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Aus dem Nichts fielen die Märkte letzte Woche, bei schönstem Sommerwetter, ins Bodenlose. Alle wollten raus und niemand wollte rein. Die Volatilität und die Umsätze explodierten. Was den Computerhandel betrifft, der diese enormen Kurssprünge verstärkt, kann man nur sagen: Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los. Dramatische Einbrüche dieser Art sorgen meistens auch für zumindest kurzfristige, Veränderungen im Marktsentiment und natürlich für Zerstörung im Tageschart. Am Ende schloß die Woche im Plus. Da stellt man sich nun wieder die Frage: "Was bitte war das jetzt wieder für´ne abartige Show?"

Nachdem die großen Indizes erdrutschartig den SMA-200 durchbrochen hatten, war schnell klar, dass der Weg zurück an den 200er sehr lang wird. Man befand sich quasi von heute auf morgen in einem Bärenmarkt wieder. Denn über dem SMA-200 herrschen die Bullen und darunter die Bären. Trotzallem liefert mein Setup aktuell ein sehr starkes Kaufsignal! Das theoretische Kursziel: Neue Allzeithochs!

Jetzt kommen die Haken.
  1. In 2015 hat der S&P 500 eine Widerstandszone gebaut, die der Berliner Mauer gleicht.
  2. Ein QE der Fed wie in den letzten Korrekturen 2011 und 2014, läuft gerade nicht und es wird auch kein neues QE geben. Das QE der EZB taugt bekanntlich nichts für die Börsen.
  3. Die US-Zinsen sind nicht mehr bei 0% festbetoniert. Es steht eine Zinswende bevor.
  4. China und ein paar Schwellenländer stressen herum.
  5. Die 162% Fibonacci Extension im SPX ist ein Extrem.
  6. Death Cross im SPX. SMA-50 kreuzt SMA-200 von oben nach unten.
Das sind Gründe dafür, keine neuen Allzeithochs zu sehen. Mit Glück endet alles mal wieder in einer etwas größeren Range, die durchaus den ganzen Winter über laufen kann, bevor die Reise nach oben weitergeht. Denn die Wochencharts sind weiterhin im Uptrend und im Bullenmarkt. Und bis dort alles eindeutig auf Bärenmarkt und Baisse steht, wird es noch Monate dauern.

Sollten SPX und DAX in der nächsten Upwelle 2.135 bzw. 11.670 nicht brechen, dann ist für mich der Uptrend in den Tagescharts tatsächlich vorerst vorbei. In der letzten Korrektur wo dieses Szenario auftrat, hat es sechs Monate gedauert, bis sich der Markt wieder für einen eindeutigen Trend entschieden hat. Ob es ein Up- oder ein Downtrend sein wird, bleibt dann abzuwarten.

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Sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt! Das Asien für einen Crash gut ist, hatte ich schon im Dezember 2014 erwähnt und seitdem öfters wiederholt. China war so freundlich und hat der Welt mit der Sprengung seines Hafens in Tianjin mitgeteilt, dass der Aufschwung vorbei ist. Wo nichts mehr läuft, braucht man auch keinen Hafen! Den ganzen anderen fiesen Kram der sich über den Börsen seit Monaten zusammengebraut hat, erwähne ich jetzt nicht nochmal. Aber im S&P 500 kann man schön sehen, wie in einer langen Distributionsphase, ein Großteil der Aktien von den starken in die schwachen Hände gewechselt haben.

Der bevorstehende Dead Cat Bounce dürfte den SPX bis an die 2000 treiben. Anschließend ist höchstwahrscheinlich mit neuen Tiefs zu rechnen. Das im DAX das QE der EZB nicht funktionieren wird, hatte ich schon erwähnt. Das die starke QE-Rally keine Supports gebaut hat und der DAX bei einem Absturz direkt durchfällt auch. Das die 10.000 keinerlei Supportfunktion hatte, stimmt sehr bedenklich und zeigt deutlich die Dramatik die am Markt herrscht. Im DAX könnte ein Bounce den Index bis über 10.700 treiben, bevor neue Tiefs anvisiert werden. Auch wenn diverse schräge Uptrendlinien als Support dienen, haben die letzten Tage nicht nur die Charts, sondern auch das Sentiment zerstört. Auf ein baldiges Ende des Schocks und neue Allzeithochs wie nach dem Crash Korrektur 2014, würde ich mich diesmal nicht verlassen. Mein Trendmodell wird erst verzögert Signale liefern, aber der siebenjährige Bullenmarkt dürfte beendet sein. Wenn das klar ist, gibt es hier ein Update.

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Kein Grexit, vorerst. Nachdem BILD & Co wochenlang Griechenland-Bashing betrieben haben, machte die BILD in der Woche vor der Entscheidung eine Umfrage, um herauszubekommen was die Deutschen wollen. Über 80% waren natürlich für einen Grexit. Als Contrarian war mir dann schnell klar, wenn die Masse nach ihrer Meinung gefragt wird, sollte man das Gegenteil machen. Der Grexit war für viele schon ein festgezurrtes Ding und weil Europa dann untergeht, ist der DAX "sicherheitshalber" schon mal 600 Punkte gestiegen. Als der Grexit dann doch nicht kam, ging es weitere 500 Punkte rauf. Gespickt wurde der enorme Anstieg von über 1000 Punkten mit Gaps. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass Unmengen an Stopps, KO-Zertifikaten, Puts usw. förmlich pulverisiert wurden. Demnach war es keine von optimistischen Bullen geprägte Rally, sondern ein einziges Bärenschlachtfest.

Wie ich schon im Dezember im Jahresausblick für 2015 geschrieben hatte, wird Europa keinen Börsencrash auslösen, da das Niveau hier seit Jahren stabil niedrig ist. Es ist quasi kaum volkswirtschaftliche Fallhöhe vorhanden. Als Crashauslöser hatte ich Asien auf der Liste und damit bin ich schon etwas näher dran. Das läuft mit der wilden Zockerei der Chinesen auch ganz gut an, aber solange eine kommunistische Regierung das Sagen hat, sieht es mit einem echten Crash schlecht aus. Zuletzt haben sie mit wilden Maßnahmen einen Crash verhindert. Aber das war nur ein neuer Baustein, um die Blase weiter aufzublähen. China steht bei der Kreditfinanzierung zur Aktienspekulation, weltweit einsam an der Spitze. Mit Margin-Calls kann man in China die Straßen pflastern, denn die chinesischen Spekulanten stehen mit fast 300 Milliarden(!) Dollar bei ihren Brokern in den Miesen.

Theoretisch ist seit dem großen Crash 2008, alles was als systemrelevant eingestuft wird sicher. Die Retter stehen immer bereit. In den USA(QE), in Europa(QE+Griechenrettung), in Japan(QE+Zinsspielereien) und eben auch China(Zocker retten und fallende Messer auffangen). Interessant wird es, wenn den Rettern die Luft ausgeht oder sie keinen Bock mehr auf Rettung haben. Was dann passiert, konnte man im Januar beim Schweizer Franken beobachten. Die Schweizer Notenbank hat damals einem Markt ohne Beine, beide Krücken weggetreten. Ein klassischer Crash kann also nur durch einen externen und unerwarteten Schock ausgelöst werden. Dem schwarzen Schwan. Alles Ungemach welches sich schon vorher ankündigt, wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln glattgebügelt, um einen Crash zu verhindern.

Die bevorstehende Zinserhöhung der Amerikaner steht auch noch im Raum. Einen Crash werden die aber nicht mehr verursachen, weil zumindest die westlichen Märkte mehr als ausreichend auf eine Zinserhöhung vorbereitet wurden und werden. Trotzdem kann es gerade in den hochgepuschten Märkten, wie in China, zu einer plötzlichen Schieflage kommen. Zockende Reiskocher, Friseusen, Taxifahrer oder Essstäbchen-einpacker denken nämlich nur von zwölf bis Mittag. "Zinserhöhung in Amerika? Ja und?" Und plötzlich heißt es nur noch: "Rette sich wer kann!" Was auch immer das jetzt auf chinesisch heißt.

Schwarzmalerei! Denn andererseits heißt es auch, wenn alle auf den Crash warten, kommt er sowieso nicht.

Was meiner Meinung nach passieren kann, ist eine Wiederholung eines Bärenmarktes wie er Anfang des Jahrtausends stattfand. Das bedeutet, es wird keinen Crash geben der innerhalb kurzer Zeit alles auf den Kopf stellt, sondern es wird mittelfristig in einem waschechten Bärenmarkt langsam die Luft aus den Blasen gelassen. So wie es seit 2013 im Gold der Fall ist. Für die Weltwirtschaft wäre das jedenfalls ein "sicheres" Szenario.

Der DAX ist im Zuge des Griechenland-Desasters nicht wie vermutet bis 10500/10000 gefallen, sondern hat bei 10650 am SMA-200 gedreht. Knapp vorbei ist auch daneben. Der Wendepunkt, der für über 1000 Punkte gut war, wurde dafür zeitnah getwittert.

Der Downtrend ist für mich erstmal erledigt. Nun muß sich zeigen, was der DAX drauf hat. Schafft er neue Allzeithochs jenseits von 12400 oder war diese Korrektur der Anfang vom Ende? Rein charttechnisch steht jedenfalls alles noch auf Bullenmarkt.

Der SPX befindet sich weiterhin recht unspektakulär in seiner 2015er Range. Allerdings sitzt er auch direkt an der 161,8% Fibonacci Extension, berechnet aus dem 2008er Crash. Der RSI divergiert wie schon vor den großen Downtrends und Crashs der letzten Jahre.


Der Euro hat etwas verzögert auf die Ergebnisse der Griechenkomödie reagiert. Er hält sich aber weiter wacker. Europa besteht eben nicht nur aus maroden Griechen.

Das Gold hat es sich in seinem mittlerweile 2,5-jährigen Bärenmarkt gemütlich gemacht. Da dürfte bald nachgeschaut werden, was unter $1000 los ist.


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Der griechische Exit namens "Grexit" und die voraussichtliche Zinserhöhung der amerikanischen Fed, haben die Märkte fest im Griff. Während die Fed die Börsen gaaanz langsam auf die Zinserhöhung vorbereitet, benehmen sich die Europäer mal wieder wie ein Elefant im Porzellanladen, wie man so schön sagt. Zum Thema Griechenland werden jeden Tag irgendwelche Meinungen und Prognosen rausgehauen, die alle eines gemeinsam haben. Niemand weiß was wirklich passieren wird, bis es passiert! Den Vogel schoß aber Herr Draghi ab, indem er zu den extremen Schwankungen an den Anleihemärkten nur lapidar sagte, dass diese Volatilität nun normal sein wird und man sich daran gewöhnen sollte. Die Anleihemärkte sind die größten Märkte, an denen sich Großanleger tummeln und keine Hobbyzocker mit 1000 Euro-Konten. Mehr will ich zu dem Thema nicht schreiben, aber es zeigt mal wieder, was die Europäer von Börse und Kapitalismus halten. Sehr wenig.

Theoretisch stehen die Chancen gerade bei 50:50. Oder anders ausgedrückt: Grexit/ja : Grexit/nein. Das macht die Börsen schwer prognostizierbar. In den Jahren 2010/2011 hatten wir ein ähnliches Bild. Aufgrund der Planlosigkeit der europäischen Politiker, waren die Börsen damals stark politisch gesteuert und Prognosen fast unmöglich. Das war dann auch die Zeit, wo der Hochfrequenzhandel stark anstieg. Hochkapitalisierte Börsenteilnehmer haben nämlich damals nach Möglichkeiten gesucht, ihr Risiko in der Dauerfinanzkrise zu senken. Trotz allem haben die Börsen jeden Tag auf und bewegen sich mehr oder weniger stark. Deswegen mal ein Blick auf die Charts, um zu checken wo wir stehen und was passieren könnte.

Der SPX befindet sich seit Monaten in einer Range. Too high to buy, too low to sell. Stillstand und warten auf die Zinserhöhung/Grexit ist die Devise. Sollte die US-Zinserhöhung kommen, ist eher mit fallenden Kursen zu rechnen.


Der DAX hatte das prognostizierte Kursziel bei 12.500 fast erreicht, bevor er den Rückwärtsgang eingelegt hat. Minus 1.500 Punkte später könnte er nun bei 11.000 einen Boden ausbilden. Sollte es zu einem Grexit kommen, könnte es noch zu einer Schockwelle bis 10.500 oder sogar bis 10.000 kommen. Aber zwischen diesen beiden Marken, dürften sich meiner Meinung nach eine Menge Käufer einfinden. Sollte sich ein Boden ausbilden, steht sofort die nächste ganz große Frage im Raum: Wird der DAX es schaffen, sein altes Allzeithoch zu knacken? Das dürfte eine echte Mammutaufgabe werden!


EUR/USD konsolidiert seinen Crash. Mehr als eine Bärenflagge kann ich da momentan nicht erkennen. Bei spätestens 1.18 sollte die Korrektur beendet sein. Früher ist natürlich auch möglich. Dann heißt es entweder Doppelboden bei ca. 1.05 oder Parität.


Und noch eine Kurzanalyse ohne Chart für alle Rentner die Gold toll finden: Seitwärts im Bärenmarkt. Rendite: 0%.

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Geldwerte Artikel veröffentlichen die kaum jemanden interessieren, macht immer am meisten Spaß. Staubtrockene Texte über Finanzmathematik und nirgendwo ein bunter Chart, mit Wundersignalen zur verlustfreien Geldvermehrung. Kein Spezialindikator der konstant Trendwenden anzeigt und kein Handelsmuster, welches vollkommen nackt das Konto sehr schnell in den Himmel katapultiert. Kein Wort über einen brandneuen Markt(Binäre Optionen, *wtf...?) oder Bitcoin(*lol) an denen blutige Anfänger, im Gegensatz zur echten Börse, vermeintlich endlich mal richtig abkassieren können. Nichts zur neuesten Ordertool-Technik oder der heißen Börsensoftware, die angeblich auch denen einen Edge gibt, die noch nie einen hatten. Und last but not least, nichts zu neuen Billig-Brokern, die nur ein rostiger Briefkasten auf Malta sind, aber die deutschen Schnäppchenjägerkunden endlich mal "fair" behandeln. Alles abgearbeitet, aber wo steht denn nun der heilige Gral zur Geldvermehrung an den Börsen? Da, wo auch das Geldmanagement und die Risikokontrolle herumliegen.

Wieviel Money Management in der Praxis?

Wichtigster Bestandteil der Performance erfolgreicher Trader oder Handelssysteme ist ein solides Money Management. Während man auf der Suche nach Handelsansätzen oder technischen Indikatoren auf ein täglich wachsendes Angebot trifft, wird man auf der Suche nach erfolgversprechenden Money Management-Ansätzen kaum fündig. Warum sollte ein erfolgreicher Trader auch das Kernstück seines Erfolgs-geheimnisses preisgeben? Trotzdem gibt es einige Grundregeln des Money Managements, denen man bei der Analyse erfolgreicher Trader immer wieder begegnet.

Die meisten Trader beschäftigen sich intensiv mit der Frage: Wann in welchem Markt eine Kauf- oder Verkaufsposition eröffnen? Aufgrund eines prognostizierten Kurspotentials – oder, viel schlimmer: einer vorgefertigten Meinung – werden dann die vermeintlichen Gewinne bereits vor Positionseröffnung mental auf dem Konto gutgeschrieben. Für Profis dagegen fängt alles mit dem Risiko an. Profis stellen sich als erste Frage: Welches Risiko bin ich bereit einzugehen? Anschließend werden die potenziellen Verluste bereits vor Eröffnung der Position kalkulatorisch vom zur Verfügung stehenden Trading Kapital abgezogen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass man beim Trading in aller Regel wenig Einfluss auf die Marktentwicklung nehmen kann. Die einzigen Variablen, auf die der Trader aktiven Einfluss ausüben kann ist die Größe seiner Position, sowie die Ein- und Ausstiege. Damit aber wird implizit das eingegangene Risiko definiert.

Kontrolle

Das Augenmerk professioneller Trader liegt somit weniger in der Entwicklung des Marktes als auf der Bewertung und Steuerung der eingegangenen Risiken. Money Management beschreibt somit die Strategie, wie das vorhandene Spekulations- bzw. Investmentkapital eingesetzt werden soll und gibt eine Antwort auf die folgenden Fragen:

1. Wieviel Prozent des verfügbaren Kapitals soll eingesetzt werden?
2. Wieviel Prozent des verfügbaren Kapitals dürfen in einem einzelnen Trade riskiert werden?

Wichtigster Bestandteil der Performance erfolgreicher Trader oder Handelssysteme ist ein solides Money Management. Während man auf der Suche nach Handelsansätzen oder technischen Indikatoren auf ein täglich wachsendes Angebot trifft, wird man auf der Suche nach erfolgversprechenden Money Management-Ansätzen kaum fündig. Warum sollte ein erfolgreicher Trader auch das Kernstück seines Erfolgsgeheimnisses preisgeben? Trotzdem gibt es einige Grundregeln des Money Managements, denen man bei der Analyse erfolgreicher Trader immer wieder begegnet.

3. Welcher Hebel (Leverage, Exposure) wird gewählt?

Mit geeigneten Money Management-Methoden soll das vorhandene Kapital nicht nur erhalten, sondern optimal vermehrt werden. Der Erfolg der Kapitalanlage ist im Grunde genommen eine Sache des richtigen Money Managements. Nicht der große Kapitaleinsatz einer einzelnen Spekulation führt auf Dauer zum Erfolg, sondern die richtige Allokation des Kapitals auf die einzelnen Trades. Bei klugem Money Management wird der mögliche Verlust bei jeder einzelnen Spekulation so eingegrenzt, dass nach etwaigem Fehlgehen der Spekulation genügend Spekulationskapital verbleibt, um noch mehrere gleichwertige Versuche durchführen zu können.

Aus dieser Beschreibung ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen Money- und Risiko Management. Es wird deutlich, dass das Ziel des Money Managements die Maximierung des Profits ist. Demgegenüber hat das Risiko Management die Minimierung der Verluste zum Ziel. Diese Optimierungsaufgabe der beiden konträren Zielsetzungen hat einen fließenden Übergangsbereich, da sich die Anwendungen des Money- und Risiko Managements gegenseitig beeinflussen.

Höhere Volatilität
Das Resultat einer guten Money Management-Strategie wird mit Sicherheit eine höhere Volatilität in der Gesamt-Equity sein. Betrachtet man aber Performance zweidimensional als Ertrags-/Risiko-Verhältnis, dann erhält man eine bessere Charakteristik als bei vergleichbaren Systemen ohne Money Management. Bei guten Tradern liegt der durchschnittliche Gewinn der Trades um etwa 50% über den durchschnittlichen Gewinnen vergleichbarer Ansätze ohne Money Management, der durchschnittliche Verlust um etwa 20% höher. Das Resultat ist ein um circa 25% höheres Verhältnis von Gewinnen zu Verlusten.

Trading-Kapital

Die verschiedenen Money Management-Methoden, die im Folgenden beschrieben werden, beziehen sich alle auf das zur Verfügung stehende Trading-Kapital – dieses soll schließlich in optimaler Weise vermehrt werden. Unabhängig davon, wie kurz- oder langfristig der Trading-Ansatz gewählt wird, sollte als Trading-Kapital nur der Teil des Vermögens eingesetzt werden, der auf Sicht von mindestens fünf Jahren nicht benötigt wird und dessen totaler Verlust ohne existenzielle Risiken verkraftet werden kann.

Weiterhin stellt sich die Frage, was alles unter dem Trading-Kapital subsummiert wird? Diese Frage ist vor allem im Derivatehandel mit der üblichen „Mark-to-Market"-Bewertung und dem Margin-System von großer Bedeutung und hat entscheidenden Einfluß auf die Bestimmung des Risikos und der relativen Gewinne(Returns).

Es gibt drei Arten, das Trading-Kapital zu definieren:

1. Core Equity (Kernkapital- oder Nettokapital-Methode)

Bei dieser Betrachtungsweise wird jeder neueröffneten Position ein Betrag zugewiesen, der vom Gesamtkapital abgezogen wird. Angenommen, es steht ein Startkapital in Höhe von 100.000 Euro zur Eröffnung einer neuen Position im Bund-Future zur Verfügung. Das Money Management-System schreibt vor, dass dieser Position ein Betrag von 5.000 Euro zugewiesen werden muss. Dies bedeutet, dass anschließend für weitere neue Positionen nur noch 95.000 Euro zur Verfügung stehen. Soll beispielsweise noch eine weitere Position im Euro-Future eingegangen werden, bei der eine Money Management-Kapitalzuweisung von 3.000 Euro erfolgt, so muss dieser Betrag vom zur Verfügung stehenden Spekulationskapital von 95.000 Euro abgezogen werden. Am Ende der beiden Transaktionen steht noch ein Spekulationskapital in Höhe von 92.000 Euro zur Verfügung.

2. Total Equity (Gesamtkapital-Methode)

Bei dieser Methode wird das gesamte auf dem Spekulationskonto verfügbare Kapital zum Spekulationskapital gerechnet – einschließlich der bereits angefallenen Gewinne bzw. Verluste. Bei einem Startkapital von 100.000 Euro und einer Bund-Future-Position die mit 2.500 Euro im Gewinn ist, beträgt das nun zur Verfügung stehende Spekulationskapital insgesamt 102.500 Euro. Notiert der Bund-Future einen Tag später genau auf dem Einstandskurs, dann beträgt das Spekulationskapital 100.000 Euro. Dies sind immerhin 5.000 Euro mehr als bei der Core Equity Method.

3. Adaptive Core Equity (Angepasste Nettokapital-Methode)

Diese Methode kombiniert die beiden bereits besprochenen Methoden. Bei jeder neuen Position erfolgt eine Money Management-Kapitalzuweisung wie bei der Core Equity Method. Anschließend wird jedoch diese Zuweisung entsprechend einem sich erhöhenden oder vermindernden Risiko angepasst. Bei einem 100.000 Euro-Konto und einer Bund-Future Position mit einer Money Management-Kapitalzuweisung von 5.000 Euro beträgt das weiterhin zur Verfügung stehende Spekulationskapital 95.000 Euro. Bewegt sich nun der Bund-Future in Richtung der Trading-Position, dann reduziert sich gleichzeitig das Risiko bezogen auf den Einstandskurs.

Wird beispielsweise auf dem Einstandskurs ein Trailing Stopp platziert, d.h., unter Vernachlässigung des Overnight-Risikos und der Spesen kann in dieser Position kein Verlust mehr entstehen, dann erhöht sich das Spekulationskapital von 95.000 Euro auf die ursprünglichen 100.000 Euro. Die drei beschriebenen Modelle zur Definition des Trading-Kapitals verdeutlichen, dass die unterschiedlichen Ansätze auch zu einer unterschiedlichen Kalkulation der Positionsgröße führen können. Denn es ist schon ein Unterschied, wenn bei der gleichen Anzahl von Positionen das Restkapital 95.000 Euro oder aber 100.000 Euro beträgt. Werden gleichzeitig mehrere Positionen gehalten, dann vergrößert sich dieser Abstand immer weiter. Dies hat zur Folge, dass sich bei der Berechnung der für eine neue Position erforderlichen Kontraktanzahl unterschiedliche Werte ergeben.

Money Management-Modelle

Die Money Management-Modelle, die in dieser Beitragsreihe vorgestellt werden, basieren hauptsächlich auf der „Total Equity Method". Abweichungen werden im Text ausdrücklich erwähnt.

Money Martingale- und Antimartingale Strategien

Diese beiden Strategien werden vor allem von professionellen Spielern an den Spieltischen in Las Vegas angewandt und beinhalten in abgewandelter Form das Grundprinzip der meisten im Trading eingesetzten Money Management-Strategien. Bei der Martingale Strategie wird nach jedem Verlusttrade der Einsatz – in diesem Falle die Kontraktanzahl – verdoppelt. Das Risiko steigt demzufolge nach jedem Verlusttrade.

Bei der Antimartingale Strategie wird die Kontraktanzahl nach jedem Gewinntrade verdoppelt. Mit steigendem Gewinn wird somit auch das Risiko erhöht. Beide Ansätze gehen von der falschen Annahme aus, dass sich die Chance für einen Gewinn nach einem Verlust(Martingale) bzw. für einen Gewinn nach einem Gewinn(Antimartingale) erhöht. Richtig ist, dass die Chancen für einen Gewinntrade bei Tradeeröffnung immer gleich groß sind und 50% betragen. Dies gilt unabhängig von der Höhe des Erwartungswertes des gewählten Ansatzes.

Auf ein Grundprinzip, das bei der Antimartingale Strategie bereits angesprochen wurde, muss nochmals ausdrücklich hingewiesen werden, da es für die Anwendung erfolgreicher Money Management-Methoden essentielle Bedeutung hat: erhöhe das Risiko nur bei Gewinn, nie bei Verlust. Dies bedeutet konkret, dass Kontrakte nur dann nachgekauft werden, wenn die bereits bestehenden Kontrakte im Gewinn sind. Das „Verbilligen" – Nachkaufen von Verlustpositionen – ist einer der größten Fehler, den man beim Trading machen kann. Auf das Antimartingale-Grundprinzip lassen sich die Kernelemente aller erfolgreichen Money Management-Ansätze zurückführen.

Money Management-Ansätze

Die bekanntesten und wichtigsten Ansätze lassen sich in folgenden Gruppen zusammenfassen:
  1. Gewinner- und Verliererserien
    Nach einer Reihe von Gewinntrades oder Verlusttrades wird der Einsatz erhöht oder vermindert. Ebenfalls eine von den Spieltischen entlehnte Methode. In der einfachsten Form entsprechen diese Ansätze der Martingale- bzw. Antimartingale-Strategie.
  2. Kontrakt pro Fixum
    Es wird für jeden Trade ein fixer Betrag eingesetzt.
  3. Fixed Fractional
    Es wird ein fester Prozentsatz des zur Verfügung stehenden Kapitals investiert.
  4. Fixed Ratio
    Es wird ein fester Prozentsatz der aufgelaufenen Gewinne reinvestiert.
  5. Optimal f und Secure f
    Von dem Mathematiker Ralph Vince entwickelte und von RINA-Systems (eine in Trading-Kreisen bekannte Software Firma) weiterentwickelte Methode, die den Kapitaleinsatz des nächsten Trades am maximalen historischen Drawdown orientiert.
  6. Crossing Equity Curve
    Trades werden nur dann befolgt, wenn die Equity eine ansteigende Tendenz hat. Diese ansteigende Tendenz kann mit Hilfe der Instrumente aus der technischen Analyse bestimmt werden.
  7. Volatilitäts- und Risikobezogene Methoden
    In Abhängigkeit der Marktvolatilität bzw. des Marktrisikos wird die Höhe des Einsatzes festgelegt.
Die Fülle der aufgelisteten Methoden zeigt, dass die Auswahl der geeigneten Money Management-Methode keine einfache Aufgabe ist. Es ist notwendig, dass der Anwender die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze genau kennt, um die für seine Zwecke und für seine Risikotoleranz richtigen Ansätze einsetzen zu können.

Die Beispiel aus der Praxis

Ein kleines Beispiel aus der Praxis wird die Vorteile von Money Management verdeutlichen. Betrachtet werden zwei Trader:

Trader 1 wendet die „Pi-mal-Daumen"-Methode bei der Bestimmung der Kontraktanzahl an. Dies bedeutet, dass die Anzahl der zu handelnden Kontrakte pro Markt rein nach Gefühl bestimmt wird.

Trader 2 bestimmt die Kontraktanzahl so, dass er im ungünstigsten Fall 2,5% seines Trading-Kapitals verlieren kann. Diese Money Management-Strategie ist unter dem Begriff „Fixed Fractional" bekannt.

In Tabelle 1 sind die Parameter für beide Trader dargestellt. Beide halten identische Positionen in ihren Portfolios. Ebenfalls identisch sind die Stoppkurse für die Positionen. Für den DAX liegt der Stoppkurs (Wert: 2.500) ca. 16,67% unter dem Einstiegskurs bei einem Wert von 3.000 Punkten. Als Kapitaleinsatz wird die zu hinterlegende Margin eingesetzt. Hieraus ergibt sich auch der prozentuale Kapitaleinsatz. Einziger Unterschied sind die Anzahl der Kontrakte pro Position. Hieraus lässt sich in Verbindung mit dem Stoppkurs direkt das Risiko pro Position errechnen.

Bei Trader 1 sind dies für den Fall der DAX-Position 62.500 Euro oder 31.25% des gesamten Trading-Kapitals. Diesen Betrag würde Trader 1 verlieren, wenn seine Position zum Stoppkurs bei 2.500 Punkten ausgestoppt würde. Insgesamt ergibt sich für Trader 1 ein Risiko von 108.75% für den Fall, dass alle Positionen auf dem Stoppkurs ausgestoppt werden. Dies bedeutet, dass Trader 1 im ungünstigsten Fall mehr als sein gesamtes Trading-Kapital verlieren kann.

Bei Trader 2 sieht die Risikoseite ganz anders aus. Hier wird die Kontraktanzahl in der Weise bestimmt, dass bei negativem Verlauf und Erreichen des Stoppkurses maximal 2,5% des gesamten Trading-Kapitals verloren gehen. Dies führt dazu, dass eine Position im DAX-Future nicht eingegangen werden kann. In den anderen Futuresmärkten kann jeweils nur ein Kontrakt in der jeweiligen Position gehandelt werden. Dies führt dazu, dass das gesamte Risiko lediglich 9% der Gesamt Equity beträgt. Die verringerte Kontraktanzahl hat ebenfalls Auswirkungen auf die Höhe der zu hinterlegenden Margin. Diese beträgt bei Trader 2 lediglich 8.75% gegenüber 87.50% bei Trader 1.

In Tabelle 2 ist ein mögliches Ergebnis der Trading-Positionen dargestellt. Dabei wurde angenommen, dass die Positionen im S&P, DAX und Crude Oil mit Verlust auf dem Stoppkurs ausgestoppt wurden, während die Positionen im Bund-Future und T-Bond jeweils einen Gewinn von fünf Big Points ausweisen. Das Ergebnis für Trader 1 wäre für diesen Fall mit – 18.75% deutlich negativ, während Trader 2 mit einem ausgeglichenen Ergebnis zumindest sein Kapital erhalten hat.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass die von Trader 2 gewählte Money Management-Strategie nicht besonders spektakulär ist. Aber sie vermindert deutlich die Volatilität des Trading-Accounts, erzielt eine stabilere Equity und ist auf der Risikoseite um ein Vielfaches sicherer als das „Pi-Mal-Daumen"-Konzept.

Fazit:
Die Beispiele haben gezeigt, dass Money Management – die Frage nach dem „wie viel?" – nicht besonders aufregend und spannend ist. Im Gegenteil – es kann sogar sein, dass aufgrund des gewählten Money Management-Ansatzes vereinzelte Trades nicht durchgeführt werden können, da das Risiko zu hoch ist. Weiterhin wurde deutlich, dass bei fehlendem Money Management (Beispiel Trader 1) unter Umständen nur wenige Positionen gehalten werden können, da das Risiko der einzelnen Positionen so hoch gewählt wird, dass bereits bei wenigen Positionen die Margin-Obergrenze erreicht wird. Wird das Risiko einer jeden Position jedoch als Prozentsatz des gesamten Trading-Kapitals definiert, dann ist es auch möglich, mehrere Positionen in das Portfolio aufzunehmen. Dabei sollte der prozentuale Risikoanteil pro Position einen Wert von 3% nicht übersteigen. Ideal sind Werte zwischen 1% und 2%. Hierdurch wird eine breitere Diversifikation und somit ebenfalls eine weitere Risikoreduktion erzielt, ohne unbedingt auf eine gute Performance verzichten zu müssen.

©TRADERS´



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Der DAX hat das prognostizierte Kursziel im Bereich 12000 bis 12500 erreicht. Nun steckt er fest. Vor neuen Höhen haben die Marktteilnehmer Respekt(Angst). Von denen die investiert sind, will aber noch keiner verkaufen(Gier). Wohin die QE-Milliarden der EZB tatsächlich fließen ist mir unbekannt. Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass sie eher auf amerikanischen "Festgeldkonten" landen werden, sobald die Fed die Zinsen erhöht, statt in einem Index(DAX) der in fünf Monaten um 40% gestiegen ist. Der S&P 500 macht das, was ich schon im Dezember vermutet habe: Nichts. Diesem "Nichts" wird sich der DAX womöglich anschließen. Kurz gesagt, alle warten auf die US-Zinserhöhung und Europa zusätzlich auf die offizielle Pleite der Griechen. Beides sind Gründe Kasse zu machen.


Stillstand auf hohem Niveau.

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Bis jetzt trifft meine Januar-Prognose für das Jahr 2015 zu. Der S&P 500 schwankt in einer größeren Range hin und her, da alle auf eine Zinserhöhung der Fed warten. Voraussichtlich wird die Welle der Zinsanhebungen in den USA im Sommer 2015 starten. Gleichzeitig macht sich der Euro wie erwartet, auf den Weg Richtung Parität. Und man kann davon ausgehen, dass der freie Fall des Euro zum US-Dollar dort nicht sein absolutes Ende finden wird. Und während der Euro den Bach runtergeht, sorgt die EZB dafür, dass der DAX eine Rally gestartet hat, wie wir sie lange nicht gesehen haben. Doch dieser ganze Aufwertungs-, Abwertungs- und Luftpumpen-Mist sorgt für ein sehr großes Fragezeichen, welches wohl bei so manchem Marktteilnehmer graue Haare verursacht: Kann der DAX sich mit den QE-Milliarden vom amerikanischen Markt absetzen(was er noch nie längerfristig getan hat) oder würgt eine Zinserhöhung in den USA die DAX-Rally ab?

Was QE verursacht, haben die USA in den letzten Jahren eindeutig gezeigt. Die Realwirtschaft wird damit leicht angestubst, um sie in Fahrt zu bringen, während gleichzeitig eine Aktienrally in Gang gesetzt wurde, die mit der Realwirtschaft irgendwann nicht mehr viel zu tun hatte. Man kann es auch als Blase bezeichnen. Im Nachhinein kann man sagen, Ex-Fedchef Bernanke hatte mit seinem QE-Experiment Erfolg. Zumindest was das Anstubsen betrifft. Die Folgen für die Zukunft sind aber noch nicht abzusehen. Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Steigen die US-Zinsen, ist die Rally im S&P 500 erstmal vorbei. Im besten Fall endet alles in einer langen Range. Einen Crash wird es nicht geben, dafür sorgt die Fed. Aber einen längeren Bärenmarkt kann sie auch nicht verhindern.

Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der DAX aufgrund der QE-Luftpumpe der EZB, eine ähnliche Rally hinlegen wird wie der S&P 500 in den letzten Jahren. Das bedeutet, dass die 15.000 im DAX schon so gut wie sicher sind. Zinsen bei 0% + Geldregen = Aktienrally. Das ist die aktuelle Formel. Der DAX ist bekanntlich zum großen Teil in ausländischer Hand. Die Deutschen haben keine Aktien und CFD, Forex oder binäre Optionen haben mit dem DAX soviel zu tun wie Äpfel mit Steinen. Die Frage ist nun, gehen die Großinvestoren das Risiko der Luftpumpenrally im DAX ein, oder setzen sie ihrem Risikomanagement entsprechend auf sichere Zinserträge in den USA?

Was sagt die Chartanalyse zum DAX? Dort könnte die Freude über das QE der EZB den Index noch auf 12500 treiben, bevor dann der Chart an seinen extremen Levels scheitert. Für das Scheitern werden wohl die steigenden US-Zinsen sorgen, QE hin oder her. Im Monatschart hat der DAX ein signifikantes 161,8%-Fibonacci-Level erreicht. Desweiteren befindet sich der MACD an einem oberen Extremlevel, an dem er schon mehrmals scheiterte. Eine charttechnisch ähnliche Situation mit einem Erreichen des 161,8%-Fibo und ein MACD am Level der Schmerzen, gab es Ende der 90er Jahre. Das der DAX gerne nach oben, wie auch noch unten übertreibt, ist bekannt. Zu sehen ist das momentan an der Entfernung zum SMA-200 im Tageschart.


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Der Januar hat es in sich. Und wenn man dem Spruch "Wie der Januar, so das Jahr." Glauben schenkt, wird 2015 an der Börse ein wilder, volatiler Ritt. Amateure sagen jetzt: "Aha, kenne den Spruch." Profis wissen etwas mehr, denn sie haben Statistiken. In den letzten 85 Jahren traf der Spruch 62 Mal zu, Trefferquote: 73 Prozent. Gleich zu Beginn des Jahres gab es den ersten Crash. Der hat zwar nicht weltweit die Finanzmärkte bis in den letzten Winkel erschüttert, aber immerhin hat er in Teilbereichen der Finanzwirtschaft diverse Bombenkrater hinterlassen. Drumherum liegen Leichen und Trümmer und die Börse bestätigt eindrucksvoll meine Meinung, dass Börsenhandel Krieg ist. Der schwarze Schwan hat in Form der Schweizer Nationalbank(SNB) zugeschlagen und damit haben wir das erste Opfer im aktuell laufenden, weltweiten Währungskrieg. Die Schweiz. Nach der Entkopplung des Franken vom Euro, legte die schweizer Börse(SMI) den größten Absturz seit 25 Jahren hin. Respekt! Gleichzeitig wurden ein paar Forex-Buden und deren Kundenkonten komplett zerstört.

Das was die amerikanische Bundesbank(Fed) schon seit Jahren vor sich herschiebt, hat die SNB innerhalb eines Tages umgesetzt. Nämlich eine Entscheidung zu treffen und sie direkt umzusetzen, von der auszugehen ist, dass sie große Verwerfungen am Markt hervorrufen wird. Da die SNB aber am Ende pro Tag Milliarden verloren hat um den Franken zu stützen, blieb ihr keine andere Wahl, als den harten Cut zu machen. Diejenigen die nun vor einem Berg von Verlusten sitzen, halten die SNB für dumm und unverantwortlich. Die SNB hält die für dumm und unverantwortlich, die $1.000 haben und mit $1.000.000 an der Forex spekulieren. So gesehen hat die Aktion keinen Falschen getroffen. :-D

Dem DAX hat das alles ziemlich gut getan. Nach einer ersten Schockwelle explodierte der heimische Index dann auf über 10.000 Punkte und neue ATH.

Dann hat sich die Chinesische Volksbank(People’s Bank of China(PBoC)) gemeldet, weil sie ein paar dutzend Milliarden Yuan in die Banken pumpt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die schwächelt nämlich schon etwas länger. Gleichzeitig hat die PBoC angedeutet den Margin-Handel teilzuregulieren, damit die absurde Zockerei in China eingedämmt wird. Daraufhin gings erstmal 7% an der Börse nach unten.

Die Bank of Japan(BoJ) darf im Reigen der aktiven Notenbanken natürlich nicht fehlen. Die hat verkündet, erstmal keine weiteren Zilliarden Yen in den Markt zu pumpen. Schade.

Der nächste Klopper kam von der Bank of Canada(BoC). Die haben mal eben ihre Zinsen gesenkt. Gerechnet hat damit im Vorfeld allerdings niemand.

Und einen Tag später hat die Europäische Zentralbank(EZB) ihren Boss in Helikopter-Draghi verwandelt, der nun bis September 2016, jeden Monat 60 Milliarden Euro über Europa verteilt. Der DAX ging umgehend durch die Decke und der Euro macht sich wie schon im letzten Artikel erwähnt, auf den Weg in neue Tiefen. Die Parität zum US-Dollar innerhalb des laufenden QE-Zeitraums ist damit quasi besiegelt. Für alle die nicht so tief in diesem Thema sind, das europ. QE ist nicht mit dem amerik. QE vergleichbar. Was die EZB treibt, geht eher Richtung dem Trauma Japans. Die hatten nach ihrem QE in ähnlicher Situation, 20 Jahre Dauerkrise. Viel Erfolg, EZB!

Außerdem hat am großen Tag der EZB, die Dänische Notenbank zum zweiten Mal in einer(!) Woche die Zinsen gesenkt und nach der EZB-Entscheidung am Markt mit 7 Milliarden Kronen interveniert, um die Dänische Krone zu stützen.

Man darf gespannt sein, was die diversen Notenbanken dieser Erde demnächst noch so auf Lager haben! Der Januar steht jedenfalls fest im Zeichen der weltweiten Notenbanken. Und wenn die ihre Finger im Spiel haben, spielen die Märkte verrückt. Momentan die Notenbanken allerdings auch! Wenn das so weitergeht: Happy Gambling in 2015!

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