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Seit Jahresbeginn schreibe ich davon, dass sich der S&P 500 charttechnisch in dünner Luft befindet. Subjektiv betrachtet. Auf dem Mount Everest heißt die Gegend kurz unter dem Gipfel, Death Zone(Todeszone). Jeder Schritt ist eine Qual, man benötigt Sauerstoff aus Flaschen und für 500 Meter bergauf, braucht man schon mal acht Stunden. So ähnlich kommt mir seit Monaten der Anstieg im SPX vor. Nach dem Ausbruch aus dem Kasten ging es zwar wie erwartet weiter hoch, aber die Dynamik des Anstiegs bis 1950/1955 war nicht gerade euphorisch. Man quält sich regelrecht von einem Allzeithoch zum nächsten, obwohl der Angstmesser $VIX auf dem Niveau der Jahre vor 2007 angekommen ist. Es gibt quasi keine Angst mehr im Markt, was die aktuelle Lage noch gefährlicher macht.

Desweiteren steckt die gesamte Börsenwelt in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite stehen die Amerikaner, die sich aus ihrem tiefen Crash-Loch wieder herausgearbeitet haben und deswegen schon bald die Zinsen anheben(müssen). Spätestens wenn das Tapering dafür sorgt, dass QE beendet ist. Lehrbuchmäßig sollte dann eine Abwanderung von heißgelaufenen Aktien, in Investments die weniger risikobehaftet sind stattfinden.

Demgegenüber steht Europa, dessen Indizes ebenfalls sehr hoch stehen, aber erst kürzlich wurden die Zinsen in Europa auf ein historisches Tief gesenkt. Das bedeutet, dass aufgrund der schlechten, risikoaversen Anlagemöglichkeiten das Geld weiter in Aktien fließen kann und die europäischen Aktien in eine Blase treiben wird.

Welche Kapitalistensau war die letzten Jahre also mal wieder schlauer als die anderen? Genau, die Amerikaner, die Wall Street und allen voran die Federal Reserve Bank.

Mein Handelssystem zeigt noch lange kein Short an. Schaut man sich diesen subjektiven Monatschart des SPX aber einmal an, in den die absoluten Extreme(welche noch Sinn machen) genutzt wurden, um einen simplen Kanal zu zeichnen, dann kann sich jeder selber denken, was passieren wird. Möglicherweise dümpelt der Markt sommertypisch noch einige Wochen an den Hochs herum, bevor sich ein Topmuster ausbildet, welches den Markt dann herbsttypisch korrigieren lässt.


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Zur Abwechslung mal ein Buchtipp für alle die noch eine Lektüre für den Strand, die Terrasse oder den Garten suchen. Mit seinem Buch The Big Short: Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte, hat Michael Lewis schon einen interessanten Einblick gegeben, wie sich eine handvoll Händler für den großen Crash im Jahre 2008 vorbereitet hat, um ordentlich abzukassieren. Interessanterweise hatte das mit der Börse wie die meisten sie von Euch kennen, überhaupt nichts zu tun. Denn es gibt zu dem DAX wie er täglich auf n-tv präsentiert wird, quasi eine Börsenparallelwelt. In ein ähnliches Horn bläst Lewis nun mit seinem neuen Buch Flash Boys: Revolte an der Wall Street, welches sich mit dem seit einigen Jahren praktizierten Hochfrequenzhandel beschäftigt.

Wer meint bei einem CFD-Broker was mit der Börse zu tun zu haben und fair behandelt wird, den muß ich leider schon wieder enttäuschen. Um es mal hart zu sagen, wer CFD handelt steht in der Kette der Aufträge in der beschissen wird an erster Stelle. Natürlich geht es in Flash Boys nicht um CFD, sondern um echte Aktien. Es wird zum Beispiel erklärt, wieviele Börsen es mittlerweile in den USA gibt(mehr als 40), dass eine Börse häufig nur ein Server ist und das man an jeder dieser Börsen als Anleger beschissen wird. Von den Großbanken, von seinem Broker und von den Flash-Tradern. Und das Krasseste dabei ist, man merkt es nicht! Und das nächste Krasse ist, die Flash-Trader gehen null Risiko bei dem Betrug ein und verdienen Milliarden(geschätzt).

In seinem Buch erklärt Lewis dieses Geschäft, welches mittlerweile die schlimmste aller Seuchen an der Wall Street ist, mit relativ einfachen Worten, sodaß jeder Börseninteressierte gespannt der Geschichte folgen kann. Ebenfalls wird erklärt, wie eine Truppe von Programmierern und Ex-Bankern versucht, eine eigene elektronische Börse(IEX) auf die Beine zu stellen, um wieder einen fairen Handel an der Wall Street anzubieten. Das selbst den Leuten die ständig betrogen werden das nicht gefällt, ist nur ein obskurer Teil der wahren Geschichte.

Fazit: Wer wissen will wie der Hochfrequenzhandel funktioniert und wie die Wall Street, genau wie vor dem Crash 2008, wieder zu einer gigantischen Betrugsmaschine geworden ist, dem wird eine locker zu lesende, spannende und wahre Story geliefert. Wer sich mit dem Hochfrequenzhandel schon auskennt und tief im Thema ist, wird jedoch nichts neues erfahren.



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Da ich total old school bin, prallt der neueste Scheiß aus der Welt der Börsen- technologien, meistens an mir ab. Und deswegen gibt´s jetzt ein 14 Jahre altes Interview mit einem Trader der seit über 40 Jahren an der Börse tätig ist. Und was er schon im Jahr 2000 gesagt hat, ist heute präsenter denn je. Ich mag es den "alten Hasen" zuzuhören oder etwas von ihnen zu lesen aus einer Zeit, wo Börse und Trading noch ein Privileg der Banken und von verrückten Einzelgängern war. Damals war es fast eine Lebensaufgabe Charts ohne Computer zu erstellen. Aber ich sage euch, Charts mit der Hand zu zeichnen, hebt einen Trader auf ein sehr hohes Level der Marktverständnis! Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass der alte "Mist" von vor 30 oder 100 Jahren heute an den Märkten immer noch funktioniert. Und da man beim Handeln einen Vorteil(Edge) benötigt, macht es Sinn, sich Dinge aus einer vergangenen Zeit anzusehen, die heute kaum noch jemand beachtet. Denn das Maximum der Technologie im Börsenhandel, dürfte mit dem HF-Handel erreicht sein. Denn was sollte besser sein, als einen Computer direkt in der Börse stehen zuhaben, der einen Cent aus Aktien herausschneidet? Vielleicht einen Chip in das Hirn eines Market Makers pflanzen, der dann einen halben Cent für uns verdient?

Martin, Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel für den Bereich Technische Analyse getan, vor allem durch Ihre Studien im Bereich der Momentum-Analyse. Wie hat das eigentlich alles angefangen?

Pring: Das war 1969. Ich arbeitete damals bei einer kleinen kanadischen Broker-Firma. In deren hervorragend ausgestatteter Bibliothek fand ich ein Buch von Robert Edwards und John Magee über die Chartanalyse, und diese ließ mich vom ersten Tag an nicht mehr los. Ich fraß mich sprichwörtlich in die Technische Analyse ein. Ich verschlang jedes Buch, das ich in die Finger bekam. Hinzu kam, dass das fundamentale Research der Firma einfach unglaublich schlecht war und ich mich mit der Zeit mehr und mehr auf meine eigenen Ergebnisse aus der Chartanalyse verließ.

Wie ging es dann weiter?

Pring: So um die 1974 schickte mir einer meiner Kunden einen Newsletter, welcher bei institutionellen Kunden sehr hoch angesehen war. Das war damals die Zeit, als die Inflationsraten durch die Decke gingen und die Zinsen unglaublich hoch waren. Dieser Newsletter leistete eine wundervolle fundamentale Arbeit, um diese Situation zu analysieren und zu interpretieren. Doch der Technische Analyse-Teil war einfach nur zweitklassig. Ich dachte damals, dass es wirklich peinlich sei für eine solch großartige Publikation, ihren Kunden solch minderwertige Informationen zu bieten. Also schrieb ich meinen Kunden an und fragte, ob sie nicht an einer fundierten Beratung im Bereich der Technischen Analyse interessiert seien. Kurze Zeit später wurde ich dann nach Montreal eingeladen, und mir wurde ein Job angeboten. So kam es, dass ich schließlich von Toronto nach Montreal umzog.

Mit welchen Mitteln haben Sie damals gearbeitet? Es gab ja noch keine elektronischen Rechengeräte, geschweige denn Computer.

Pring: Stimmt, das ist heutzutage beinahe unvorstellbar. Aber ich habe damals die Kurse aus der Zeitung abgeschrieben und alles auf graphischem Millimeterpapier eingezeichnet. Etwas später fingen wir an, in der Universität von Montreal Lochkarten zu stanzen. Kein Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten durch Computer und moderne Börsen- bzw. Chart-Software. Trotz dieser im Vergleich zu heute widrigen Umstände hatte ich aber in dem neuen Job eine unglaubliche Freiheit und auch genügend Zeit, um meine eigenen technischen Studien voranzutreiben, neue Indikatoren zu entwickeln und die Grundlagen für meine heutigen Trading-Strategien zu legen. Ich war damals einer der ersten Analysten, die sich mit der technischen Analyse von Bond- und Goldpreisen beschäftigten – mit durchaus großem Erfolg.

Dann lag ja ein eigener Börsenbrief recht nahe, oder?

Pring: Richtig, das war 1984. Das Management der Research-Firma bot mir seine gesamte Unterstützung an, und so startete ich meinen täglichen "Market-Letter", der in der Finanz-Community sehr gut aufgenommen wurde. Kurze Zeit später kam der Verlag McGraw/Hill auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, ein Buch zu schreiben. Ich war begeistert, und mein erstes Buch "Technical Analysis explained" entstand. So bin ich dann aus der Trading- immer mehr in die "Educational"-Ecke hineingekommen, was mir sehr viel Spaß bereitet.

1987 – wie haben Sie damals den Crash erlebt?

Pring: Ich betreute damals einen dänischen Fonds und überlebte den großen Rutsch völlig unbeschadet. Ich war "long in Cash". Nur meine Gold-Position, die am Montag noch herrlich im Plus lag, wurde am Dienstag ebenfalls ziemlich rasiert.

Wieso waren Sie long in Cash, also kaum investiert?

Pring: Der Markt hat frühzeitig eindeutige Signale gegeben, dass das Ende der Fahnenstange erreicht war. Im Vorfeld kam es zu Trendlinienbrüchen, die Indikatoren waren maßlos divergenzig, und auch das Sentiment wie Put/Call-Ratio wies stark negative Tendenzen auf. Vor allem die Intermarket-Analyse, mit der ich mich damals sehr intensiv beschäftigte, produzierte viele Warnzeichen. Dass das Ergebnis so heftig ausfallen würde, kam dann aber doch für alle sehr überraschend.

Was hat sich seit 1969 in Ihrem Trading- oder Analyseansatz verändert?

Pring: Eigentlich steht die Aussage im Widerspruch. Über die Jahre hinweg ist der Anlagehorizont der Anleger immer kurzfristiger geworden. Das hängt vor allem mit der technologischen Entwicklung zusammen. Informationen werden für jeden ständig schneller zugänglich. Immer leistungsfähigere Computer helfen, diese Informationen ebenso schnell auszuwerten. Und so weiter. Dennoch tendieren meine langfristigen Indikatoren dazu, immer zuverlässiger zu arbeiten.

Haben sich die Märkte also grundlegend verändert?

Pring: Im Gegenteil. Wenn man sich historische Charts betrachtet, egal in welcher Zeitperiode, wird man feststellen, dass dieselben Muster immer wieder auftreten. Wie gesagt, die Märkte an sich haben sich kaum geändert. Mehr die Menschen, die Marktteilnehmer an sich. Der Aktienmarkt ist für viele eine Art Volkssport geworden. Das meine ich nicht negativ. Nur dadurch wird der Markt noch mehr von "intuitiver" Massenpsychologie getrieben. Und diese Massen verhalten sich gleichmäßiger und sind auch berechenbarer als die geringere Profiansammlung vorher.

Eins zu null für die Technische Analyse?

Pring: Mit Sicherheit. Fundamentale Gründe spielen bei Kursbewegungen immer weniger eine Rolle, da die immer größer werdende Masse die Kurse dahin treibt, wohin die Masse "meint", die Kurse treiben zu müssen – im positiven wie im negativen Sinne. Und diese Bewegungen, diese psychologischen "Schwingungen", lassen sich nur noch mit Instrumenten aus der Technischen Analyse fassen und bewerten.

Emotionen sind demnach der Heil- oder Unglücksbringer für den Börsenerfolg. Wie bekommt der Anleger seine Emotionen am besten unter Kontrolle?

Pring(lacht): Lesen Sie meine Bücher. Nein, im Ernst. Jeder Anleger muss sich von Anfang an klar machen, dass allein seine eigenen Emotionen über den Erfolg oder den Misserfolg an der Börse entscheiden. Nichts anderes, keine besondere Researchmethode und kein spezieller Tradingansatz. Wenn er das verstanden hat, dann ist ein ganz entscheidender Schritt in Richtung Anlageerfolg getan.

Das hört sich leichter an, als getan, oder?

Pring: Absolut richtig. Seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen ist der erste, der entscheidenste, aber auch der schwierigste Teil auf dem Weg zum Börsenerfolg. Ein ganz wichtiger Fakt, um seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen, ist daher ein System oder einen Handelsplan zu entwickeln, mit dem man sich 100-prozentig wohl fühlt. Ein Anleger befolgt doch nur ein Kaufsignal, wenn er dem System vertraut, wenn er es in- und auswendig kennt und er es auf Herz und Nieren getestet hat. Dass er es selbst dann befolgt, wenn die Kurse fallen und das System trotzdem irgendwann ein Kaufsignal generiert, auch wenn sein Bauch ihm vielleicht genau das Gegenteil sagt.

Gibt es noch ein paar Tricks, Emotionen zu besiegen?

Pring: Der Mensch ist getrieben von Angst und Gier, das ist bekannt. Ein kleiner Trick von mir ist, dass ich, nachdem ich eine Position eingenommen habe, diese nicht weiter verfolge. Mein Computer warnt mich, wenn der Wert kurz vor dem Erreichen seines Kurszieles oder seines Stopps liegt, und vielleicht schau ich noch mal zwischendrin kurz rein. Aber ich verfolge nicht mehr jeden Trade Tick für Tick, um dann in die Versuchung zu kommen, noch mal nachzukaufen, wenn es gut läuft. Das hat mir sehr geholfen. Aber letzten Endes gibt es nur ein Heilmittel, um Emotionen unter Kontrolle zu halten – Disziplin, Disziplin, Disziplin. In jedem anderen Gebiet – vom Leistungssport bis hin zum Militär – ist Disziplin die Grundlage für den Erfolg. Und das gilt erst recht für die Börse.

Was sind die wichtigsten Komponenten bei der Entwicklung eines Handelsplanes?

Pring: Einfachheit und Kontinuität. Je einfacher das System ist, je besser ich es verstehe, um so eher bin ich auch bereit, dem Plan zu folgen. Außerdem sollte das System auch so angelegt sein, dass man nicht auf den "Home-run" setzt, sondern vielmehr auf Dauerhaftigkeit achtet. Hier ein paar Gewinne, dort ein paar, das bringt viel mehr, als auf den Jack-pot zu warten. Ein oft unterschätzter Punkt ist auch der Umgang mit Verlusten. Das geht auch wieder Richtung Einfachheit. Vor allem Anfänger erliegen der Versuchung, einen Plan zu entwickeln, der 100prozentig funktioniert. Auf diesem Wege wird das System groß, schwierig und am Ende undurchschaubar. Doch an der Börse gab es noch nie ein immer funktionierendes System, und das wird es auch nie geben. Dies muss sich jeder von Anfang an bewusst machen. Und erst wenn die Bereitschaft vorhanden ist, auch mal Verluste zu realisieren, wenn die Einsicht vorhanden ist, dass Verluste nun mal zum Tradingalltag gehören, dann ist der Weg frei zum Erfolg. Dann ist man auch mental bereit, ein einfaches System mit einer guten Wahrscheinlichkeit zu entwickeln und auch zu befolgen.

Wenn in einem ihrer Seminare ein Anfänger fragt, mit was er beginnen soll, was antworten Sie dann?

Pring: Die Grundlage zu allem sind Charts. Preismuster, Formationen oder Trendlinien, das sollte jeder als Basis in seinem Gepäck haben. Von dort aus ist es dann eine Frage der Persönlichkeit. Ich mag zum Beispiel überhaupt nicht die ganze Elliot-Wave-Theorie. Aber das trifft nur auf mich ganz persönlich zu. Jemand anderes kommt damit vielleicht sehr gut zurecht. Technische Analyse hat im Endeffekt sehr viel mit Philosophie zu tun. Sie ist mit den Religionen zu vergleichen. Welche Philosophien, welche Weltanschauungen die einzelnen Religionen auch vertreten mögen, am Ende steht doch überall etwas sehr ähnliches – Himmel, Erleuchtung, Erlösung. Wege gibt es viele. So ist es auch bei der Technischen Analyse. Wenn du dich mit Wellenzählen wohlfühlst, benutze es, wenn du gerne Fibonacci-Zahlen benutzt, verwende diese. Und wenn du das Momentum am meisten bringt, nimm das Momentum.

Es ist schon erstaunlich, wie mit ein und derselben Methode manche Leute richtig Geld machen und andere ihr letztes Hemd verlieren. Jeder muss seinen ganz eigenen persönlichen Weg suchen und finden. Das bedeutet am Anfang sehr viel lesen und ausprobieren. Aber auch wenn ein Weg dann mal eingeschlagen wurde, kann sich dieser mit der Zeit noch verändern. Selbst ich versuche noch, jedes Buch zu verschlingen, was ich in die Hände bekomme, nehme gute Hinweise und Tricks auf und verändere so meinen Weg immer wieder ein bisschen. Letzten Endes wollen wir doch alle dasselbe: Erfolg. Im Beruf, im Privatleben und an der Börse. Es gibt gewisse Regeln, an die man sich halten muss. Doch dann muss jeder seinen Weg finden. Dieser Weg besteht darin, dass man verschiedene Erfolgskomponenten, die bei anderen funktionieren, für sich selber testet, vielleicht ein wenig umwandelt und dann umsetzt. Ein Beispiel: In einem Buch beschreibt ein erfolgreicher Händler, wie hervorragend seine Methodik mit einer einfachen Divergenz im Indikator ist. Sie testen das, stellen aber fest, dass Sie mit einer einfachen Divergenz nicht zurecht kommen. Aber eine doppelte Divergenz passt dagegen optimal. Das meine ich mit "es gibt zwar viele gute Wegweiser, doch jeder muss dann den eigenen Weg finden". Im Leben und an der Börse gibt es keinen "Heiligen Gral".

Dann haben die teilweise sehr populären "Black-Box-Systeme" auch keine Existenzberechtigung?

Pring: Genau. Hier werden die Leute zwar an die Hand genommen, aber sie übernehmen praktisch keine Verantwortung für das, was sie tun. Und das ist ein wirklich essentieller Punkt. Erst wenn die Einsicht vorhanden ist, dass man nur selbst die Verantwortung für sein Tun übernehmen kann, kann man erfolgreich an der Börse spekulieren. Ich glaube nicht, dass man diese Verantwortung auf ein Black-Box-System übertragen kann und sollte. Da investiert man sein Geld besser in ein Chartprogramm und in eine fundierte Ausbildung im Bereich der Technischen Analyse.

Kommen Sie selbst überhaupt noch zum Handeln?

Pring: Kaum noch. Meine Aktivitäten haben sich immer mehr in Richtung Ausbildung verschoben – Bücher schreiben, Seminare geben oder Vorträge halten. "Trading is a business", dieser Satz ist sehr wichtig. Zudem – je kürzer der Anlagehorizont ist, umso mehr Zeit müsste ich für das Trading aufwenden. Und die habe ich durch meine anderen Aktivitäten kaum noch. Daher beschränke ich mich auf langfristige Strategien. Zudem hatte ich im letzten Jahr im November eine sechsfache Bypass-Operation. Das hat einen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, und spätestens seitdem mache ich fast nur noch das, was mir wirklich Spaß macht. Wie zum Beispiel hier mit euch im Pool zu liegen und ein Interview zu geben. Das habe ich noch nie gemacht, und ich finde es total lustig.

Martin, vielen Dank für dieses Gespräch.

Quelle: Technical Investor Nr.3, Okt. 2000, S. 44

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Am 01. und am 25. Januar 2014 hatte ich geschrieben, dass dieses Jahr an den Aktienmärkten nicht allzuviel zu erwarten ist. Vier Monate später sieht es nun tatsächlich nicht viel anders aus, als zu Beginn des Jahres. Schlappe +30 Punkte hat der SPX seit Anfang Januar geschafft. Zum Vergleich, in den letzten beiden Jahren hat er zu dieser Zeit über 100 Punkte zugelegt. Oben ist der Deckel drauf. Und je länger es dauert das Ding wegzusprengen, desto nervöser werden die Marktteilnehmer.

In diesem Jahr werden vom Markt mal wieder sehr viele "Trader" aussortiert, denn Seitwärtsmärkte raspeln ein Konto früher oder später zu Staub. Meine Erfahrung sagt mir, dass sich das Gezappel im Tageschart, früher oder später bis in die Minutencharts ausbreitet. Und dann wird es auch für Daytrader sehr ungemütlich. Denn es wird immer schwerer eine Richtung zu prognostizieren. Der Markt fliegt einem vom Open bis zum Close einfach nur um die Ohren.

Im Tageschart droht am Ende Flat top, market drop! oder die Seitwärtsphase wird so einschläfernd, dass genau dann der Markt dynamisch nach oben ausbricht, wenn sich alle im tiefsten Tiefschlaf befinden. Jetzt steht erstmal der böse Mai an und was der so macht, hatte ich auch schon erwähnt. Wie gesagt, nach oben will er nicht und die Wahrscheinlichkeit, dass es in Kombination mit dem Mai runtergeht steigt täglich. Solange sich der Markt innerhalb seines Kastens bewegt, sind Boden und Deckel als Ziele erstmal eine klare Sache. Ich gehe davon aus, dass sich der SPX die nächsten Monate zwischen den Marken 1800 und 1900 bewegt.

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Die Volatilität nimmt zu. Während die einen weiter auf neue Allzeithochs setzen, nehmen andere nach dem schier endlosen Uptrend Gewinne mit. Ein Kräftemessen zwischen Bullen die kaufen und Bullen die verkaufen sozusagen. Dazwischen mischen sich dann noch ein paar Bärchen, die meinen den Weltuntergang shorten zu müssen. Wir befinden uns also in einer Patt-Situation. Die von mir vermutete Bullenmarkt- und Uptrendpause der Märkte scheint zu beginnen. Charttechnisch muß aber noch einiges passieren, um wirklich sicher zu sein, dass wir uns in einer trendlosen Phase befinden. Der SPX hat die 1800 nicht mehr getestet, dafür direkt auf dem 50%-R. gedreht und wie prognostiziert die 1850 erreicht. Als Bonus gabs noch +20 Points on top. Sollte der Markt vom aktuellen Level bei 1870, nicht wie jetzt von mir erwartet in Richtung 1800 fallen, sondern direkt nach oben durchstarten, dann besteht die Möglichkeit, dass der SPX sogar ein neues Jahreshoch erreicht. Verkaufe im Mai und geh weg, muß dann kurzfristig nochmal überdacht werden.


Der DAX ist mal wieder speziell unterwegs und ich bin auch kein DAX-Trader und kein DAX-Analyst. Für mich einer der am schwersten zu handelnden Equity-Indizes. Das magere Volumen im DAX-Future von täglich knapp 100.000 Kontrakten spricht für sich. Im EuroStoxx 50, wo sich das smart money aufhält, werden jeden Tag 1,0-1,5 Millionen Kontrakte umgesetzt. Sollten sich die unzähligen Pseudo-Daxtrader-Verlierer in Deutschland vielleicht mal Gedanken drüber machen. Wie dem auch sei, der DAX tauchte nochmal kurz ab und das 62%-R. hat nur einen Tag gehalten. Immerhin brauchte man mindestens einen 70-Punkte-Stopp, um den Drop auszuhalten, bevor die Reise wie erwartet in Richtung 9500 Punkte losging.

Theoretisch kann man bei dem Gezappel jeden Tag eine neue Analyse raushauen. Da hab ich aber nicht so den Bock drauf. Also bleibt´s dabei, wenn sich signifikant Neues ergibt, wird auch analysiert.

In diesem Sinne, frohes Osterfest!

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Nach der letzten Analyse ist der SPX wie erwartet knapp 40 Punkte gestiegen, blieb dann aber in einer 20-Punkte-Range hängen. Zeitgleich wurde im DAX der Börsenspruch "Politische Börsen haben kurze Beine." umgesetzt. Die Angstverkäufe der Krim-Krise wurden direkt von Bullen mit Eiern gekauft. Dadurch lag das Mega-Buy-Kaufsignal in der Spitze knapp 600 Punkte im Plus. Der SPX hat sogar ein neues Allzeithoch geschafft, krebste aber doch irgendwie auf hohem Niveau nur herum. Dynamik sieht anders aus. Ein Mix aus Bullenfalle, 2B-Reversal und ODR hat dem SPX dann den Garaus gemacht. Und da lässt sich der DAX nicht lange bitten. Direkt von der oberen Trendlinie aus wurde die Reise nach Süden angetreten. Einer der Gründe war, dass Flug MH370 immer noch nicht gefunden wurde. Kann auch was anderes gewesen sein, bin bei Ausreden für Verluste nicht so im Bilde.

Der Beginn allen Übels.

Kurzfristig sieht der SPX nach Reversal aus. Neue Allzeithochs stehen aber erstmal nicht an. Das 50%-R. ist erreicht. Das 62%-R. liegt bei 1800. Möglicherweise wird die 1800 noch getestet, bevor es ab Dienstag wieder steigt. Sollte ein Reversal triggern, liegt der Zielbereich erstmal bei 1850.

Der DAX hat das 62%-R. bei 9230 fast erreicht. Eine Umkehr dürfte den Markt wieder in den Bereich 9500+ treiben.

Fazit: Die etwas unschönen Monate beginnen statistisch gesehen ab Mai. Es scheint, dass der Bullenmarkt in diesem Jahr pausiert. Gut möglich, dass die großen Aktienindizes grobgesehen zwischen dem SMA-200 und den bisherigen Allzeithochs hin- und herpendeln. Tendenz fallend.

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Endlich mal wieder eine Analyse und ein Blick in die Glaskugel, um in die Zukunft zu sehen! Das interessiert die Blogleser deutlich mehr, als die Positions-größenbestimmung. War auch nicht anders zu erwarten. Der SPX hat sich an den Mega-Buy/Hammer-Fahrplan der Analyse von Anfang Februar gehalten. Zwar gab es den erwarteten Rücksetzer bei 1800 nicht, aber über die nächsten 80 Pluspunkte waren Einstiege zu finden. Bei 1850 wurde es wie vermutet etwas holprig, bevor der Durchbruch zu neuen Allzeithochs kam. Momentan befindet sich der SPX in einer kurzfristigen Kaufzone. Unter 1830 wird die aktuelle Korrektur aber fortgeführt. Sollte das passieren, bietet sich die 62%/50%-Fibozone bei 1800/1795 als Ziel an.


Interessant sieht der DAX momentan aus. Nachdem er es trotz den andauernden Rufen nach der 10.000er Marke, auch beim zweiten Anlauf nicht geschafft hat sie zu erreichen, ging die Reise nach einem tieferen Hoch gen Süden. Als Gründe wurden die Krim-Krise, China und natürlich irgendwas aus der Eurokrise genannt. Ich sage Uli Hoeneß trägt auch eine Mitschuld, weil er seine Millionen aus dem Markt abgezogen hat, um endlich mal seine Steuern zu bezahlen und damit er etwas cash für den Knastkiosk hat! Der DAX befindet sich zurzeit jedenfalls in einer Mega-Buy-Kaufzone. Und was "Mega-Buy" bedeutet, hat der SPX ja erst kürzlich vorgeführt. Der DAX muß in der nächsten Upwelle das Hoch bei 9720 knacken. Schafft er das, sind sogar die 10.000 und mehr drin! Verhungert er allerdings vor der 9720, dann sieht es nicht so rosig aus. Für den Start der Upwelle bietet sich der aktuelle Bar im Tageschart an.

Fazit: Aktuell befinden sich DAX und SPX in Kaufzonen. Möglicherweise sind es erstmal die letzten, denn wenn es in der nächsten Upwelle keine neuen Allzeithochs gibt, könnten die langen Uptrends, aber nicht der Bullenmarkt beendet werden.

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Wenn ein Pro-Trader mit Livetrading vor Kleinanlegerpublikum achtmal hintereinander 100 EUR verliert, sind spätestens beim sechsten Verlierer 90% aller Leute weg und lachen sich einen ab, wie man nur so doof sein kann. Profis gewinnen doch eigentlich ständig, denn Verluste sammeln kann man ja selber. Das die Trades Nr. 9 und 10 jeweils 500 EUR verdienen, bekommt kaum noch einer mit. Am Ende der Veranstaltung gibt es dann für die meisten wieder einen offiziellen Verlierertypen mit großer Fresse, der inoffiziell erfolgreich handelt. Verluste kleinhalten und Gewinner pushen. That´s the game! Und genau das den tausenden von Verlierern und Gralsuchern beizubringen ist unmöglich, aber ein einträgliches Geschäft.

Die Positionsgrößenbestimmung, sozusagen das echte Moneymanagement(MM), entscheidet darüber ob man pleite geht, sich mit Breakeven über Wasser hält, oder ob das Konto durch geschicktes Geldmanagement linear steigt. Echte Trader wissen, dass ohne den Zinseszins-Effekt eine lineare Wachstumskurve nur schwer zu schaffen ist. Die Positionsgrößenbestimmung kann man in drei Kategorien unterteilen

  • Martingale
    Bei Verlusten wird die Position verdoppelt, um wieder auf Null zukommen.
    (Harakiri/Kamikaze-Trading)



  • Antimartingale
    Alle Gewinne werden reinvestiert.
    (Kann funktionieren, zerlegt einen aber in einer Drawdownphase ziemlich schnell)



  • Small Antimartingale
    Die Positionsgröße verändert sich relativ zu den erreichten Gewinnen/Verlusten.
    (Die optimale Strategie für Trader)




  • Positionsgrößenbestimmung ist wichtiger als Sie denken
    von Van K. Tharp, Ph.D

    Positionsgrößenbestimmung und Ihre persönliche Psyche sind die beiden wichtigsten Aspekte beim Trading, gleichzeitig aber wahrscheinlich auch zwei der am öftesten missachteten. Kapitel 14 der zweiten Ausgabe von "Trade Your Way to Financial Freedom" soll Ihnen dabei helfen, die Wichtigkeit von Positionsgrößenbestimmung zu verstehen. Bevor wir dieses Thema besprechen, möchte ich jedoch noch auf wichtige Hintergrundinformationen eingehen. Ich tendiere persönlich dazu Tradingsysteme immer im Kontext der Verteilung der R-Vielfachen zu betrachten, die diese produzieren. Und das durchschnittliche R (oder der Mittelwert von R) der Verteilung der R-Vielfachen eines Systems stellt den Erwartungswert des Systems dar. Dieser verrät Ihnen, wie viel Sie von einem durchschnittlichen Trade erwarten können.

    Ich stelle Ihnen nun also ein simples Tradingsystem vor. Dies ist wahrscheinlich einfacher, als jenes, das Sie zu Ihrem Trading heranziehen. 20 Prozent der Trades sind 10 R Gewinner, und der Rest der Trades sind Verlierer – 70% sind 1 R Verluste und 10% sind 5 R Verluste. Ist dies ein gutes System? Tja, wenn Sie danach streben viel Gewinntrades zu machen, dann ist es das bestimmt nicht, denn es weist lediglich eine Trefferquote von 20% auf. Wenn man nun jedoch das durchschnittliche R heranzieht, dann sieht man, dass es 0,8 R entspricht. Das bedeutet, dass Sie über eine große Anzahl von Trades durchschnittlich 0,8 R mit jedem Trade verdienen. Daher handelt es sich, wenn man es in den Kontext des Erwartungswertes bringt, um ein Gewinnsystem.

    Nehmen wir an, dass sie 80 Trades mit diesem System innerhalb eines Jahres getätigt haben. Durchschnittlich werden Sie ein Ergebnis von 64 R erzielen, was exzellent ist. Wenn R in Ihrem Fall 1% Ihres Depotwertes entspricht (was einer Methode der Positionsgrößenbestimmung entspricht), dann haben Sie am Ende des Jahres eine positive Rendite von 64% erwirtschaftet.

    Ich spiele oftmals ein Murmelspiel mit dieser R-Vielfachen Verteilung um Menschen etwas übers Trading beizubringen. Die R-Vielfachen Verteilung wird durch Murmeln in einem Sack repräsentiert. Es wird jeweils eine Murmel gezogen und danach wieder zurückgeworfen. Dem Publikum werden $100,000 zur Verfügung gestellt, und sie bekommen alle dieselben Trades.

    Nehmen wir nun an, dass wir 30 Trades durchführen, und diese wie in der Tabelle gezeigt auftreten:


    Wenn Sie einen Blick auf die unterste Reihe werfen, dann sehen Sie die totale R-Vielfachen Verteilung nach jeweils zehn Trades. Nach den ersten 10 waren wir mit 8 R im Plus, danach hatten wir 12 aufeinander folgende Verlierer und waren nach den nächsten 10 Trades mit 14 R im Minus. Danach hatten wir jedoch einen guten Lauf bei den letzten 10 Trades und waren mit 30 R im Plus. Nach den 30 Trades waren wir mit 24 R im Plus. Und wenn Sie 24 R durch 30 dividieren, dann erhalten Sie eine Stichprobenwahrscheinlichkeit für den Murmelsack, die exakt 0,8 R entspricht. Das bedeutet, dass die Stichprobenwahrscheinlichkeit akkurat der Wahrscheinlichkeit des gesamten Murmelsackes entspricht. Das passiert zwar nicht sehr oft, aber es passiert. Nehmen wir nun an, dass auch Sie dieses Spiel spielen, und Ihre einzige Aufgabe darin besteht festzulegen, wie viel Sie bei jedem einzelnen Trade riskieren, oder wie Sie die Positionsgrößen in diesem Spiel definieren.

    Wieviel Geld denken Sie, dass Sie gewinnen oder verlieren würden? In einem typischen Spiel wie diesem, wird etwa 1/3 des Publikums Pleite gehen (sie würden die ersten fünf Verlierer bzw. eine Serie von 12 aufeinander folgenden Verlusten nicht überstehen); ein weiteres Drittel des Publikums wird Geld verlieren; und das letzte Drittel der Teilnehmer wird typischerweise eine ansehnliche Menge Geld gewonnen haben – manchmal sogar über eine Million Dollar. Und in einer Gruppe von sagen wir 100 Personen, wird es, abgesehen von den etwa 33 die am Ende 0 aufweisen, 67 verschiedene Vermögenslevel geben.

    Dies zeigt Ihnen die Macht von Positionsgrößenbestimmung. Jeder im Publikum machte dieselben Trades, und zwar jene, die in der Tabelle gezeigt werden. Daraus folgt, dass die einzige Einflussgröße auf das Endergebnis, das von den Teilnehmern eingesetzte Kapital, also Ihre Positionsgrößenbestimmung war. Und durch diese einzige Variable waren am Ende Vermögenswerte zu beobachten, die sich in einer Spanne von 0 bis über 1 Million Dollar bewegten. Dies beweist, welche Bedeutung der Positionsgrößenbestimmung zukommt. Ich habe, so ganz nebenbei erwähnt, dieses Spiel schon mehrere Hundert Mal gespielt und bin immer wieder auf dieselben Ergebnisse gestoßen.

    Positionsgrößenbestimmung ist dermaßen wichtig, und ich würde Ihnen vorschlagen einen Blick in Kapitel 14 meines Buches zu werfen, denn bereits viele Personen haben mir erzählt, dass gerade dieser Aspekt zu einem Umbruch in Ihrem Trading geführt hat, sie nämlich von Verlierern zu Siegern verwandelt hat.

    Nun möchte ich die Positionsgrößenbestimmung definieren; Ihnen Ihr Ziel vorstellen, und Ihnen danach ein wenig erzählen, wie man sie betreibt. Zunächst stellen wir uns die Frage was Positionsgrößenbestimmung ist? Positionsgrößenbestimmung ist jener Teil Ihres Systems, dass Ihnen während des gesamten Trades über das „wie viel“ Aufschluss gibt. Und diese Variable wird, wenn wir davon ausgehen, dass Sie ein System mit positiven Erwartungswert verfolgen, gemeinsam mit Ihrer Psychologie 90% der Variabilität Ihrer Performance beim Trading kontrollieren. SIE SEHEN ALSO WIE WICHTIG SIE IST. Dennoch missachten viele Menschen diese Variable bei ihrem Trading gänzlich. Investmentfonds müssen beispielsweise 95% des Kapitals permanent in Positionen binden, und denken nicht viel über dieses Thema nach.

    Was ist das Ziel von Positionsgrößenbestimmung? Ich arbeite gerade an einem neuen Buch, welches „The Definitive Guide to Position Sizing“ heißt. Der Untertitel soll Ihnen dann erklären was der Zweck ist. Dieser liegt darin zu wissen, wie man Positionsgrößenbestimmung zur Zielerreichung einsetzt. Positionsgrößenbestimmung ist jener Teil Ihres Tradingsystems, der Ihnen dabei hilft Ihre Ziele zu erreichen. Vermutlich hat jeder unterschiedliche Ziele beim Traden, und es gibt wahrscheinlich eine unendlich große Anzahl von Möglichkeiten sich der Positionsgrößenbestimmung zu nähern. Dies ist sehr interessant, denn selbst die wenigen Personen, die über Positionsgrößenbestimmung geschrieben haben, haben diesen Aspekt falsch verstanden. Sie behaupten für gewöhnlich, dass Positionsgrößenbestimmung dazu entworfen wurde, Ihnen dabei zu helfen so viel Geld zu möglich zu verdienen, ohne in den Ruin getrieben zu werden. Was diese Autoren Ihnen jedoch tatsächlich vermitteln, sind allgemeine Statements über ihre persönlichen Ziele. Sie glauben, dass dies die Aufgabe von Positionsgrößenbestimmung ist.

    Es kann beispielsweise der Fall sein, dass Sie so viel Geld verdienen wollen, wie möglich, Sie jedoch in keinem Fall einen Drawdown von 20% akzeptieren würden. Das Ziel eines anderen kann darin liegen 100% zu erwirtschaften und keinen Drawdown von 50% oder mehr erleiden zu müssen. Diese Person würde jedenfalls einen Drawdown von 50% akzeptieren, um in den meisten Jahren einen Gewinn von 100% zu realisieren. Diese Person hätte einen völlig anderen Positionsgrößenbestimmungs-Algorithmus.

    Werfen wir also einen Blick auf das Spiel. Ich persönlich empfehle immer ein Prozent Ihres Kapitals zu riskieren, bis Sie Ihr System sehr gut kennen. Das bedeutet, dass Sie beim ersten Trade $1000 riskieren. Da dieser ein Verlierer ist (Wie man in der ersten Tabelle sehen kann) riskieren Sie nun 1% Ihres neuen Kapitals, also $990. Da auch der nächste Trade ein Verlierer ist, riskieren Sie nun $980. So riskieren Sie immer 1% Ihres Kapitals. Die Tabelle zeigt wie dies bei dieser bestimmten Stichprobe an Trades funktioniert hätte.


    Beachten Sie, dass Sie trotz der frühen Drawdowns überlebt hätten. Nach der langen Verlustserie haben Sie nur noch ein Kapital von 82018. Und am Ende wären Sie ein wenig im Plus. Sie würden das Spiel nicht gewinnen, da jemand, der ein unglaublich hohes Risiko eingeht, wie etwa alles beim sechsten Trade zu riskieren, für gewöhnlich das Spiel gewinnen wird. Der wichtige Aspekt ist jedoch, dass Sie überleben würden, und Ihr Drawdown kein allzu hohes Maß annehmen würde. Positionsgrößenbestimmung ist wirklich äußerst wichtig und ich empfehle Ihnen Kapital 14 meines Buches zu lesen, weil mir schon viele Personen gesagt haben, dass dies zu einer völligen Umkehr ihres Trading geführt hat. Sie wurden von Verlierern zu Gewinnern.

    © Traders Journal

    Van Tharp Institute



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    "So wie der Januar, so das Jahr." lautet eine Börsenweisheit. Diese Weisheit hat eine statistische Trefferquote von 90%. Der Januar war 2014 schlecht, als wird auch der Rest des Jahres schlecht. Wobei "schlecht" relativiert werden muß. Im ganz großen Bild befindet sich der S&P 500 in einem Bullenmarkt. Das bedeutet, selbst wenn der Index dieses Jahr schlecht performt, nicht aus der Hufe kommt, auf der Stelle tritt oder sogar fällt, ist der Bullenmarkt nicht in Gefahr. Das die Bullen noch leben, konnte man in der vergangenen Woche sehr gut feststellen. Am Montag ging es noch rasant auf neue Jahrestiefs, am Mittwoch wurde im Tageschart eine Hammer Candle produziert und am Donnerstag und Freitag wurde der Laden dann ordentlich gerockt! Ist das der Beginn einer Rally zu neuen Allzeithochs, wie wir sie schon oft gesehen haben in den letzten Monaten, oder ist es nur eine Korrektur im Downtrend, der sich nun weiter fortsetzen könnte?

    Die Kopfschulter-Formation hat soweit funktioniert, auch wenn die zweite Schulter es nicht mehr bis 1800 geschafft hat. Das Ziel bei 1700 wurde aber (noch) nicht erreicht. Muß auch nicht. Dafür könnte sich nun eine inverse Kopfschulter-Formation in einem Uptrend ausbilden und das ist mal ein richtig starkes Kaufsignal! Mein SPX-Handelssystem ist am Freitag jedenfalls auf Mega-Buy gesprungen! Ziel: Jenseits 1850. Bevor man blindlings reinspringt, sollte man allerdings die Eventualitäten abklopfen. Denn meine Analysen vom Januar sind nur wegen zwei starken Tagen nicht sofort hinfällig. Es bleibt dabei, in der Gegend um 1850/1900 ist die Luft sehr dünn. Viele Marktteilnehmer scheinen das auch so zu sehen, denn bei 1850 steckte der Markt fest und die Käufer blieben weg.

    Jetzt zum Kaufsignal. Fällt der Markt demnächst in die Gegend um 1770 oder sogar 1750, wird gekauft. Der Stopp liegt unter 1737. Die nächste Up-Welle sollte eine zweite Schulter ausbilden(muß aber nicht) und mit Schwung über das Allzeithoch bei 1850 schießen. Das ist erstmal der Plan. Kritisch wird es wenn er wieder bei 1850 hängenbleibt oder unter 1737 fällt. Mal schauen was passiert.

    Nicht unwichtig und sehr schön, ist auch die Hammer Candle im Wochenchart. Um dieses Reversal zu triggern, muß der Markt in der nächsten Woche über 1800 steigen. Was dann passieren kann, wurde im Tageschart ja eindrucksvoll bewiesen. Und immer dran denken, starke Kaufsignale, welche sich als Fehlsignale entpuppen, entfalten ihre Wirkung häufig in die entgegengesetze Richtung!

    Fazit: Es sieht aktuell für mich bullisch aus. Allerdings sollte man im Hinterkopf haben, dass bei 1850 herum die Luft weiterhin sehr dünn ist. Sollte die anstehende Up-Welle kein neues Allzeithoch schaffen, darf man sich bald mit Kursen unter 1700 anfreunden.

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