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Jeff Cooper ist ein kreatives Bürschchen. Und Kreativität ist im Börsenhandel sicherlich nicht hinderlich. Das Rad hat er in seinem Buch Hit and Run nicht neu erfunden, sondern nur Altbekanntes neu verpackt. Nachfolgend stelle ich das Price Pattern mit dem schönen Namen Lizards™ vor. Es ist ein Umkehrmuster um Trendwenden zu finden. Anfänger werden jetzt denken, toll mal wieder was Neues zum Ausprobieren und semi-professionelle Trader vielleicht auch. Alte Hasen im Tradingbusiness verdrehen eher die Augen und sagen: "Aha, Doji, Hammer und Hanging Man heißen jetzt also Lizards™(Tee Em)."

Und da liegen sie richtig, denn die Lizards™ sehen aus wie ein Long Legged Doji, Dragonfly, Gravestone oder eben wie ein Hammer, die jeder aus der Candlesticktechnik kennt. Aber wenn man etwas schon längst Bekanntes als neu verkaufen will, braucht es einen neuen Namen. Cooper hat die Lizards™ so genannt, weil sie mit dem langen Schwanz(Docht bei Candlesticks) und den beiden Armen(Open/Close) aussehen wie eine Echse. Allerdings wie eine Echse mit nur zwei Beinen.

Das Muster ist etwas für waschechte Reversal-Trader. Beim Handel von Umkehrmustern spielen Disziplin und Mut eine große Rolle, denn man stellt sich gegen die große Masse am Markt. Das Risiko ist dementsprechend hoch, aber mit einer durchdachten und überprüften Strategie lässt es sich stark senken. Handeln gegen die Masse ist wie schon öfters erwähnt, gelegentlich sehr ertragreich. Und wie man es von Cooper kennt sind die Lizards™ keine Raketentechnik, sondern mal wieder eine simple Sache.

Interessante Trades dazu gibt´s demnächst in meinen Tweets.

Long-Trades:

Tag 1:
  1. Open und Close müssen im oberen Viertel sein
  2. Das Tief muß ein 10-Tagestief sein
Tag 2:
  1. Buy Stop 10 Cents über dem gestrigen Hoch
  2. Stop Loss max. 1 Punkt
  3. Wird die Order nicht ausgeführt, wird sie zum Close gelöscht.



Short-Trades:

Tag 1:
  1. Open und Close müssen im unteren Viertel sein
  2. Das Hoch muß ein 10-Tageshoch sein
Tag 2:
  1. Sell Stop 10 Cents unter dem gestrigen Tief
  2. Stop Loss max. 1 Punkt
  3. Wird die Order nicht ausgeführt, wird sie zum Close gelöscht.



Tipps & Tricks & Anmerkungen
Das Pattern ist etwas für aktive Trader, da Cooper die Position meistens am Tag des Einstiegs auch schon wieder verkauft bzw. covered. Er hat nämlich festgestellt, dass Swings über mehrere Tage mit dem Setup oft nicht ertragreich sind. Trotzdem kann man versuchen die Position über Nacht zu halten, wenn die Aktie am Tag des Einstiegs stark schließt.

Mehr Infos zu Jeff Cooper:
Jeff Cooper´s Daily Market Report



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Es geht rauf wie auf Schienen. Das bedeutet, man findet wieder überall Leute die das Top shorten wollen. Klar, ist ja auch entspannend und förmlich risikofrei in einem Uptrend die Tops zu shorten, anstatt einfach irgendwas zu kaufen und dann zugucken wie es steigt. Aber ich wiederhole mich. Die Börse und die Menschen werden sich nie ändern. Zum Thema "Shorten in Uptrends" kann man gerne auch nochmal hier und hier nachlesen. Habe ich eigentlich mittlerweile alles was es zum Thema Börse zu sagen gibt, in diesem Blog behandelt? Ich denke ja und nicht nur deswegen schläft das hier auch alles etwas ein. Die Werbebanner habe ich auch schon größtenteils entfernt, weils nix bringt. Drama, Drama, Jammer, Jammer. Whatever, hab jedenfalls diese Woche mit RAIL den bisher besten Stock Pick des Jahres geschossen.

Welche Urgewalten ein ODR an einer interessanten Stelle im Chart auslösen kann, konnte man schon im Januar gut beobachten. Bei RAIL tauchte es nur zwei Tage vor den Earnings auf, was eigentlich eine recht heikle Situation ist, da am Tag der Veröffentlichung das Risiko auf 50:50 sinkt. Das ODR allerdings sehr speziell sind, haben die Zahlen(Q4 EPS $0.71 vs $0.13 est) dann untermauert, denn die Schätzungen wurden regelrecht weggeblasen und die Aktie ging erstmal ordentlich steil! Na, wer hat da wohl vorher etwas gewußt. Ein Schelm....


Der S&P 500 und der DAX laufen derweil auf Schienen immer weiter rauf. Passend zum engen Trend sind auch die zwischenzeitlichen Korrekturen, die oft nur ein bis zwei Tage dauern. Nach dem schier endlosen Lauf stellt sich mittlerweile die Frage, wo ist das Ziel welches eine größere Korrektur einleitet? Und wenn sie kommt, wie tief geht sie, bzw. wie tief darf sie gehen, damit der Trend nicht gebrochen wird? Was bei dem schmalen Ding ja recht schnell und einfach sein dürfte. Im SPX ist 1370 das Jahreshoch aus 2011. Das ist mein Ziel. Dort sollte der Markt pausieren und bis ca. 1300(38%-R.) fallen. Im DAX wird es das 7000er-Level sein.

Wochenchart


Tageschart


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Larry Williams ist eine Ikone in der Tradingszene. Seine Seminare sind trotz Preisen jenseits der 3.000 EUR regelmäßig ausgebucht. Sofern er sich die Ehre gibt Deutschland mal zu besuchen. Das liegt wohl daran, weil er in seinen Seminaren mit $1.0 Million live handelt und 20% der Gewinne an die Seminarteilnehmer verteilt. Einige seiner Tradingtechniken hat er in seinen Büchern beschrieben. Die richtig guten Setups bekommt man allerdings nur nach Unterzeichnung einer Verschwiegenheits-
vereinbarung. Sollte jemand trotzdem eine der Strategien im Internet oder sonstwo veröffentlichen, steht sofort ein Anwalt auf der Matte und erhebt eine saftige Strafe. Ich fand Larry Williams schon immer unsympathisch. Weiß auch nicht warum. Ist eben manchmal so bei Menschen. Verstärkt hat sich das noch, als die US-Behörden ihn vor ein paar Jahren mal wegen Steuerhinterziehung festgenommen haben. Seine Tochter Michelle Williams ist aber ganz ok. Gute Schauspielerin, aber leider schon Witwe. Sie war mit Heath Ledger verheiratet.

Seit fast 40 Jahren handelt Larry Williams erfolgreich. Er hat Wettbewerbe gewonnen, einen eigenen Hedgefonds gegründet, ist um die Welt gereist, um Seminare zu geben, und er hat seiner Tochter das Handeln beigebracht. Kaum ein anderer Händler ist so lange und vor allem so kontinuierlich erfolgreich im Geschäft. Mittlerweile geht Larry Williams die Dinge etwas ruhiger an. Dabei verschwendet der über 60-jährige aber keinen Gedanken daran, sich zur Ruhe zu setzen. Handeln macht ihn glücklich. Genauso viel Spaß bereitet es ihm, sein Wissen an andere zu vermitteln. Und seine Seminare sind berühmt: Larry Williams bringt seinen Schülern nicht nur Theorie bei. Er handelt live mit $1.000.000. 20 Prozent der Gewinne werden dann an die Seminarteilnehmer verteilt. Dabei können in zwei Tagen schon mal $40.000 rausspringen.

Auch sein Handelsansatz unterscheidet sich von dem vieler anderer Marktteilnehmer. Larry Williams verbindet auf eine einzigartige Weise die Technische Analyse mit der Fundamentalanalyse. Dabei geht er vollkommen systematisch vor. Fundamentale Faktoren, so Larry Williams, sind die einzigen kursbestimmenden Kräfte. Charts dagegen zeigen nur die Vergangenheit. Deshalb müssen alle seine Aktien zuerst bestimmte fundamentale Bedingungen erfüllen. Über die Technische Analyse findet er dann die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte.
Jeder kann handeln – so könnte das Credo von Larry Williams lauten. Von psychologischen Faktoren hält er nicht viel. Wer die Regeln kennt und weiß, wie das Spiel funktioniert, kann auch Geld verdienen. Wer kein Geld verdient, macht eben etwas falsch. So einfach ist das...

Immerhin gibt es einige lebende Beweise, die diese trockene These stützen. Da ist zum einen Larry Williams‘ Tochter, die nach einem intensiven Einzeltraining von ihrem Vater ihr Anfangskapital von $10.000 in einem Tradingwettbewerb verzehnfachte. Und da sind seine unzähligen Schüler, von denen viele ebenfalls erfolgreiche Händler geworden sind.


Wie kamen Sie zum Trading?

Williams: 1962 fing ich an die Märkte zu beobachten und vier Jahre später, 1966, begann ich aktiv zu handeln. Ich dachte mir, es wäre leicht verdientes Geld. Das ist es auch... solange man gewinnt. Wenn man verliert ist es ganz und gar nicht einfach. Ich ging damals noch aufs College und strebte einen Abschluss in Journalismus an. Als mich die Märkte mitrissen, studierte ich aber gerade Kunst. Dieses Studium hat mir sehr geholfen. Ich war damals noch sehr jung und ich lernte, wie man Dinge betrachtet: zum Beispiel die Beschaffenheit, Farbe und Nuancen von Gras. Dieses Wissen konnte ich auch auf Charts anwenden.

Welche Handelsansätze waren zu dieser Zeit beliebt? Welche Bücher gab es?

Williams: Es ging hauptsächlich um Gleitende Durchschnitte und Trendlinien. Wichtig waren die Arbeiten von Dick Donchian und von Dunn und Hargit. Es wurde viel über Zyklen und bestimmte Chart-Formationen nach der William Dunnigans Thrust Methode gesprochen. Joe Granville verfasste das umfassendste Buch in dieser Zeit. Niemand aber beschäftigte sich ernsthaft mit Backtesting, so wie wir es heute tun. Alles basierte auf allgemeinen Beobachtungen und auf einem guten Gedächtnis.

Waren Sie von Anfang an erfolgreich?

Williams: Nein, natürlich nicht. Zuerst verlor ich rund die Hälfte meine Kapitals. Das machte mir richtig Angst und ich hörte auf, Bücher zu lesen. Ich begann, meine eigenen Studien zu betreiben und versuchte so viel wie möglich zu lernen. Das tue ich heute noch. Alles begann dann mit einem Buch, das ich mir kaufte. Darin wurde mir versichert, dass wenn ich diesem Programm folgen würde, ich definitiv Geld verdienen werde. Ich glaube, dass die Märkte dieses Buch nicht gelesen haben, denn es funktionierte nicht. Das war gut und schlecht zugleich. Schlecht, weil ich wieder mal Geld verloren hatte und gut, weil ich nun richtig motiviert war, herauszufinden, wie die Märkte ticken und mir mein Geld und noch mehr zurückzuholen.

Wie lange dauerte es, bis Sie Ihr Geld zurück hatten, nachdem Sie Ihre Methode geändert hatten? Seit wann sind Sie konsistent profitabel?

Williams: Ich brauchte drei Jahre, um ein guter Händler zu werden und noch viel mehr Jahre, um richtig gut zu werden. Es gab immer neue Dinge zu lernen: Money Management, Positionsgrößen, neue und verbesserte Einstiegstechniken. Millionen machte ich erst, nachdem ich diese Aspekte verstanden hatte.

Welche Erfahrung hat Sie am meisten beeinflusst?

Williams: Es waren so viele, dass es mir schwerfällt mich auf eine zu beschränken. Ich schätze, der Gewinn des Robbins World Cup Championship (Anm. der. Red.: Bei diesem Wettbewerb handelt es sich wohl um den bekanntesten Trading Wettbewerb überhaupt, der mit echtem Geld durchgeführt wird) hat mich schwer beeindruckt und meinen weiteren Weg stark beeinflusst. Damals machte ich aus $10.000 in realtime $1.000.000. Nie werde ich vergessen, wie mich Hans Nieß (Anm. der Red.: Hans Nieß hatte sich damals selbst zum Weltmeister der Spekulation erklärt) damals herausgefordert hat. Ich gewann unerwartet. Er beanspruchte allerdings den Titel für sich. Also hielt ich mit Norbert Fischer (Anm. der Red.: Norbert Fischer vom Brokerhaus Hornblower Fischer) in Frankfurt eine Pressekonferenz, um dieses Thema zu klären. Hans gab seine Ansprüche auf. Schade eigentlich – für mich wäre es eine große Chance gewesen, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und sein so genanntes Handelssystem zu entlarven. Aber alles in allem hat es mich am meisten beeindruckt, Leute zu sehen, die ihre alten Jobs kündigen und eine Trading-Karriere begannen. Leuten dabei zu helfen unabhängig und wohlhabend zu werden – das ist eigentlich das Schönste an meiner Arbeit.

Was ist das Wichtigste, das Sie über die Börse gelernt haben?

Williams: Ganz einfach: Begrenze Verluste! Gewinne tun niemand weh. Verluste aber sind kritisch und man muss lernen, sie zu kontrollieren. Dies ist ein Geschäft, bei dem es um Schadensbegrenzung geht. Wenn man das nicht versteht, hat man verloren.

Sind Sie der Meinung, dass jeder die Fähigkeit besitzt, sich seinen Lebensunterhalt mit Trading zu verdienen? Denken Sie, dass jeder Mensch auf den Märkten genau so viel Geld, wie einem anderen Beruf verdienen kann?

Williams: Ich kann es jedem beibringen... aber nicht jeder kann es. Ein Spitzenkoch kann jedem zeigen, wie man ein Soufflé macht, aber nicht jeder Koch kann eines. Manche Menschen sind zu emotional, andere können sich nicht konzentrieren und manche sind einfach dumm, zumindest was die Märkte betrifft. So etwas kann niemand und ich auch nicht ändern.

Berühmt sind Sie in den all den Jahren vor allem für den Handel mit Futures, sowohl Aktien- als auch Waren und Zinsfutures, geworden. Letztes Jahr nun haben Sie ein Buch über Aktien veröffentlicht. Sehen Sie den Aktienhandel als eine Art Beschäftigung für den Ruhestand oder weshalb haben Sie dieses Buch geschrieben?

Williams: Ich handle Aktien schon seit vielen Jahren. 1996 aber gelang es mir ein System dafür zu entwickeln, das ziemlich gut funktioniert. Ich wollte dieses Wissen einfach teilen, die Ergebnisse meiner Forschungen veröffentlichen und beweisen, dass es möglich ist, ein System zu entwickeln, das auf fundamentalen Faktoren beruht und mit dem auch Otto Normalbürger erfolgreich handeln kann. Zudem funktioniert es besser als die meisten Investmentfonds.

Die weitläufige Meinung ist, dass Handelssysteme und Fundamentaldaten nicht zusammenpassen. Wie verwenden Sie Fundamentaldaten systematisch?

Williams: Sobald die richtige Konstellation von Fundamentaldaten vorhanden ist, wende ich mich technischen Dingen wie Formationen und Trends zu und suche nach dem richtigen Einstiegspunkt. Messbare Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor ich mit dem Trading beginne. Märkte werden von fundamentalen Faktoren bewegt. Charts und die ganze Technik zeigt diese Bewegung dann graphisch.

Können Sie uns dafür ein Beispiel geben?

Williams: Angenommen, ich sehe, dass der Gleitende Durchschnitt der letzten 18 Tage von Bonds höher ist als vor zwei Tagen. Das sagt mir, dass der Zinssatz niedriger ist. Ich kaufe dann zum Beispiel ein Gap Down im Dax oder S&P.

Was sind für Sie das wichtigste Buch zum Thema Trading?

Williams: Mein persönlicher Favorit ist Zurich Axioms von Max Gunther. Ich habe so ziemlich alle Bücher gelesen, die je über die Börse geschrieben worden sind. Dieses Buch aber bringt am besten zum Ausdruck, was es bedeutet ein Spekulant zu sein. Jede einzelne Seite ist voll von Wissen und dazu sehr schön geschrieben. Man erfährt weniger etwas darüber, wie man Geld verdient, sondern vielmehr über die Kunst des Geldverdienens. Mir gefällt das Buch so gut, dass ich versuche die Rechte daran zu kaufen.

Wie würden Sie Ihren Handelsansatz beschreiben?

Williams: Ich bezeichne mich als „Conditional Trader“. Das heißt, ich achte auf bestimmte Bedingungen, die erfüllt sein müssen und die den Markt bewegen. Ich schaue, was die Großen machen, wie hoch die Zinsen sind, usw. Dann erst benutze ich die Technische Analyse. Zuerst aber müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Ich bin kein fanatischer Anhänger der Charttechnik. Das meiste davon ist Schwindel, wie zum Beispiel Elliott oder Gann. Außerdem sind viele Dinge zu kurzlebig, um sie tatsächlich anzuwenden.

Können Sie uns etwas über die „Darlings of the Dow“ erzählen? Wie kam es zu dieser Idee?

Williams: Darlings of the Dow, das sind die fünf billigsten Aktien im Dow Jones 30, die aber die besten Fundamentaldaten aufweisen. Sobald ich diese gefunden habe, geht es nur noch darum, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu finden. Die Idee bekam ich von den Dogs of the Dow (siehe Kasten). Das war ein guter Ansatz. Aber ich hatte ein schlechtes Timing und benutzte eine schlechtere Auswahlmethode (nur den Gewinn). Es gibt aussagekräftigere Messwerte.

Wie finden Sie die fünf billigsten Aktien des Dow mit den besten Fundamentaldaten?

Williams: Ich beobachte verschiedene Kennzahlen, die ich in meinem Buch erklärt habe. Dazu gehören die Kapitalrendite, das KGV, Löhne, Lagerbestände und so weiter.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann benutzen Sie die Fundamentalanalyse, um zu bestimmten, was sie handeln und die Technische Analyse gibt Ihnen das Signal für den richtigen Einstieg. Wenn Sie eine Position eröffnet haben, zählen die Fundamentaldaten dann immer noch oder ist das Ganze dann nur noch eine rein technische Angelegenheit?

Williams: Das ist eine gute Frage. Ja, alles zählt. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, muss ich es auch tun. Ein Spekulant, der in der Vergangenheit lebt, hat keine Zukunft.

Welche Konzepte oder Ideen finden bei Ihnen sonst noch Anwendung?

Williams: Ich folge den Commercials, das sind die Supermächte des Markts, die Rohstoffe produzieren oder verbrauchen. Wenn sie kaufen, kaufe ich auch. Diese Leute haben das Geld und die Insider-Informationen. Deswegen achte ich genau darauf, was sie tun. Ich möchte außerdem immer wissen, ob ein Markt über- oder unterbewertet ist. Ich habe eine Formel, die mir sagt, ob Währungen, Mais, Kakao, Kupfer oder Gold unter oder über ihrem fairen Wert (nicht den Produktionskosten) liegen. Das ist sehr hilfreich, wenn man Märkte finden will, die kurz vor einer größeren Auf- oder Abwärtsbewegung stehen. Außerdem achte ich auf bestimmte Kursmuster und Trendwechsel-Indikatoren, um den richtigen Einstieg zu finden.

Ich gehe davon aus, dass Sie diese Formel und Kursmuster unseren Lesern nicht mitteilen möchten.

Williams: Haben Sie vier Stunden Zeit, um das zu lernen? Es geht nicht einfach um eine Formel. Das ist wie ein Hammer. Bloß weil man einen Hammer hat, heißt das noch lange nicht, dass man ein Haus bauen kann. Sagen wir es einfach so: Ich suche mir eine Commercial-Position aus und sehe, in welchem prozentualen Verhältnis die Verkäufe und Käufe dieser Woche zu denen der letzten x Jahre stehen. Kurz gesagt kann man auch sagen, dass ich praktisch den von mir entwickelten %R Indikator auf diese Daten anwende.

Sind Sie ein systematischer Händler?

Williams: Ja. Ich handle zu hundert Prozent mechanisch und das lehre ich auch.

Sie beschreiben sich selbst als Conditional Trader und als systematischer Händler – das heißt, Sie versuchen fundamentale Faktoren mit technischen Aspekten zu verbinden?

Williams: Auf jeden Fall. Auch als kurzfristig orientierter Händler versuche ich, Fundamentaldaten in mein System zu integrieren.

Wo kommen subjektive Elemente ins Spiel?

Williams: Überhaupt nicht.

Sie sagten einmal, dass Charts die Vergangenheit zeigen. Wie können Sie in die Zukunft blicken?

Williams: Sagte ich das? Da muss ich sehr jung gewesen sein. Wir können nicht wirklich in die Zukunft sehen. Wir können bestimmte Annahmen treffen, die aber basieren auf den Rahmenbedingungen, den Fundamentaldaten. Charts zeigen, woher der Markt kommt. Ich aber will wissen, wohin er geht. Fundamentale Faktoren bewegen die Märkte, nicht Charts. Ich benutze Charts, aber nicht wie die meisten anderen. Charts schaue ich mir zuletzt an, niemals zuerst.

Auf welche Rahmenbedingungen achten Sie dann bevorzugt?

Williams: Insbesondere beobachte ich Gold, den Zinssatz und die Commercials. Das sind die drei bewegenden Faktoren.

Wie handhaben Sie Ihr Risiko?

Williams: Das beginnt mit dem Stopp-Loss, also dem Prozentsatz meines Kapitals, den ich bereit bin zu riskieren. Wie ich bereits sagte, es geht um Schadensbegrenzung. Aber es gibt noch mehr. Ich jage niemals einer verlorenen Position hinterher. Ich gehe sofort zum nächsten Trade. Meine Positionen im Markt basieren auf einer Formel aus gleichen Risiko-Einheiten.

Wann wissen Sie, dass Sie falsch liegen?

Williams: Das ist leicht. Der Markt sagt mir sehr deutlich, wann ich falsch liege, nämlich dann, wenn der Markt um einen vorher festgesetzten Betrag gegen mich läuft. Da es mein vorrangiges Ziel ist, mein Kapital zu schützen, benutze ich das als Angelpunkt für den Betrag, den ich riskiere.

Orientieren Sie Ihre Stopps auch an einem zeitlichen Element oder zählt nur der Kurs allein?

Williams: Meine Stopps orientiere ich an Dollars. Schließlich geht es mir um mein Kapital.

Wie lange dauern Ihre Trades im Schnitt?

Williams: Ich bin ein kurzfristiger Händler. Der Durchschnitt liegt zwischen zwei und drei Tagen. Manchmal aber halte ich Positionen aber auch für 60 Tage. Diesen Zeithorizont sollten im Übrigen auch Leute anpeilen, die einer geregelten Arbeit nachgehen und nicht jeder Bewegung des Marktes folgen können.

Das hört sich an, als seien Sie ein Swingtrader, der ab und an zu einem Trendfolger wird.

Williams: Mein persönlicher Durchschnitt liegt zwischen zwei und drei Tagen. Aber Leute, die längere Trades bevorzugen, bringe ich bei, wie sie größere Bewegungen erwischen. Das ist alles mechanisch.

Benutzen Sie Trailing Stopps und Gewinnziele?

Williams: Ja beides. Nicht immer wird das Kursziel auch erreicht. Insofern sind Trailing Stopps entscheidend. Genauso wichtig ist die Frage, wann man einen Trailing Stopp einsetzt. Benutzt man ihn zu früh, wird man ausgestoppt. Das sollte nicht passieren.

Und was kann man tun, damit dies nicht passiert?

Williams: Der Markt sagt uns genau, wann man die Stopps anziehen muss. Das geschieht, wenn der Kurs ausbricht und der Trade profitabel wird. Dann sollte man den Stopp anziehen.

Wie viel Prozent Ihres Kapitals riskieren Sie pro Trade?

Williams: Mein Risikofaktor liegt bei etwa fünf Prozent. Als ich jünger war, lag dieser viel höher. Mit dem Alter kommt aber die Weisheit. Dieser Faktor ist immer noch sehr hoch. Aber ich habe alles bis zur 30 Prozent ausprobiert. Das waren natürlich dementsprechende wilde Zeiten.

Wie testen Sie Ideen?

Williams: Ich benutze eine Software von Genesis. Damit entwickle und teste ich meine Ideen. Die Software ist ausgezeichnet. Ich verfüge über keinerlei Programmierkenntnisse, aber ich kann herausfinden, was der DAX vor und nach Feiertagen macht und ich weiß, wie er sich verhält, wenn die Zinsen nach oben gehen. Ich kann meinen Computer so ziemlich alles fragen. Zuerst kommt die Idee. Die entsteht vielleicht durch ein Gespräch oder durch ein Buch. Meistens aber fällt mir etwas bei der Beobachtung der Märkte ein. Und das mache ich oft. Es ist eine tolle Samstagabend-Beschäftigung.

Wie wichtig ist das psychologische Element?

Williams: Hier unterscheidet sich meine Meinung von der der meisten anderen. Ich glaube nicht, dass die Psychologie irgendeine Rolle spielt. Wenn man ein gutes System hat, passt auch die mentale Einstellung. Man darf bloß nicht zu viel riskieren, denn das schlägt sich wiederum auf die Psyche nieder. Als mechanischer Händler geht es nur darum, wo man seine Order platziert. Wer psychologische Probleme beim Handeln hat, dem fehlt ein gutes System oder Technik. Die Psyche ist nicht das Problem.

Das ist interessant. 90 Prozent aller Händler stufen die psychologische Verfassung als extrem wichtig für den Erfolg ein. Liegen diese Leute alle falsch?

Williams: Ich sehe das anders. Diese ganze Psycho-Geschichte kommt von Leuten, die keine Ahnung davon haben, was sie tun und der Markt macht sie konfus. Wenn man die Regeln kennt und weiß, wie das Spiel funktioniert, wo ist das Problem? Niemand verliert Geld, weil er als Kind von seiner Mutter geschlagen wurde. Man verliert Geld, weil man das Falsche tut. Das ist die Wahrheit.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Williams: Ich stehe normalerweise um fünf Uhr morgens auf, gehe schwimmen oder joggen. Dann schaue ich, was der Markt macht und gebe meine Orders an meinen Broker. Dann schaue ich mir die Eröffnung an und schreibe E-Mails, mache mein Research und so weiter. Ein- oder zweimal am Tag schaue ich mir dann nochmals die Kurse an. Normalerweise aber läuft mein Trade und Ausstieg und Stopp-Loss sind eingegeben. An diesem Punkt gibt es für mich nicht mehr viel zu tun. Die Kurse beobachten bringt nicht viel. Tatsächlich lenkt mich das nur von meiner richtigen Arbeit ab.

Ihre Seminare sind legendär – was ist daran so besonders?

Williams: Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich der einzige Mensch auf diesem Planeten bin, der mit $1.000.000 in realtime handelt und 20 Prozent der Gewinne wieder an die Teilnehmer zurück gibt. Ich habe gerade wieder ein Seminar in Australien gegeben und in zwei Tagen knapp $40.000 gemacht. Die Teilnehmer waren begeistert und haben sich darüber gefreut, in einem Seminar Geld zu verdienen. Seitdem ich das praktiziere, habe ich in ungefähr 20 Seminaren knapp $950.000 verdient und davon $200.000 an die Teilnehmer zurückgegeben. Die Leute wissen, dass ich nicht bloß irgend etwas erzähle. Außerdem lernen die Leute bei mir sehr viel. Ich zeige Ihnen, wie die Märkte funktionieren und erkläre Ihnen mein Handelssystem. Es macht Spaß, Menschen so etwas beizubringen und zu sehen, wie ihnen ein Licht über die Logik des Markts aufgeht. Viele von meinen Schülern gewannen Wettbewerbe, verdienten Millionen von Dollars oder leiten Fonds. Der Erfolg meiner Schüler freut mich.

Wer war Ihr schlechtester Schüler und warum (keine Namen natürlich)?

Williams: Wenn es einen schlechten Schüler gibt, so liegt das meistens am Lehrer. Trotzdem ist die Nummer 1 auf jeden Fall der Typ, der mir allein dieses Jahr über 300 Emails geschickt hat. Eine seine Fragen war, wie viele Tage ein 10-Tage Gleitender Durchschnitt berücksichtigt. Dieser Kerl mag in Ordnung sein, aber irgendwie versteht er die Märkte gar nicht.

Stimmt es, dass Ihre Tochter ebenfalls erfolgreich handelt?

Williams: Das ist richtig. Ich habe ihr es beigebracht, als sie ihre Schauspielerkarriere begann. Vielleicht haben Sie sie sogar im Fernsehen gesehen. Sie hat bei Species, Dawsons’s Creek, Lassie, The Station Agent, Halloween 20 und in einer ganzen Menge anderer Filme mitgespielt. Sie hat ebenfalls bei den Robbins Trading Championships teilgenommen und aus $10.000 $110.000 gemacht.

Wann hat sie damit angefangen?

Williams: Das war 1999. Sie war damals 16 und war sehr aufgeschlossen. Sie hat vor kaum etwas im Leben Angst und das hat es ihr leicht gemacht. Ich habe ihr das daheim beigebracht. Es war eines von vier Projekten.

Was genau haben Sie ihr beigebracht?

Williams: Wir haben viel über Geld diskutiert, was es darstellt, über das Konzept von Arbeit und Spekulation und Risiko. Weiterhin haben wir darüber gesprochen, was Bonds beeinflusst. Sie handelte Bonds und diese stehen in Zusammenhang mit dem Goldpreis und weisen starke, vorhersehbare Zyklen auf.

Hat jeder das Potenzial erfolgreich zu handeln?

Williams: Hm, vielleicht. Solange man nicht sehr dumm oder übertrieben emotional ist. Ich habe auch sehr kluge Leute getroffen, von denen ich mir nicht sicher war, ob sie das Zeug zum Millionär haben. Man weiß nie sicher, ob der Schuh passt, solange man ihn nicht anprobiert. Das gilt auch für das Trading.

Was sind typische Anfängerfehler?

Williams: Ein typischer Fehler, den ich erkennen kann, ist Overtrading. Leute handeln zu oft und riskieren zu viel. Das führt zum nächsten Problem: viele Menschen beginnen zu handeln ohne jegliches Hintergrundwissen. Sie haben keine Ahnung, wie die Märkte funktionieren und machen aber trotzdem weiter. Kein Wunder, dass es so viele Verlierer gibt.

Beschäftigen Sie andere Händler?

Williams: Nein. Ich handle nur für mich selbst und meine Hedgefonds.

Wie hoch ist die Performance Ihres Hedgefonds?

Williams: Ungefähr 18 Prozent p.a.

In den ganzen Jahren haben Sie wahrscheinlich ein Vermögen angehäuft. Denken Sie nicht manchmal ans Aufhören?

Williams: Ich könnte mich nie zur Ruhe setzen. Dazu macht es mir viel zu viel Spaß. Allerdings habe ich meinen Terminkalender entschärft. Ich gebe weniger Seminare und schreibe weniger.

Macht Trading Sie glücklich?

Williams: Ja, das tut es. Die größere Befriedigung entsteht allerdings durch das Lernen über die Märkte, durch mehr Wissen und das Besserwerden. Es ist noch immer eine Herausforderung.

Was denken Sie ganz allgemein über dieses Geschäft und diese Branche?

Williams: Es ist mein Leben. Natürlich gibt es ein paar unangenehme Menschen, aber die gibt es in jedem Beruf. Ich liebe es. Ich liebe die Märkte und das, was sie für mich getan haben. Allerdings tummeln sich in dieser Branche auch viele Scharlatane. Diese Typen bringen aber die Farbe in das Business.

Wie hat sich Ihr Handeln über die Jahre verändert?

Williams: Computer haben alles verändert. Nie zuvor konnte man leichter Nachforschungen anstellen. Heute hat jeder über Fernsehen, Internet oder elektronischen Handel Zugang zu den Märkten.

Wie wird sich das Trading in den nächsten Jahren entwickeln?

Williams: Ich denke, dass der elektronische Handel weiter zunehmen wird. Das Spiel aber wird das gleiche bleiben. Es geht um Rahmenbedingungen und menschliche Emotionen. Im Grunde bewegen sich die Märkte auf Grund von fundamentalen Faktoren von A nach B. Das ist das Pferd, wenn man so will. Die Straße aber besteht aus menschlichen Gefühlen und Zufall. Sie kann ziemlich holprig sein. Die Medien mögen sich verändern, aber die Märkte werden immer die gleichen bleiben.

Larry Williams hat viel in seinem Leben gemacht – Marathon, Archäologie, Politik – was können wir in der Zukunft von ihm erwarten?

Williams: Meine Ziele sind mehr Forschung und ein besseres Verständnis der Märkte. Aber man muss immer auf Überraschungen gefasst sein! Die Welt hat sich in vielen Dingen verändert und ich lerne, mich anzupassen, mehr zu wissen und ein besserer Mensch zu werden. Ich werde immer meinen Leidenschaften nachgehen. Das hoffe ich zumindest.

TRADERS´© BörseGo AG

Larry Williams´ Webseite

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Fragezeichen in Überschriften versuche ich meistens zu vermeiden. Warum, das hatte ich hier schon beschrieben. Manchmal geht es aber nicht anders. Wie schon im vorletzten Artikel erwähnt, haben die Amerikaner ihre Krise im Griff. Die legendären Nonfarm Payrolls haben das am Freitag untermauert. Die "Experten" haben bei den Zahlen mal wieder ordentlich danebengelegen, was sofort am Markt mit einem Up-Gap korrigiert wurde. Die Krise war/ist heftig und die Amerikaner keine Götter. Dauert also etwas, bis die Kapitalismusmaschine wieder rundläuft. Die Europäer diskutieren derweil weiter über Griechenland, weil Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker dieses Wochenende gemeint hat, dass die Griechen pleite sind. Ach was? Ein Blitzmerker! Diese Aussage haben vor ihm schon diverse andere Politiker in den letzten zwei Jahren immer mal wieder in den Raum geworfen. Sofort wurde ein Meeting einberufen, mit dem Ergebnis, dass die Griechen nicht pleite sind sondern einfach mehr Geld brauchen. Europäer zu sein ist mittlerweile ziemlich peinlich geworden finde ich.

Das denkt Nicolas Sarkozy wahrscheinlich auch und kocht lieber sein eigenes Süppchen. Ab August gibt es in Paris die Finanztransaktionssteuer(0,1% auf Aktien- und 0,01% auf Derivategeschäfte). Monsieur Sarkozy, keine Ahnung wie man Europa regiert und auch keine Ahnung vom Kapitalismus. Das ist schon hart. CAC-40, es war schön mit dir, aber du wirst bald niemanden mehr interessieren. Au revoir!

Was mich aber mehr interessiert ist die Tatsache, dass die Nasdaq auf einem 11-Jahreshoch steht und die Börsenumsätze auf einem 11-Jahrestief. Was ist davon zu halten? Es herrscht Bullenmarkt und keiner bekommt es mit. Oder steht das Ganze auf wackeligen Beinen? Es wird gesagt, dass starke Trends immer mit niedrigem Volumen beginnen. Denn erst wenn der Zug auf freier Strecke ist, springen immer mehr Leute auf und bringen Volumen mit. Andererseits ist der Markt in der aktuellen Situation sehr anfällig, denn sollte die Nachrichtenlage plötzlich drehen und die wenigen Käufer ihr Zeugs raushauen, ist kaum einer da der die Sachen auffängt. Tja, deswegen das Fragezeichen in der Überschrift. Es bleibt momentan das Fazit, dass der Markt fallen oder steigen kann. Das Golden Cross(SMA-50 x SMA-200) zeigt jedenfalls bullisch an und als Permabulle sehe ich natürlich im S&P 500 die 1350, 1400 und 1450, aber man sollte auf der Hut sein. Der aktuelle Trend ist verdammt schmal.


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Schon mal darüber nachgedacht, wieso Floortrader meistens gute Laune haben? Warum sie auf dem Parkett ihre Faxen machen und oft lustig sind? Ganz einfach, weil eine negative Einstellung kontraproduktiv ist. Wenn ich schlechte Laune habe, kann ich nicht gewinnen. Sehr schön konnte man es in der letzten Range sehen. Da werden viele Trader mürbe, weil sie früher oder später alle mit ihren Positionen auf der falschen Seite des Marktes stehen. Man geht short und sofort steigt der Markt oder man sieht eindeutig long und es geht schlagartig in den Keller. Da sinkt auch die Stimmung und Leute werden aggressiv. Schlechte Laune gepaart mit einer pessimistischen Aggressivität, erzeugen zwangsläufig weitere Verluste. Wenn sich dazu noch der typische deutsche Neid gesellt, weil man jemanden trifft der tatsächlich in diesem Chaos der Märkte gewinnt, steht man kurz vorm Platzen.

Man rennt den ganzen Tag miesepetrig durch die Welt und will in diesem Zustand Gewinne an der Börse erzielen. Vergesst es! Wenn ich scheiße drauf bin und mal wieder den Oberpessimisten raushängen lasse, brauche ich an Traden garnicht zu denken. Manche vermuten jetzt vielleicht, dass eine negative Einstellung in einem Downtrend doch sicher vorteilhaft sein kann. Falsch! Denn um zu gewinnen, muß man auch in einem Bärenmarkt positiv denken.

Negative Gedanken - Wie die Art zu denken Ihren Tradingerfolg beeinflusst
von Van K. Tharp, Ph.D

Immer wenn Michael über einen Trade nachdachte, sagte es zu sich selbst: „Was passiert wenn ich verliere?“ Gedanken dieser Art haben ihn sehr oft regelrecht paralysiert oder seine Entscheidungen über einen Markteintritt so lange hinausgezögert, dass er viele erfolgversprechende Möglichkeiten zu traden, einfach verpasste und den Handel nicht einging. Wenn Michael eine Position eröffnete, dann dachte er nur an die negativen Konsequenzen. „Mein Tradingsystem produziert zu 50 Prozent Verluste – was wenn es auch diesmal wieder schief geht?“ Er konnte kaum mehr schlafen, weil in seinem Kopf ständig diese „was wäre wenn“ – Gedanken(Angstgedanken) herumschwirrten.

Es gibt zwei Komponenten aus denen Stress (ständige Angstgedanken führen genau dazu!) besteht. Zu einen gibt es den biologisch bedingten Teil, man nennt dies auch „Kampf- oder Flucht-Reaktion.“ Blutdruckanstieg, eine beschleunigte Herzfrequenz sowie gesteigerte Aufmerksamkeit kennzeichnen diese Reaktion auf akuten Stress. Diese Reaktion dient dem Überleben und war in Zeiten der Jäger und Sammler durchaus sehr nützlich. Sie ließ die Leute schneller flüchten oder aggressiver kämpfen. Diese Reaktion hilft einem jedoch nicht erfolgreich zu traden!

Zum anderen ist da die psychologische Komponente, die bei Michael zum Tragen kam – Sorgen! Wenn man in Gedanken einen Verlust erwartet, dann stehen die Chancen hervorragend auch tatsächlich zu verlieren. Unser Handeln wird durch unsere Einstellungen und Erwartungen geprägt und gesteuert. Konstante Furcht, Sorgen und negative Gedanken produzieren Stress. Wird dann unter Stress getradet hat dies nicht selten einen negativen Einfluss auf unsere Performance.

Prüfungsangst und ihre Folgen

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das physischer Stress der durch die psychologische Komponente (beinhaltet Furcht, Sorgen und negative Gedanken) ausgelöst wird einen viel größeren Effekt auf Menschen hat, als sein biologisches Pendant. Viele der Experimente rund um das Thema Furcht beziehen sich auf ein Problem das Schüler und Studenten gut kennen - Prüfungsangst! Studenten die sich über ihr Abschneiden in Prüfungen sorgen machen haben in der Tat signifikant schlechtere Testergebnisse vorzuweisen, als Studenten die mit einer positiven Haltung in ihre Prüfungen gingen. Dabei hat die Furcht nichts mit den Vorbereitungen zu tun, denn beide Parteien waren gleich gut vorbereitet. Nur konnte die eine Gruppe ihre Leistungen und Fähigkeiten aufgrund ihrer sorgenvollen Gedanken nicht oder nur teilweise abrufen – sie waren wie gelähmt und hatten teilweise sogar einen Blackout!

Unserem Trader Michael erging es genauso wie den Studenten mit der Prüfungsangst. Er konnte seine eigentlich guten Fähigkeiten künftige Kursbewegungen einzuschätzen oder eine fundierte Aktienauswahl zu treffen, nicht abrufen und traf so viele Fehlentscheidungen oder zögerte bei einer Handlung zu lange. Daher konnte er keine optimalen Resultate erzielen.

Unsere Sinne werden konstant mit Millionen Informationseinheiten bombardiert. Doch wir können nur einen kleinen Teil davon verwerten, und zwar den Teil der durch unser Filtersystem gelangt. Das Filtersystem ist unsere Einstellung und diese können wir mit Hilfe unserer Gedanken selbst steuern und beeinflussen.

Hierzu ein Beispiel: Sie können ihrer Kapazität zur Informationsverarbeitung testen. Lesen Sie die folgende Zeile mit den aufgelisteten Nummern, schließen Sie ihre Augen und zählen Sie soviel wie möglich auf.

78 23 81 59 44 90 37 17 4 91 16 55 98 11 84

Nun wie viel konnten Sie sich merken? Wenn sie nicht über eine ausgeklügelte Strategie zur Organisation von Zahlen (gruppenweise etc.) verfügen, als Basis von Erinnerungstechniken, werden sie möglicherweise nicht in der Lage sein, viele der Zahlen im Gedächtnis zu behalten. Mit dem Merken von fünfzehn Zahlenpaare sind die meisten Menschen schon überfordert, es übersteigt einfach ihre Verarbeitungsmöglichkeit an Informationen. Nun überlegen Sie einmal was andere Leute über Sie denken, wenn Sie keine 15 Zahlen im Gedächtnis behalten können. Vielleicht denken die Leute, dass Sie dumm sind oder langsam alt werden!

Stellen Sie sich jetzt zusätzlich vor, Sie müssten für jede Zahl die Sie sich nicht merken können eine Strafe von 1000 Dollar zahlen. Sie könnten dabei 15000 Dollar verlieren wenn Sie sich nicht eine einzige Zahl merken würden. Und was wäre, wenn die Zahlen an die Sie sich vermeintlich erinnern, alle falsch wären? Sie sehen, so oder so könnten Sie im schlimmsten Fall keine einzige richtige Ziffer wiedergeben!

Nun, nachdem Sie sich diese Informationen durch den Kopf haben gehen lassen, versuchen Sie erneut sich die Zahlenpaare zu merken. Die Chancen, dass Sie sich noch weniger merken konnten, stehen gut. Warum? Weil Furcht die Erinnerungsfähigkeit negativ beeinflusst. So ist es auch beim Trading. Furcht lenkt Ihre Aufmerksamkeit auf Dinge, die mit Tradingprozessen nichts zu tun haben, so dass Sie nicht bemerken, was wirklich an den Märkten vor sich geht. Daher können Sie auch nicht die kleinsten Veränderungen an den Märkten wahrnehmen und entsprechend reagieren, weil Sie Ihren „was wäre wenn-Fantasien“ nachhängen. Wenn Sie sich davor fürchten einen bestimmten Fehler zu machen, dann werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit genau diesen Fehler machen (sich selbst erfüllende Prophezeiung), weil Sie sich so sehr darauf konzentrieren!

Furcht und Wahrnehmung

Sämtliche Informationen, die wir mit unseren Sinnen empfangen, werden von einem komplexen mentalen System erst gefiltert und unseren Überzeugungen entsprechend interpretiert. Wir sehen daher die „Welt dort draußen“ nicht so wie sie tatsächlich ist, sondern so wie sie sehen wollen (wenn auch meistens unbewußt) und wir sie unseren Erfahrungen und Überzeugungen gemäß bewerten.

Hierzu ein Beispiel: Jemand sieht ein Bündel schwarzer Markierungen auf einem weißen Blatt Papier und erkennt sofort, dass es sich um einen Barchart handelt, der eine Kopf-Schulter-Formation anzeigt. Für eine andere Person ohne Tradingwissen handelt es sich lediglich um eine Ansammlung nutzloser Zeichen und Markierungen – möglicherweise erkennt diese Person ein Muster darin, doch es ergibt für sie keinen Sinn.

Erkenntnissinn oder Auffassungsgabe sind Teil eines Filterprozesses in unserem Gehirn, das Informationen auswählt und in unser Bewusstsein bringt. Der Selektionsprozess läuft aber nicht zufällig ab, sondern ist ein aktiver Prozess, der nur diejenigen Informationen auswählt, die unseren Erwartungen entsprechen. Was jemand „sieht“ oder wahrnimmt, hängt also davon ab, was er zu sehen oder wahrnehmen erwartet. Ein Investor der bei Aktien einen Bullenmarkt erwartet, wird darauf abzielen, diejenigen Informationen zu bemerken, die seine Erwartungen unterstützen oder bestätigen. Er wird bullische Muster in seinen Charts „sehen“ und ignoriert dabei jeden Beweis, der möglicherweise eine gegenteilige Richtung aufzeigt. Er ist daher in der Beurteilung der Marktlage nicht objektiv.

Furcht oder Angst ist eine Form von Erkenntnisgewinn, die auf negativen Erwartungen basiert. Leute die sich vor etwas fürchten, nehmen die negativen Konsequenzen vorweg! Die meisten stressigen Events sind nur deshalb stressig, weil wir sie genauso wahrnehmen und empfinden. Doch ein Event bleibt ein Event - ein ganz neutrales Ereignis. Es ist also die Art und Weise wie eine Person solch ein Event interpretiert, das den Stress in ihr auslöst.

Gewinner und Verlierer

Gewinner zum Beispiel haben gelernt, wie man mit Tradingverlusten umgeht, in dem sie zu sich selbst sagen: „Okay – diesmal habe ich eben verloren, dass gehört halt zum Spiel.“ Im Gegensatz dazu werden Verlierer extrem ärgerlich über ihre Tradingverluste und haben als Resultat davon, Schwierigkeiten diese Verluste zu akzeptieren. Ein großer Verlust oder auch nur die Möglichkeit viel Geld zu verlieren, könnte einen Verlierer umhauen und richtig aus der Bahn werfen.

Beispiele:
Nehmen wir einmal an, der Preis von Sojabohnen fällt um 20 Cent pro gehandelte Einheit. Hier nun die Reaktionen von vier verschiedenen Tradern auf dieses Ereignis
    • Ein alter Mann mit einem Lächeln auf den Lippen wurde mit seinem Sojabohnen-Kontrakt am frühen Morgen ausgestoppt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 3000 Dollar verloren, aber der Schlusskurs an diesem Tag hätte ihm einen noch weitaus höheren Verlust beschert. Er war stolz auf sich selbst, dass er bei seinem Tradingplan geblieben ist und so reagierte er auf die Nachricht vom Schlusskurs mit einem Lächeln und sagte zu sich selbst: „Großartig – Du bist bei Deinem System geblieben!“

    • Ein Sojabohnen-Farmer hatte einen Teil seiner Ernte vor zwei Monate noch zu einem viel höheren Preis verkauf könne. Er tat dies, weil er überzeugt war, dass die Großkonzerne den Marktpreis nach unten manipulieren werden. Für den Farmer war der Kursrutsch von 20 Cent somit der Beweis der Preismanipulation. „Verflucht sollen sie sein“, sagte er zu sich selbst und blieb für den Rest des Tages schlecht gelaunt.

    • Ein aktiver Trader war davon überzeugt, dass es bei Sojabohnen zu einer Rallye kommen wird. Er hatte einen Kursrückgang an diesem Tag erwartet, sah dies aber als Boden und als seine Chance jetzt eine große Longposition einzugehen. Er verbuchte zwar am Ende des Tages einen kleinen Verlust, fühlte sich aber dennoch großartig, weil er von seiner Prognose einer Rallye weiterhin überzeugt war. Alles was er zu sich sagte, war: „Ich liege richtig.“

    • Ein Finanzjournalist war bei Sojabohnen long. Er hatte den Verlust aufgefangen, weil er ohne einen Stopp operierte. Sein beherrschender Gedanke war, dass er keine Chance hatte. Er war sich sicher, wenn er einen Stopp setzte, dann würde seine Position von einem anderen Trader eingesammelt werden. Sollte er einen großen Verlust realisieren, dann würde dies möglicherweise zum Tagestiefstkurs geschehen. Daher war er voller Zweifel, was er tun sollte und fragte sich: „Warum ausgerechnet ich?“
An diesen vier Beispielen sehen Sie, wie unterschiedlich die Reaktionen auf ein und dieselbe Situation sind und entsprechend für jeden Trader eine andere Erfahrung darstellen. Ein Trader verlor bei dieser Spekulation Geld und war trotzdem zufrieden, ein anderer verzeichnete ebenfalls einen Verlust, war aber danach sehr unglücklich. Auf der Gewinnerseite das gleich Spiel. Ein Trader gewinnt Geld und ist zufrieden, ein andere gewinnt gleichfalls, ist aber voller Zweifel. Natürlich ist so, dass die meisten Leute über einen Verlust nicht glücklich sind und bei einem Gewinn nicht traurig. Diese Beispiele zeigen lediglich, dass Gewinne und Verluste nichts mit dem Erlebnis an sich zu tun haben. Die Leute heften einem Ereignis nur ein individuelles Etikett an, durch die Art und Weise wie jeder Einzelne darüber denkt. Menschen die sich generell viele Sorgen machen, werden sich auch bei ihren Investments eine Menge Sorgen machen und dies wird dann in der Regel zur Gewohnheit! In jeder Situation die für das Selbstwertgefühl eines Individuums bedrohlich wirken, kommen sorgenvolle Gedanken auf, die das Urteilsvermögen beeinträchtigen. Versagensängste bahnen sich den Weg ins Bewusstsein eines jeden Traders, der sich zuviel Sorgen um seine Investments macht. In der Tat stellt die Tätigkeit des Tradens möglicherweise eine enorme Bedrohung des Selbstwertgefühls eines Individuums dar, denn derjenige Investor der Geld verliert, hat möglicherweise gleichzeitig das Gefühl, dass er gegenüber sich selbst oder anderen Personen als Versager dasteht.

Wie man mit Furcht umgeht

Wenn Sie herausfinden vor was genau Sie sich fürchten, dann liegt eine einfache Lösung des Problems darin, etwas ganz anderes zu tun. Wenn die neue Vorgehensweise ebenfalls nicht funktionieren sollte, dann machen Sie noch etwas anderes - bis Sie etwas gefunden haben, was für Sie funktioniert. Verändern Sie Ihren Ansatz oder Ihre Vorgehensweise. Zerlegen Sie Ihre Aufgaben in kleinere Teile etc..

Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass Sie Ihr gesamtes Tradingsystem umstellen müssen. Wenn Sie ein bestimmtes System einfach nur schlecht umsetzen oder ausführen, dann wird dies auch bei einem anderen oder neuen System der Fall sein. „Den Ansatz zu verändern“, bedeutet die Art und Weise wie Sie denken zu ändern. Es bedeutet ferner die Art wie Sie Entscheidungen treffen und Ihr Tradingsystem ausführen, neu auszurichten.

Diese Art der Lösung ist einfach, aber die meisten Leute finden es sehr schwierig dies zu bewerkstelligen, weil sie in festen Mustern und Gewohnheiten gefangen sind.

Die Art wie man denkt zu verändern und wie man die Welt wahrnimmt ist nicht immer leicht. Um die eigene Denkweise zu ändern, muss man damit beginnen herauszufinden, wie man den Prozess des „sich Sorgen machens“ beginnt. Wodurch wird er ausgelöst? Objektiv zu sein bei der Beurteilung der eigenen Denkweise ist schwierig wenn man sich mitten in dem Denkprozess befindet. Es kann aber sehr vieles sein, wenn man sich folgender zwei Techniken bedient. Die erste Übung besteht darin vergangene Ereignisse Revue passieren zu lassen. Dies ist der schnellsten Weg um herauszufinden, wie und vor was man sich Sorgen macht. Alles was Sie dazu machen müssen, ist sich an schmerzvolle Erfahrungen aus der Vergangenheit zu erinnern. Es besteht dabei keine Notwendigkeit, diese Erfahrungen noch einmal „real“ zu wiederholen oder sie nochmals zu erleben.

Erinnern Sie sich an diese Erfahrungen, so als ob Sie einen Film über sich selbst sehen würden. Lehnen Sie sich in ihrem Stuhl zurück und sehen Sie sich selbst in diesem Film - sie beobachten sich dabei selbst von außen. Wenn sie sich selbst in diesem Film betrachten, wer steht neben Ihnen? Welche Personen sind noch in diese Erfahrung verstrickt? Beginnen Sie nun zu ermitteln, was genau diese beängstigende Erfahrung ausgelöst hat. War es etwas Bestimmtes, was Sie gesehen oder darüber gelesen haben? Oder war es etwas, was gehört oder jemand anderes gesagt hat? War es ein Gefühl? Wenn Sie Dinge herausgefunden haben, was passierte dann als nächstes? Haben Sie ein Selbstgespräch geführt? Haben Sie ein Bild gesehen? Haben diese Selbstgespräche oder Bilder diese Angstgefühle ausgelöst? Wie haben sie dies gemacht?

Wenn sich Leute ängstigen, dann begeben sie sich typischerweise in eine negative Feedback-Schleife. Sie sprechen mit sich selbst (oder beschimpfen sich selbst), und das produziert dann schlechte Gefühle. Dies führt wiederum zu weiteren negativen Selbstgesprächen mit der Folge weitere schlechter Gefühle und so weiter und so fort. Andere Menschen sehen Bilder, die negative Gefühle auslösen und die dann weitere negative Bilder erzeugen.

Die Frage ist: Welchen Loop oder welche negative Schleife erzeugen Sie?

Wenn Sie erstmal herausgefunden haben, wie Sie Furcht erzeugen und was für eine negative Feedbackschleife Sie produzieren, dann sollten sie sich Wege ausdenken, diese Prozesse zu verändern. Unterbrechen Sie Ihren individuellen Loop auf irgendeine Art und Weise. Fall Sie negativ mit sich selbst reden, dann verändern Sie die Qualität der inneren Stimme. Reden Sie mit einer Comic- oder Cartoonstimme mit sich selbst. Seien Sie kreativ. Verändern Sie alles so lange, bis Sie etwas gefunden haben, das bei Ihnen funktioniert.

Fall Sie Schwierigkeiten damit haben herauszufinden, auf welche Art Ihre Erinnerungen Ihnen das Fürchten lehren, dann hilft Ihnen möglicherweise die zweite Übung: Ein Furcht – oder Sorgentagebuch!

Wenn Sie sich hinsichtlich eines Investments ängstlich oder besorgt fühlen, dann machen Sie eine Notiz in ihrem Tagebuch. Schreiben Sie in dem Moment auf, wo Sie sich so fühlen, schieben Sie den Eintrag keinesfalls auf. Stellen Sie sicher, dass der Eintrag die folgenden Informationen beinhaltet:
    • Was haben Sie in dem Moment gemacht, als Sie begonnen haben sich zu fürchten?

    • Was war der Auslöser für die Sorgen?

    • War es eine Handlung von Ihnen oder von anderen Personen?

    • War es eine Erinnerung?

    • War es ein Bild?

    • War es ein Gefühl?

    • Wie gehen Sie mit Furcht um?

    • Was für ein Loop haben Sie selbst produziert?

    • Ist es eine alte Gewohnheit oder ein neues Muster?
Später, wenn das Ereignis vorüber ist, machen Sie eine Notiz in ihrem Tagebuch, wie Sie aufgrund der Situation gehandelt haben und was hätten Sie anders machen können? Notieren Sie auch die Alternative(n). Nachdem Sie Ihre Sorgen einige Wochen lang notiert haben, können Sie diese mit einem gewissen Abstand betrachten und objektiv analysieren sowie bewerten. Welche Art von irrationaler Furcht hatten Sie? Wie hat Sie die Furcht in Ihrer Funktion als Investor beeinflusst? Und ganz wichtig: nun können sie herausfinden, wie Sie Angst erzeugen und welche Auslöser bei Ihnen zum Tragen kommen und wie Sie dann mit den Sorgen und Ängsten umgehen bzw. auf sie reagieren.

Fazit:

Wenn Sie einen guten Einfall dazu haben, wie Sie beginnen sich zu ängstigen, dann wählen Sie einige Möglichkeiten aus, was Sie wie verändern können. Bedienen Sie dazu beispielsweise der beiden oben geschilderten Übungen. Werden Sie sich bewusst, wann genau die sorgenvollen Gedanken beginnen und ändern Sie dieses sofort. Der Leitsatz dazu lautet: „Bemerken – und unverzüglich ändern!“ Üben und trainieren Sie dieses Vorgehen, bis es zu einer Gewohnheit geworden ist, die unbewusst und automatisch in Ihnen abläuft! Malen Sie sich Situationen in der Zukunft aus, bei denen normalerweise Sorgen auftreten und Sie diese mit Hilfe der gefundenen Alternativen meistern. Wenn Sie das Gefühl bekommen eine Situation erstmal mental zu meisten, dann werden Sie auch in der Lage sein, solche Situationen real zu meistern!

Investoren, die durch diesen Prozess gegangen sind, haben mir gesagt: „Alles hat sich verändert. Ich weiß was passiert ist, doch ich hatte Kontrolle über meine Gefühle und konnte sie umgehend ändern, so dass ich handlungsfähig geblieben bin.“

© Traders Journal

Van Tharp Institute



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Die 1300/1310 hat der S&P 500 erreicht. Bei ca. 1310 verläuft die Widerstandslinie, die es zu durchbrechen gilt. Das nächste Ziel ist dann 1350, aber dafür muß er nochmal tanken. Langfristig ist übrigens 1500 mein Ziel. Aber immer mit der Ruhe. Fakt ist, dass die Amerikaner ihre Krise im Griff haben und die Europäer nicht. Dementsprechend wird der amerikanische Markt früher oder später dem europ. Markt davonlaufen, bzw. die europäischen Indizies hecheln den Amerikanern hinterher. Also quasi das Spiel, welches schon seit Jahrzehnten gespielt wird. Die Amerikaner sind und bleiben die weltbesten Kapitalisten und die Europäer die weltbesten Labertaschen. Im vorletzten Artikel hatte ich von der "Schere" zwischen dem S&P 500 und dem EUR/USD-Pair geschrieben und gefragt, wer wem zuerst hinterherläuft. Der Euro dem S&P 500 wie es aussieht. Das war mir schon klar, als ich letzte Woche gelesen habe, dass sich Hedgefonds auf den totalen Zerfall des Euro positioniert haben. Wieviele Hedgefonds sind 2011 nochmal pleite gegangen? *lol


Für heute stehen CHK, VRTS, AKAM und NSC auf der Kauf-/Watchliste.

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Der ES-Future eiert bei unterdurchschnittlichem Volumen intraday so vor sich hin. Da legt man dann den Fokus eher auf Aktien. Das ich mir hier im Blog den Aufwand spare Aktiensignale inkl. Charts zu posten, hatte ich ja schon erwähnt. Passiert halt öfters, dass die Signale nicht ausgeführt werden und dann war die Arbeit hier umsonst. Was sie ja eigentlich sowieso schon ist. Außerdem sehen die Preismuster die ich handel immer gleich aus. Zu jedem Blogartikel über Pattern habe ich anschließend einige Trades/Charts gepostet. Das sollte reichen. Vielleicht sollte ich mal wieder ein interessantes Preismuster vorstellen? Der Fundus der Tradingtechniken gibt ja noch so einiges her. Im Live-Chat quatsch ich jedenfalls oft über Stocks und Muster. Interessiert bloß kaum keinen. Nachfolgend mal alle bisherigen Stock Picks in 2012, die im Chat angesagt und teilweise auch gehandelt wurden.

Da der Markt momentan keinen ordentlichen Trend aufweist, sind wie unschwer zu erkennen, ODR´s zu präferieren. Alles ohne Daytrading! Keine Intradaycharts! Kein Hebeleffekt! Keine CFD, sondern direkter Handel an der New York Stock Exchange, bzw. der NASDAQ. Klar ersichtliches Risiko und sehr kleine Stopps! Ein paar Loser gab es natürlich auch, aber die waren entweder Breakeven oder erheblich kleiner als die späteren Gewinner.






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