell mit 2,80% sogar über der durchschnittlichen Dividendenrendite von amerikanischen Aktien. Faktoren für den Anstieg gibt es viele. Das Gefährliche ist aber, dass die Zinsen der 10y Bonds plötzlich stark ansteigen können. Im Gegensatz zu den Fed-Zinsen, die nur steigen wenn die Fed das will. Demnächst wohl wieder im März. Regel: Zinsen rauf = Aktien runter. Vorallem nach so einer absurden Rally wie in den letzten Monaten und Jahren.

Crash

Dann war es soweit. Nachdem sich der Markt Ende Januar und um den Fed-Day herum noch einigermaßen halten konnte, hat am Freitag und Montag dann die Tatsache zugeschlagen, dass parabole Kurven kein Top ausbilden. Im rechten Winkel ist die Wall Street abgeschmiert. Der größte Tagesverlust in Punkten aller Zeiten. Der höchste prozentuale Tagesanstieg im $VIX aller Zeiten. Eine so niedrige Liquidität im ES-Future wie zuletzt 2008 usw. usw. Ein Zwei-Tages-Massaker! Bisher!
Solche Crashs zerstören nicht nur Depots, sondern auch Charts und vorallem die Marktstimmung. Neue Allzeithochs kann man sich erstmal abschminken. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass wir das Jahreshoch für 2018 schon gesehen haben.

Chartausblick

Charttechnisch hat der S&P 500 tatsächlich die ultralange Trendlinie(die ich etwas anpassen mußte), beginnend im November 1980, punktgenau erreicht. Mit einem Gewaltakt an nur einem Tag wurde sie dann nach oben durchbrochen. Gleichzeitig ging der RSI(14) im Wochenchart auf das noch nie gesehene Level von über 90. Das war dann ein Maximum an Euphorie.


Wie geht es nun weiter. Da es sich bis jetzt um einen astreinen Crash ohne richtiges Top handelt, hat mein Trendmodell noch nicht auf Downtrend gedreht. Das wird aber irgendwann noch passieren. Dann ist davon auszugehen, dass wir noch tiefere Kursen sehen werden. Um die 2530 verläuft gerade die DMA-200. Die sollte noch erreicht werden. Ob das sofort passiert, oder erst nach einem Bounce der bis an die 2800 reichen kann, muß abgewartet werden. Das dieser Crash-Schreck umgehend verdaut wird und man zur Tagesordnung, also weiter munter kaufen, übergeht, ist eher nicht zu erwarten. Ansonsten werden die nächsten Wochen wohl hoch volatil bleiben. Außerdem darf man gespannt sein, was die Fed nun macht. Denn in den letzten zehn Jahren hat sie in derartigen Situationen immer ihre Waffen aus dem Schrank geholt und einen weiteren Absturz verhindert.

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