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Im deutschen Internet laufen zum Thema Börse und Trading ja fast nur noch Spinner und Opfer herum. Bei den Amerikanern zwar auch, aber die können im Gegensatz zu uns eine sehr lange Börsentradition vorweisen, welche nicht gerade wenige hocherfolgreiche Trader hervorgebracht hat. Eine deutsche Börsentradition hat es nie gegeben. Ab Mitte der 90er Jahre wurden mal kurz alle deutschen Privatleute von den Profis in den Markt gesogen, durchgekaut und bis ins Jahr 2003 ärmer wieder ausgespuckt. Das war´s dann für die nächsten Jahrzehnte mit dem Thema Börse + Privatleute. Was sich seitdem dort mit Zertifikaten, OS, CFD, FX, binären Optionen und hastenichtgesehen Müll herumtreibt, kann man nicht ernst nehmen. Und weil viele langsam selber merken, dass das alles Käse ist der nichts oder kaum was bringt, werden sie neuerdings Trading-Coach. Da man den größten, deutschen Trader aller Zeiten aber nicht vergessen und vorallem kennen sollte, habe ich mal das 13 Jahre alte Interview mit Traderlegende Paul Rotter rausgekramt.

Paul Rotter ist mit neun Jahren aus der damaligen Tschechoslowakei nach Deutschland gekommen. Hat später dann bei einer Bank ein bisschen was gelernt und sich dort an jemanden gehängt der wirklich handeln konnte. Rotter war in seinen besten Zeiten ein Extremscalper in den deutschen Zins-Futures an der Eurex. Aufgrund seiner Strategie wurde er "Der Flipper" genannt. Im Prinzip hat er damals Hochfrequenzhandel per Hand betrieben. Respekt! Oft hat er bis zu 250.000 Kontrakte pro Tag(!) gehandelt. Damit hat er $65-70 Millionen im Jahr verdient. Zehn fucking Jahre lang. Rotter ist kein Trading-Coach, kein Seminarhansel, kein Buchautor und er ist auch nicht bei Twitter, Facebook, Youtube, Instagram oder in Börsenforen unterwegs. Keine Zeit, er muß handeln. Weil er´s kann. Paul Rotter hat eine Vermögensverwaltung. Natürlich auf den Bahamas, weil es da schöner ist als in Deutschland, in der Schweiz und in Dubai.

Paul Rotter hat geschafft, wovon 99,9 Prozent der Marktteilnehmer träumen. Er gehört zu den besten Tradern der Welt und ist einer der so genannten "Big Player" an der Eurex. Seine Gegenspieler nennen ihn ehrfurchtsvoll "Mr. Big". Mit Tagesumsätzen, die im Durchschnitt bei 150.000 Roundturns, an Spitzentagen sogar bei 250.000 Roundturns in den Zins-Future (Bund, Bobl, Schatz) pro Tag liegen, nimmt Rotter einen prominenten Platz in der virtuellen "Hall of Fame" der Eurex ein und verweist selbst die großen US-Mega-Stars wie Tom Baldwin (Bonds) oder Lewis Borsellino (S&P 500-Pit) auf ihre Plätze.

Um sich die Dimensionen Rotters außergewöhnlicher Leistung zu verdeutlichen, braucht man nur den Wert der von ihm gehandelten Futures-Kontrakte (je 100.000 Euro) als Bemessungsgrundlage heranziehen. Demnach "bewegt" Rotter in den Rentenmärkten bis zu 50 Milliarden Euro pro Tag (= 500.000 Halfturns * 100.000 Euro ). Das sind Beträge, die viele Großbanken im Futures-Bereich nicht in einem ganzen Jahr handeln. Wenn sich die Märkte nur um ein paar Ticks verändern, kann sein Trading-Konto bei seinen größten Positionen schnell mal eben im Wert eines komfortablen Einfamilienhauses mit "nettem" Grundstück steigen oder fallen.
Diese Stellung musste sich Paul Rotter hart erarbeiten. Eine schmerzliche, aber lehrreiche Pleite zu Beginn seiner Karriere, intensive Beobachtung der Märkte, unzählige Research-Stunden vor dem PC und der Wunsch nach ständiger Verbesserung gingen dem Erfolg voraus. Mittlerweile bedient Rotter das Keyboard seines Trading-Rechners so schnell, dass seine Aktionen mit dem bloßen Auge kaum nachzuvollziehen sind.


Herr Rotter, können Sie unseren Lesern kurz schildern, welches Schlüsselerlebnis dazu führte, dass Sie sich plötzlich für die Börse interessierten?

Rotter: Es gab für mich eigentlich kein signifikantes Erlebnis, wie z.B. den Kauf der ersten Aktie. Vielmehr wuchs das Interesse bereits, als ich mir noch keine eigenen Aktien leisten konnte. Ich habe als Schüler bei diversen Börsenspielen mitgemacht und dabei die ersten Erfahrungen gesammelt und Grundkenntnisse erworben.


Wie sind Sie dann zum professionellen Trading gekommen?

Rotter: Während meiner Ausbildung zum Bankkaufmann kam ich zum ersten Mal mit Derivaten in Kontakt, als ich für einige Wochen "Orderexecution" an der damaligen DTB machen durfte. Zu dieser Zeit wuchs bei mir die Faszination für das Screen-Trading, obwohl ich damals im Stile eines "Casinoplayers" Optionsgeschäfte auf meinem Privatkonto tätigte, welche mein ohnehin nicht vorhandenes Kapital stark reduzierten. Mit meinem Privatkonto im tiefroten Bereich habe ich sogar (nicht ganz freiwillig) die Bank verlassen müssen. Ich konnte dann aber gleich danach bei einem japanischen Handelshaus in Frankfurt als Juniortrader anfangen, was sich später als größter Glücksfall meiner Karriere herauskristallisierte. Denn dort durfte ich nach dem "Learning-by-doing"-Prinzip sofort mit einer einstelligen Kontraktzahl ohne weitere Einschränkungen loslegen. Man gab mir sogar ein Jahr Zeit, um profitabel zu werden.


Wie haben Sie die Stelle bekommen? Gab es eine Annonce oder haben Sie sich blind beworben?

Rotter: Ich hatte mich damals blind bei mindestens 50 Instituten in Franfurt und auch in London beworben.


Wurden Sie bei diesem „Learning-by-doing“-Prozeß ins kalte Wasser geworfen oder hat man Ihnen damals einen Mentor zur Seite gegeben, der Ihnen die Grundlagen des Orderbuch-Scalpings beibrachte und Sie coachte.

Rotter: Einen richtigen Mentor hatte ich nicht. Am Anfang konnte ich mich aber mit dem Cheftrader Ajisaka austauschen, der fast jeden Tag Profit machte und sogar die Positionen seines damaligen Chefs "hedgte", wenn er der Meinung war, dass dieser falsch läge. Ich hatte viele lange Gespräche mit ihm über die Marktpsychologie, insbesondere an schlechten Tagen. Das hat mir damals sehr geholfen.


Wie lief Ihr Trading? Waren Sie von Anfang an erfolgreich?

Rotter: Ich habe schon nach sehr kurzer Zeit zirka 100 bis 150 Einzeltrades pro Tag getätigt, was sich bis heute nicht wesentlich geändert hat. Dies hat zwar bei der japanischen Belegschaft zunächst für Kopfschütteln gesorgt, man ließ mich aber weitermachen. Toll war, dass ich in den ersten drei Jahren keinen einzigen Verlustmonat hatte. Erst später, mit stark steigenden Positionsgrößen, habe ich dann hin und wieder "so richtig eins auf die Nase bekommen". Insbesondere zu der Zeit, als die Eurex die ersten Terminals in den USA zuließ und einige neue Big Player in den Markt kamen, wie z.B. Harris Brumfield aus Chicago, musste ich Federn lassen.


Man sagt, dass jeder große Trader mindestens eine große Pleite erlebt haben muss, um ein erfolgreicher Top-Trader zu werden. Wie sah Ihre Pleite aus und welche Lehren haben Sie damals daraus gezogen?

Rotter: Wie bereits erwähnt, hatte ich während meiner Bankausbildung eine "schlechte Phase" auf meinem Privatkonto, wobei ich damals natürlich keinerlei Erfahrung, geschweige denn ein persönliches Risikomanagement hatte. Später waren die ersten siebenstelligen Verlusttage für mich psychologisch belastend. Als ich eines Tages mal bei einer Art "Blackout" über zweieinhalb Millionen Euro in den Sand setzte, war ich kurz davor mit dem Trading aufzuhören. Ich besaß noch genügend Kapital, um unbesorgt leben zu können und wollte mir diese psychischen Nackenschläge eigentlich nicht mehr antun. In dem darauf folgenden, vierwöchigen Urlaub wuchs bei mir jedoch die Motivation, den Kampf wieder aufzunehmen. Ich konnte dann innerhalb relativ kurzer Zeit diesen Verlust wieder wettmachen, so dass ich aus dieser Situation gestärkt hervorgetreten bin.


Hat sich Ihre Einstellung zu den Märkten seither geändert?

Rotter: Mit der zunehmenden Erfahrung bezüglich größerer Verlusttage und darauf folgender guter Phasen hat sich natürlich meine Sensibilität für Verluste verringert. Ich weiß, dass ich sie wieder aufholen kann. Das hat dazu geführt, dass ich an schlechten Tagen schneller bereit bin, das Trading für den Tag einzustellen und mittlere oder kleinere Verluste zu akzeptieren, als die Verluste mit einer Brechstange wieder reinholen zu wollen.


In unserem April-Heft hat die Psychologin Monika Müller ein aufgabenbezogenes Teamrollenmodell von Meredith Belbin vorgestellt, mit dem Trader ihr Rollenprofil festlegen können. Dürften wir Sie bitten, uns Ihr Profil zu erstellen?


Rotter: Macher – Koordinator – Neuerer.


Was zeichnet einen Weltklasse-Trader wie Sie sonst noch aus? Wodurch unterscheiden Sie sich Ihrer Meinung nach von anderen Tradern? Was sind Ihre Stärken?

Rotter: Die Fähigkeit in Gewinnphasen aggressiver zu werden und größere Risiken einzugehen, in Verlustphasen dagegen genau das Gegenteil zu machen. Dies widerspricht normalerweise dem Naturell des Menschen. Am besten man hat eine Person die nichts mit Traden am Hut hat, an seiner Seite, die ab einer vorher festgelegten Verlustsituation den Trading-Terminal abschaltet und den Trader nach Hause schickt.


Sie sind als Orderbuch-Scalper bekannt. Können Sie unseren Lesern kurz erklären, was ein Orderbuch-Scalper macht und wie in etwa Ihre Handelsstrategien aussehen. Welche Taktiken benutzen Sie dabei?

Rotter: Es ist eine Art Market Making, bei dem man gleichzeitig Kauf- und Verkaufsorders im Markt platziert und seine Handelsentscheidungen sehr kurzfristig aufgrund bestimmter Ereignisse im Orderbuch trifft. Die Positionen werden nur sehr kurzfristig gehalten (Scalping = herausschneiden einer kleinen Marktbewegung). Ich habe beispielsweise in mehreren verschiedenen Futures gleichzeitig sehr viele Orders eng am Markt. Die daraus resultierenden Trades egalisieren sich meist ergebnismäßig, weil ich mal etwas kaufe und anderswo etwas verkaufe. Dadurch bekomme ich aber ein sehr gutes Gefühl für die Marktstimmung, um dann gezielt den einen oder anderen großen Trade zu platzieren.


Wie lange halten Sie im Schnitt eine Position?

Rotter: Da ich sehr selten einen "Single-Trade" (= Trade, um die Kursbewegung in eine Richtung auszunutzen) habe, sondern wie beschrieben, meistens immer wieder neue Ausführungen auf beiden Seiten im Orderbuch bekomme (sowohl auf der so genannten Bid-Seite = Käufer als auch auf der Offer-Seite = Verkäufer), habe ich oft stundenlang wechselnde Positionen in verschiedenen Märkten, wobei sich meine Marktmeinung manchmal alle paar Minuten ändert bzw. auch ändern muss. Dies fällt mir relativ leicht, da ich bei meinen Trades meistens sowieso nur auf die nächsten 3 bis 5 Ticks sehe.


Waren Sie während Ihrer professionellen Laufbahn schon immer ein Orderbuch-Scalper oder haben Sie es auch mit anderen Methoden versucht, zum Beispiel Swing- oder Momentum -Trading?

Rotter: Ja, allerdings passe ich mein Trading immer wieder an bestimmte Marktsituationen an. So habe ich an sehr volatilen Tagen natürlich wesentlich weniger Orders im Markt und mache viel mehr Single-Trades, wobei ich diese oft nur für ein paar Sekunden aufrechterhalte.


Sie sind hauptsächlich im Eurex Futures Markt tätig, welche Kontrakte handeln Sie gerne und warum? Gibt es bestimmte Kontrakte, die besser geeignet sind für Orderbuch-Scalper als andere?

Rotter: Ich bin jetzt seit über zehn Jahren in den Zinsfutures der Eurex tätig. Diese Märkte haben sich während dieser Zeit natürlich immer wieder geändert, insbesondere in Bezug auf Liquidität. Für mich ist große Liquidität von Vorteil, andere mögen lieber illiquide Märkte. Das hängt von der Handelsstrategie ab.


Ist Ihre Form des Tradings nur an elektronischen Börsen möglich?

Rotter: Grundsätzlich ja, weil man im Trading-Pit nicht gleichzeitig so viele Orders handhaben kann und man erst nach einem Handelspartner suchen muss, während man in einem elektronischen Orderbuch sofort traden kann und die elektronischen Märkte weniger manipulationsanfällig sind.(Anmerkung mz: Ja, das waren noch Zeiten damals!)


Versuchen Orderbuch-Scalper immer die Stopps im Markt zu finden und auszunehmen?

Rotter: Das ist sicher so, wobei durch die stark steigende Liquidität in den vergangenen Jahren die Stopps nicht mehr so oft schnelle "Spikes" (= plötzliche markante Kursausbrüche) verursachen. Oft sind die Stopps auch nicht mehr dort, wo man sie vermuten könnte, da die anderen Marktteilnehmer auch nicht dumm sind bzw. in den letzten Jahren dazugelernt haben.


Welche Rolle spielt das Risikomanagement in Ihrem Trading?

Rotter: Ich setze mir grundsätzlich Tagesziele und Limits für meine "P&L" (= Profit- und Loss), wobei das wichtigste für mich das Stopp-Limit ist, also die Verlustgröße, bei der ich meine Bildschirme abschalte. Meine größten Positionen liegen im fünfstelligen Kontraktbereich, wobei ich keine speziellen Money Management-Techniken verwende.


Was machen Sie, wenn eine Position plötzlich gegen Sie läuft? Benutzen Sie Stopp-Loss Orders?

Rotter: Ich versuche grundsätzlich meine Positionen immer sofort zu liquidieren, wenn sie gegen mich laufen, wobei dies bei größeren Positionen oft schwierig ist, weil ich den Markt dann natürlich weiter gegen mich bewege und andere Trader eventuell in die gleiche Situation geraten, was die Bewegung noch beschleunigt. Meist kann ich anschließend einen Teil der Verluste aufgrund meines Wissens über das Zustandekommen der Bewegung wieder reinholen.


Warum haben Sie kein Problem damit, Ihre Position zu schließen und sogar in die entgegen gesetzte Richtung zu traden? Sollte ein guter Trader nicht eine Meinung haben und auch dazu stehen?

Rotter: Nein, ganz im Gegenteil. Ein Börsenguru oder Analyst muss vielleicht zu seiner Meinung stehen, aber ein Trader sollte am besten gar keine Meinung haben. Je mehr Meinung man ins Spiel bringt, desto schwerer kann man sich von Verlustpositionen verabschieden.


Welche Rolle spielt die Marktpsychologie für Sie?

Rotter: Ich versuche immer die Psychologie des Marktes zu lesen bzw. zu spüren, um dann meine Entscheidungen zu treffen.


Wie gehen Sie mit störenden Gedanken und Emotionen um?

Rotter: Im Notfall mit einer kalten Dusche oder mit dem Sprung in einen kalten Pool.


Gibt es da einen Trade, der Ihnen besonders in Erinnerung blieb? Wie sah der aus?

Rotter: Vor ein paar Jahren konnte ich durch eine große Verkaufsorder noch größere Stopps im Bund-Future auslösen und innerhalb weniger Sekunden knapp 40 Ticks mit ein paar Tausend Kontrakten verdienen, was heute aufgrund der gestiegenen Liquidität im Orderbuch kaum noch möglich ist.


Wie sieht Ihre Vorbereitung für den Trading Tag aus? Gehen Sie systematisch vor, haben Sie Routinen für den Tagesablauf oder nehmen Sie den Tag quasi wie er kommt?

Rotter: Vor Börseneröffnung bzw. Trading-Beginn überprüfe ich grundsätzlich erst einmal alle Wirtschaftstermine sowie alle möglichen kursbeeinflussenden Ereignisse, die an diesem Tag passieren könnten (z.B. Reden von Zentralbankoffiziellen). Dann versuche ich, alle wichtigen Levels in meinen Märkten festzustellen. Dies geschieht durch eigene Analysen sowie durch das Lesen von Analystenkommentaren. So bekomme ich ein Bild von dem, was eventuell wichtig sein könnte. Die Marktmeinungen anderer Börsenteilnehmer interessieren mich hingegen überhaupt nicht, da man sich nur beeinflussen lassen würde.


Wie sieht Ihre mentale Vorbereitung auf den Tradingtag aus?

Rotter: Es gibt da nichts Spezielles, ich bin grundsätzlich immer motiviert den Kampf aufzunehmen. Ich betrachte das Trading mehr als einen sportlichen Wettkampf und versuche den Gedanken an Geld komplett wegzulassen.


Wie viele Stunden sitzen Sie täglich vor den Bildschirmen und wie viel Zeit nimmt dann das eigentliche Trading in Anspruch?


Rotter: Im Moment sitze ich zirka fünf Stunden ununterbrochen vor dem PC und bin in dieser Zeit auch aktiv. Bei Spezialereignissen können es aber auch schon mal elf Stunden am Stück sein. In dieser Zeit habe ich ständig wechselnde Positionen, außer an sehr umsatzschwachen Tagen.


Das ist sicherlich enorm anstrengend. Wie schaffen Sie es, so lange voll konzentriert zu sein?

Rotter: Das haben sich die japanischen Kollegen, die ja als arbeitswütig gelten, vor zehn Jahren auch schon gefragt. Es ist für mich eine Art Spiel, in das man sich so vertieft, dass die Zeit irgendwie sehr schnell vorüber geht und die Anstrengungen hier mehr im physischen (z.B. Belastung der Augen) als im psychischen Bereich liegt.


Welchen Ausgleich gönnen Sie sich sonst noch für all den Stress?

Rotter: Ich mache viel Urlaub und treibe viel Sport.


Wie sieht Ihre technische Ausrüstung aus? Benutzen Sie eine besondere Handelsplattform, Software oder Soundmachines bzw. Squawk-Boxen?


Rotter: Meine Handelsplattform ist der MD-Trader von Trading Technologies. Daneben habe ich Reuters, Bloomberg, CQG und eine USD-Squawkbox.


Wie funktioniert eine USD-Squawkbox und welchen Nutzen können Sie daraus ziehen?

Rotter: Sie können sich in den USA Kommentatoren anmieten, die ihnen direkt vom jeweiligen Trading-Pit das aktuelle Handelsgeschehen über Lautsprecher mitteilen. Dadurch erfahren sie einige Details über aktuelle Kurse ("Quotes"), Umsätze, Marktteilnehmer und Entwicklungen. Dieser Setup hat für mich den Vorteil, dass ich die "Squawkbox"-Informationen schneller aufnehme, weil ich sie permament höre und nicht erst auf den Bildschirmen danach suchen muss. Die USD-Squawkbox verwende ich, weil die Entwicklung des Euros gegenüber dem Dollar in den letzten Monaten oftmals Einfluss auf die Zinsmärkte hatte. Diese Effekte ändern sich aber auch. So beeinflussen momentan beispielsweise die Rohölpreise den FDAX usw..


Welche Timeframes bei den Charts setzt ein Orderbuch-Scalper wie Sie ein, der im Prinzip doch alle relevanten Informationen aus dem Orderbuch bekommt? Verwenden Sie auch Chartpattern und Indikatoren?

Rotter: In der Regel 5 bis 30 min-Charts, um mir Trendlinien und Indikatoren anzusehen. Allerdings bevorzuge ich meist die zeitlich unabhängigen Point&Figure-Charts, weil mir diese zum Teil klarere Formationen bzw. Chartpattern bieten (z.B. Triple Top). Und bei den Indikatoren schaue ich mir ganz gerne den CCI an, weil dieser auch die Volatilität der Märkte aufzeigt.


Sind Trendlinien, Pivot Points oder Indikatoren usw. für Sie wichtig?

Rotter: Sie sind für mich sogar sehr wichtig, weil ich weiß, dass sich andere Trader daran orientieren und ich damit Informationen erhalte. Meine Handelsentscheidungen treffe ich dann aber nach anderen Kriterien.


Halten Sie es für möglich, dass einzelne Trader einen ganzen Markt beeinflussen können?

Rotter: Nein, meines Erachtens kann ein einzelner Marktteilnehmer die Märkte niemals rund um die Uhr alleine im Griff haben. Es gibt immer mehrere Big Players im Markt. Nehmen Sie beispielsweise den Bund-Future, den umsatzstärksten Futures-Kontrakt der Welt. Es werden fast täglich über eine Million Kontrakte gehandelt. Wenn beispielsweise aus dem nichts heraus ein Trend einsetzt, ohne große Korrekturen zu zeigen, könnte ich mich dagegen stellen wie ich wollte. Ich würde den Markt trotzdem nicht aufhalten können, weil dahinter viel größere Kräfte wirken als ich sie aufbringen kann. Außerdem haben sich seit einiger Zeit so genannte "Analytics"(computergestützte Orderbuch-Scalper) hinzugesellt, die auch mir das Leben schwerer machen. Meines Wissens erforschen sie systematisch die Eigenarten und Verhaltensweisen des Orderbuches und setzen die Erkenntnisse daraus in Form von voll automatisierten Handelssystemen um. Weil sie oftmals in mehreren Märkten gleichzeitig agieren, vermute ich, dass diese Computer-Freaks aus dem vollautomatisierten Spread- und Arbitrage-Handel kommen.


Wie muss ein Trader vorgehen, wenn er es mit der Methodik des Orderbuch-Scalpers versuchen will?

Rotter: Er muss den Markt und das Orderbuch lange Zeit beobachten, um ihn lesen zu lernen bzw. ein Gefühl für die Bewegungsmuster zu bekommen.


Gibt es einen Rat, den Sie unseren Lesern geben können, damit diese erfolgreicher traden können?

Rotter: Man sollte auf jeden Fall nicht halbherzig und nebenbei traden, sondern sehr professionell und gut informiert an die Sache herangehen. Lesen Sie Tradingbücher und besuchen Sie gute Trading-Seminare, um bestens vorbereitet zu sein. Außerdem muss man grundsätzlich davon ausgehen, dass "IMMER ALLES" passieren kann, insofern sollte beispielsweise die Toilette nicht zu fern vom Trading-Desk entfernt sein.


TRADERS´© TRADERS´ media GmbH

www.rotterinvest.com

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Nach der letzten Analyse gab es im S&P 500 noch einen kurzen, aber gewaltigen Kaufrausch von Trump-Fanboys, bevor Kollege SPX dann wie erwartet den Rückwärtsgang eingelegt hat. Die Korrektur lief zwar deutlich langsamer als erwartet, weil zuviele Käufer im Markt sind die alles auffangen, aber am Ende stand der Index fast 80 Punkte tiefer. Prognose erfüllt. Im April hat der Markt dann in einer langen Seitwärtsbewegung seinen bisherigen Anstieg des Jahres 2017 auskonsolidiert. Im Nachhinein wird dafür unter anderem als Begründung die Wahl in Frankreich genannt. Unsicherheit, abwarten, Crash wenn die Rechten gewinnen, Europas Untergang, Ende des Euros und so weiter. Am Ende hat sich dann mal wieder blasentypisch gezeigt, dass es scheißegal ist was passiert. Hauptsache die Unsicherheit ist weg und man kann endlich wieder mit dem endlos zur Verfügung stehenden Geld Aktien kaufen!

Als der Nationalist Donald Trump die US-Wahl gewonnen hat, stiegen die Kurse. Jetzt wo in Europa einer gewonnen hat der genau das Gegenteil von Trump macht, steigen die Kurse auch. haha... Donald Trump ist erstmal kein Thema mehr. Der hat seine 100 Tage rum und bis auf ein paar Dekrete nichts positives erreicht. Die Mauer zu Mexiko wird er ´eh nie bauen und mit seinen ganzen anderen märchenhaften Wahlthemen, wird er im Washingtoner Polit-Establishment versanden. Das Establishment wollte er ja austrocken, aber jetzt wird er langsam davon assimiliert. Übrig bleibt eine Präsidentenmarionette. Ich war mir immer ziemlich sicher, dass Donald unglaublich froh ist wenn der ganze Spuk wieder vorbei ist. Seine Frau sowieso. Und was macht man, wenn man keinen Bock auf etwas hat? Genau, man schickt seine Kinder los! Jetzt hat der Honk seine Lustlosigkeit sogar selbst bestätigt. Ob er die nächsten vier Jahre überhaupt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika durchhält, scheint fraglich. Bis dahin heißt es für ihn nur machen was die anderen ihm sagen, polarisieren, Hände schütteln und viel golfen.

Derweil macht die Fed weiter planmäßig ihre Finanzpolitik. Langsam geht´s mit den Zinsen bergauf und ich gehe davon aus, dass auch die EZB ihren Plan einhält. Die dürfte Ende des Jahres mit dem Tapering beginnen und danach die Zinsen ebenfalls langsam anheben. Drei bis viermal sollte die Fed es in diesem Jahr noch tun. Jetzt kann sich jeder selber ausrechnen was passieren wird, wenn Trump´s Politik, bzw. seine ganzen Vorhaben, nur teilweise, deutlich abgespeckt oder garnicht umgesetzt werden und gleichzeitig die Zinsen steigen. In der Politik können manche Dinge bis zur endgültigen Reife ja schon mal Jahre dauern. Die ganzen Vorschußlorbeeren der Börse seit Trumps Wahlgewinn, dürften sich vorher allerdings wieder in Luft auflösen. Und die $220 Billionen Schulden in der Welt werden bei steigenden Zinssätzen sicher auch keine Freudensprünge machen.

Wie im Bild zu sehen, mußten die Fibonacci-Retracements der letzten Analyse, aufgrund des noch eingetretenen einsamen Kaufspikes, etwas nach oben angepasst werden. Fast punktgenau bei 2331 Punkten hat der Index seinen Fall dann in der Gegend um das 62%-Retracement und dem SMA-50 gestoppt und pendelte über den April aus. Die Korrektur beendet hat dann dieser französische Typ namens Emmanuel Macron. Der Kerl ist noch nicht offiziell Präsident und hat keine große Partei hinter sich, die was bewegen kann. Bis jetzt also auch nur ne´Trump Macron´sche Luftnummer.

Im Idealfall sollte der SPX nun bis 2358 laufen und auf dem Weg ein paar Dinge abarbeiten. Die zwei offenen Gaps schließen, den SMA-50 und SMA-20 von oben testen und den Ausbruch aus der Konsolidierung bestätigen. Macht er das erfolgreich, kann die Rally zu neuen Allzeithochs theoretisch starten. Ein kleiner Wermutstropfen ist das negative kreuzen des SMA-20 mit dem SMA-50 Mitte April, welches ich in der aktuellen Situation aber eher unterordne.


Am Angstmesser VIX kann man zurzeit eine ziemliche Sorglosigkeit ablesen. Der Index kreist zwischen 10 und 12 Punkten. Das Allzeittief liegt bei ca. 9 Punkten. Dort hat er sich aber nie lange aufgehalten. Desweiteren liest man gelegentlich in "Experten"-Artikeln den teuersten aller Börsensätze: "Diesmal ist alles anders!" Schon klar... Und bei jedem neuen Allzeithoch im DAX haut die BILD einen Artikel raus, wo sie erklärt wie auch der Dümmste sein Geld in Aktien stecken kann. Geschichte wiederholt sich.

Fazit: Die Korrektur ist beendet und der Ausbruch sollte bestätigt werden. Das letzte Allzeithoch bei ca. 2400 muß geknackt werden, um weiteres Potenzial bis 2450 und dann 2500 Punkten zu eröffnen. Sollte die 2400 garnicht oder nur sehr knapp, ohne Anschlußkäufe, gebrochen werden, muß neu analysiert werden. Dünn ist die Luft jetzt schon, aber es geht noch dünner!

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An Orten wo Dummheit, Unwissenheit, Faulheit und Gier zusammentreffen, kann man sehr gut verkaufen und betrügen. Das wissen auch die Geldeinsammler am Grauen Kapitalmarkt. Denn um deutsche Anleger pro Jahr um 20 Milliarden Euro zu erleichtern, muß man nur die richtigen Opfer ansprechen. Was das Thema Finanzmarkt betrifft, sind das fast alle Deutschen. Denn das 20% Rendite und mehr pro Monat unrealistisch sind, hat sich anscheinend immer noch nicht herumgesprochen. Prima lassen sich aber auch Kleinanleger blenden, die meinen sie könnten ihr Geld an der Börse selbst vermehren. Alle paar Jahre oder Monate gibt es neue Hypes und heißen Shit, der durch die Szene geistert und als das Nonplusultra verkauft wird. "Alter Wein in neuen Schläuchen" heißt es auch so schön.

Michael Voigt hat vor zehn Jahren die Markttechnik in Deutschland salonfähig gemacht. Die von ihm benannte "Markttechnik" heißt im amerikanischen "Dow Theorie" und ist über 100 Jahre alt. Zehntausende Menschen haben sich mit dieser Analysemethode in den letzten Jahrzehnten schon auseinandergesetzt. Aber in Deutschland war sie eher unbekannt, bis eben Herr Voigt den Deutschen die Dow Theorie aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und ein wenig gepimpt hat. Das ganze Paket wurde dann als Religion verkauft, in der andere Dinge der Chartanalyse keinen Platz hat. Das Motto: Wer an der Börse Geld verdienen will, kommt an der Markttechnik nicht vorbei!

Aus rein marketingtechnischen Gründen und zur Kundenbindung, muß man das auch so verkaufen. Zuerst lesen die Kunden die ganzen Bücher und anschließend rennen sie in die Seminare oder lassen sich persönlich coachen. Irgendwann stellt sich dann heraus, dass ein sehr großer Teil der Anwender, wie auch mit anderen charttechnischen Dingen, mit der Markttechnik mehr verlieren als gewinnen. Dann ebbt der Hype wieder ab. Ich will damit nicht sagen, dass die Markttechnik nichts taugt, ich nutze sie selber, aber sie ist auch nur eine Sache von sehr, sehr vielen an der Börse und beim Trading, die eine Daseinsberechtigung hat. Man kann damit einen Hype starten und durch den Verkauf von Büchern und Seminaren kurzfristig Geld verdienen. Aber wenn man ein guter Verkäufer ist, schafft man das auch mit dem Schaff Trend Cycle, dem Fisher Transform, der Financial Astrology, Murrey Math oder den Camarilla Pivot Points.

Elliot Wellen, Fibonacci, Candlesticks, Renko- und Point´n Figure-Charts haben diese Hypephasen auch schon durchlaufen. Alle waren irgendwann mal der heißeste Scheiß zum Geld verdienen den es gerade gab. Zuletzt hat ein Samir Boyardan einen Indikator namens Ichimoku Kinkō-hyō herausgekramt, den Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Japaner entwickelt hat. Als "Wolkentrader", weil der Indikator aussieht wie Wolken, hat Boyardan dann ein Buch geschrieben, ist durch Deutschland gerannt und hat allen die noch nie von dem Indikator gehört haben erzählt, wie geil das alte Ding ist. Beim Traden hat damit aber kaum jemand Geld verdient.

Danach war dann das Opening Range Breakout-Setup in aller Munde. Manche Trading-Coaches haben es an völlig Ahnungslose tatsächlich verkauft. Unnötig zu erwähnen, dass dieses Setup ebenfalls uralt ist und niemanden reich macht.

Zurzeit wird an allen Ecken der deutschen Tradingszene das Market Profile®(MP) inkl. Volumen Footprints, Order Flow und Tape Reading angeboten. Das MP wird seit 1985 von Tradern benutzt und der andere Kram ist ebenfalls uralt. In der Börsenwüste Deutschland ist es aber gerade der Hit unter den Geldmaschinen. Natürlich wird es von den Verkäufern dieser Sachen wieder als Religion vermarktet und alles andere der Charttechnik hat keine Bedeutung mehr und wird nur von Verlierern benutzt. Echte Profis nutzen MP und wer Profi sein will, der muß das nutzen! Bullshit!

Auch hier gilt, das Zeugs ist gut, aber nicht besser als vieles andere. Denn, aufgepasst, auch mit dem MP und alles was dazugehört kann man hervorragend Geld verlieren. Auch wenn man es genau verstanden hat. Das Dumme ist nämlich, dass mittlerweile eine Menge Computer die Märkte bearbeiten und man als diskretionärer Händler mit diesen Dingen einen schweren Stand hat. Wer jahrelange Handelserfahrung und sich mit MP & Co. umfassend beschäftigt hat, hat sicherlich ein interessantes Handelskonzept an der Hand. Aber ein heiliger Gral ist es auch nicht. Ich selber habe das Market Profile® über die Jahre immer mal wieder im Chart gehabt. An manchen Tagen ist es toll. An anderen Tagen ist es schlecht und an wieder anderen Tagen hat es überhaupt keine Funktion. Das klingt also wie viele andere Sachen. Mal klappt´s, mal nicht. Da man mit dem MP die meiste Zeit gegen Trends handelt, also versucht Tops und Böden zu erwischen, hat man statistisch gegenüber reinen Trendfolgern schon mal leicht schlechtere Karten.

Für Verkäufer von MP-Produkten liegt der Vorteil allerdings darin, dass nur wenige Handelsprogramme das MP als Modul verfügbar haben. Verkäufer können also MP-Addons verkaufen. Desweiteren kann man natürlich auch zum MP unendlich lange und viel erzählen. Und als Verkäufer lässt man sich dieses stundenlange Erklären teuer bezahlen. Ich gebe der Sache 6-12 Monate, dann ist es wieder von der Bildfläche verschwunden. Sicher ist, dass irgendjemand dann etwas "Neues" ausgräbt, was in Wirklichkeit uralt ist, sich aber bei gierigen und leichtgläubigen Leuten gut vermarkten lässt.

Gartner hype cycle

Quelle: Hype-Zyklus, Wikipedia


Nachtrag 07.05.2017:

Ganz langsam kapieren die meisten, nach dem Verlust von viel Lehrgeld, dass Coaches mehr wissen als sie, aber auch nicht richtig handeln können. Händeringend wird nun nach neuen heiligen Grälen gesucht. Und momentan sind Optionen, also die echten, nicht der Zertifikateplunder deutscher Banken, das heiße Ding. Optionen sind nicht nur eine mathelastige Wissenschaft für sich, sondern auch brandgefährlich. Die meisten die in der Vergangenheit an der Börse Haus und Hof verloren haben, haben das mit Optionen geschafft. Denn als Stillhalter von Optionen, wenn man nur eine fast risikolose Optionsprämie("Short-Call", der angebliche Gral!) kassieren will, sind die Verlustmöglichkeiten unbegrenzt. Vorallem wenn ganz plötzlich die Volatilitäten an den Märkten explodieren. Wollte es nur mal gesagt haben. Viel Erfolg.

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Nach dem ganzen Geschrei in den letzten Beiträgen, heute mal wieder eine Analyse vom größten Equity Index der Welt und der Börse im Allgemeinen. Das Geschrei bringt übrigens garnichts, was diese seltsame "Tradomania"-Veranstaltung eines gewissen Kroum "Koko" Petkov bestätigt hat. Da haben sich tatsächlich fast 700 Menschen, sehr viele davon im gestandenen Mannesalter, jemanden bis zu 14(!) Stunden angesehen, der nach Münzwurf(sic!) live seine Trades ausgewählt hat. Also gegen soviel Dummheit und Verblödung kann man einfach nicht anschreiben. Aber wer kennt sie nicht, die ganzen Münzwurf-Börsenmillionäre der letzten Jahrzehnte? Hah! Aber hey, ich freu mich auf das ganze Geld dieser Kaffeefahrtteilnehmer, sobald sie ihren kleinen Zeh ins Haifischbecken Börse halten. I need you all for a living!

Der kleine Kanal im Wochenchart des SPX konnte den "alternativen Fakten" Trumps nicht standhalten. Immerhin lag ich in der Woche NACH der Prognose genau richtig. Danach ging es aber pausenlos weiter rauf. Kurzzeitig dachte ich mein Jahresziel von 2500 Punkten wird schon im Frühling erreicht! Verdammt! Aber der Markt ist jetzt ziemlich heißgelaufen und überkauft. Der RSI(14) steht im Wochenchart über 80! Ein eindeutiges Top hat sich noch nicht gebildet, aber die Luft wird deutlich dünner.


Am Freitag gab es sogar nochmal eine Kaufpanikwelle, die den Dow Jones noch näher an die 21000 Punkte gebracht hat. So viele Gewinnertage hintereinander wurden zuletzt 1991 und 1987 geschafft. Desweiteren sind so viele Börsenbriefe momentan bullisch, wie zuletzt 1987. 7,7,777 die magische 7!! Da passiert oft was!

1957 = Down
1967 = Up
1977 = Down
1987 = Down
1997 = Up
2007 = Down
2017 = ?

Zu erwarten ist aber wohl kurzfristig erstmal nur eine Korrektur, die sich innerhalb der Daily-Fibonacci-Retracements bewegen sollte. Da noch kein eindeutiges Top zu erkennen ist, sind die Fibos im Bild mit Vorsicht zu genießen!


Das 50%-R. und der SMA-20 liegen bei aktuell 2320. Das 62%-R. bei ca. 2300 und der SMA-50 bei 2288. Je nach Lage, werden zwischen diesen Marken die Bullen wieder auf den Zug aufspringen. Wichtig sind danach neue Allzeithochs! Bis alle drin sind kann es also noch dauern. Und bis mein Wochenchart ein endgültiges finito-Signal liefert auch. Die letzten beiden finitos waren 2001 und 2008. Im Daily kamen sie die letzten Jahre mehrmals vor, aber die Zentralbanken haben wie hier berichtet, punktgenau ihre QE abgefeuert. Fazit: Für März erwarte ich eine scharfe Korrektur im S&P 500.

Zum Thema Trump & Co. kann ich bis jetzt nur sagen, dass alles wie ich es geplant habe läuft.

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2016 war das Jahr mit den wenigsten Blogeinträgen. Vielleicht schaffe ich 2017 etwas mehr. Ich bezweifel es aber. Speziell die deutsche Tradingszene hat sich in den letzten Jahren so stark verändert, dass ich mich selbst schon als analogen, langweiligen, alten Sack bezeichnen muß. Was hier im Blog steht interessiert kaum noch jemanden. Die früheren Themenschwerpunkte wie Marktverständnis oder Psychologie wurden ersetzt durch Themen über Handelsroboter, binäre Optionen, Schneeballsysteme, dreiste Trading-Coaches, Billigzockerbuden, Social-Trading und natürlich Selbstdarstellung in Protzvideos bei Youtube und vorallem Instagram. Es wird immer schlimmer. Den Mist den die Finanzindustrie seit Jahren mit exzessivem Marketing in den Markt drückt, ist für die jungen Leute heute die echte Börse. Da werden selbst Hobbyzocker zu Vermögensverwaltern, die auf Social-Trading-Webseiten für Menschen die noch dümmer sind, hobbyzocken. Das geht meistens so lange gut, bis der Klassiker Überkonfidenz auch Selbstüberschätzung genannt, mit dem Spielerfehlschluss zusammenfällt. Achtung, jetzt kommt ein Rundumschlag!

Während Menschen, vorwiegend Männer, noch vor 20 oder 30 Jahren viele Jahre gebraucht haben um erfolgreich und konstant den Beruf Trader zu erlernen, frühstücken Hobbytrader unter dreißig den Job heute angeblich in 1-2 Jahren weg. Von dem Job leben kann dabei aber keiner. Die meisten verlieren dauerhaft Geld oder gewinnen so wenig, dass es gerade für das nächste Happy Meal bei McDonalds reicht. Einige landen auch früh in der Falle des puren Zufalls. Das bedeutet, dass bei 100 Anfängern die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein oder zwei Leute dabei sind die relativ früh sehr viel Geld verdienen. Da sie aber genauso wenig Ahnung haben wie der Rest, werden sie mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit diese Gewinne wieder verlieren und am Ende auch noch draufzahlen.
Früher sind die harten Jungs mit 10.000 bis 50.000 US-Dollar in den Pit gestiegen und haben jeden Tag vier bis sechs Stunden lang Summen bewegt, die den Gegenwert mehrerer Einfamilienhäuser hatten. Heute wird in einer Börsenparallelwelt mit Summen gespielt, die man als Taschengeld bezeichnen kann. Bei echten Gewinnen von 20 Euro pro Trade, wird direkt ein Video davon gedreht und anderen ein Coaching angeboten. Andere machen auf Demoplattformen mit Demogeld 5.000 Euro pro Trade Gewinn und posten die nackten Zahlen auf Instagram. Kids die das sehen glauben in ihrem weichgekochten, politisch korrekten Pussyleben dann tatsächlich, dass das alles echt ist und sie einen 19-jährigen Börsenmillionär vor sich haben, der seinen Traum lebt. Bullshit!

Ich bin gerne altmodisch und analog und sehr glücklich darüber, den Börsenhandel erlernt zu haben, als die Finanzwelt für Retailtrader noch nicht so völlig fertig war wie heute. Wirklich alle Deutschen die heute anfangen sich für die Börse zu interessieren, landen unweigerlich bei Scheißdreck. Sie landen bei Brokern die keine Broker sind, weil sie keine Order an die Börsen leiten(CFD). Sie landen bei binären Optionen, was im Prinzip nur eine virtuelle Geldspielmaschine ist, wie sie früher in jeder Pommesbude oder Kneipe als blinkender Kasten an der Wand hing. Sie landen an der Forex(FX) wo ich noch nie jemanden kennengelernt habe der dort dauerhaft Geld verdient. Ich habe auch noch nie einen Expert Advisor gefunden, der mich vollautomatisch rund um die Uhr reich macht. Ja, die Dinger schaffen das! Allerdings in 100% der Fälle nur über einige Wochen oder Monate, bevor dann das große automatische Geldverbrennen beginnt. Neuerdings heißen die Dinger auch Robo-Advisor. Der Unterschied zu einem Expert Advisor dabei ist, dass man nicht selbst sein Geld auf seinem eigenen Computer verbrennt, sondern man dafür andere Leute beauftragt. haha...

Das Anfänger erstmal verlieren ist völlig normal. Anschließend landen sie heute aber bei Trading-Coaches die wie Pilze aus dem Boden schießen, die meistens selber nicht handeln können und sich ihr erbärmliches "Trader"-Leben schönlügen und den ganzen Tag andere Menschen blenden. Dort lassen die armen Anfänger dann den nächsten Teil ihrer Ersparnisse. Ist doch noch etwas Kohle übrig, bekommen die Opfer von ihren Coaches gesagt, sie sollen ihr Geld bei bestimmten CFD/FX-Brokern einzahlen, weil der Coach dort Provision bekommt. Der Kreis schließt sich und die Anfänger wurden vom Beginn bis zum Ende ihrer kurzen Tradingkarriere beschissen. Die Chance irgendwann auf den Weg zu kommen die Märkte, die echten(!) Börsen und ihre Bewegungen zu verstehen ist quasi auf null gesunken. Denn bevor man einen klaren Gedanken fasst, hat einen die heutige Finanzindustrie schon durch den Fleischwolf gedreht. Frust, Enttäuschung und Pleiten sind das Endergebnis.

Das Schlimme an dieser ganzen Sache ist, dass anscheinend eine Menge Menschen diesen ganzen Humbug der Finanzindustrie glauben. Niemand denkt mehr nach, niemand wundert sich, niemand stellt Fragen. Weil in dieser sozialdemokratischen Pussywelt nur noch Gutmenschen leben, die alles und jeden beklatschen. Die in jedem Menschen erstmal einen netten Samariter sehen, bevor er sie abzockt. Aber selbst dann sind sie nicht dem Abzocker, sondern eher auf sich selbst böse. Viele ergeben sich dann ihrem Schicksal und versuchen irgendwie noch das Gute am Abzocker zu finden. "Kleiner Spread!" "Kleine Mindesteinlage!" "Netter Support!" "Netter Coach!" "Schöne Webseite!". Wenn mich ein Coach übelst abgezockt hätte, würde ich von meinem letzten Geld zu einer dieser dämlichen Tradingmessen fahren und ihm direkt am Messestand einen in die Schnauze hauen. Mission accomplished.

Du darfst heute eine Meinung haben, aber bitte die richtige. Hast du eine gegenteilige Meinung, bist du sofort ein Nazi, ein Rebell und ein schlimmer Mensch. Ich sag euch was: Wer an der Börse, einem Platz an dem Menschen täglich psychisch komplett auseinandergenommen werden, erfolgreich sein will, der muß in der Lage sein sich von der Massenmeinung zu lösen und muß verdammt hart im Nehmen ein. Man braucht Eier in der Hose und muß ein Kerl sein. Ok, jetzt will ich auch mal politisch korrekt sein, aber mir fallen für die Ausdrücke "Eier in der Hose haben" und "Kerl sein" nicht die gendergerechten Ausdrücke ein. Shit happens! Wer das alles nicht hat oder kann, ist in diesem Business sehr schnell weg vom Fenster und findet sich als lächerlicher Trading-Coach/Trading-Privatlehrer(-in) auf Youtube, oder als erfolgreicher Demotrader... ja, oder Demotraderin bei Instagram wieder. Und weil langfristig professionelles und erfolgreiches Trading heute genauso wenig Leute schaffen wie vor 10, 20, 30 oder 40 Jahren, suchen sie noch intensiver in diesem Bereich die Lösung für Reichtum mit Algorithmen und Computern.

Diese Entwicklung wird so weitergehen und sich exponentiell beschleunigen, denn Gier und Dummheit in Kombination wird es immer geben. Erst die Mutter(oder der gleichberechtigte Vater?) aller Crashs wird dieses Business mal wieder erden. Vielleicht auch schon die BaFin, indem sie der Börsenparallelwelt aus CFD, binären Optionen, FX und Zertifikaten einfach den Hahn zudreht. Man muß es aber bezweifeln, da es sich bei der BaFin um eine träge, deutsche Behörde handelt. Ein Typ namens Donald Trump ist deutlich besser geeignet, die Börsen und alles was damit zu tun hat in den Abgrund zu stürzen. Anschließend werden die Wunden geleckt und für die nächste Generation der Retailtrader neue wundersame Finanzdinge entwickelt, die mit der echten Börse nichts zu tun haben, aber einen ganz schnell reich arm machen werden.

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Mein Forecast zum Jahr 2016 ist größtenteils eingetreten. Es gab neue Allzeithochs und die prognostizierte Range, wenn auch zugegebenermaßen große Range, wurde nicht unter- aber auf dem letzten Drücker zum Jahresende noch überschritten. Mit der steigenden Volatilität lag ich etwas daneben. Die ist eher gefallen, was zur Folge hatte, dass sich die großen Indizes oft über Tage oder sogar Wochen, in sehr engen Ranges bewegt haben. Das dürfte aber wie vermutet trotzdem so einige Zocker um ihr Geld gebracht haben. Bei starker Volatilität haben viele Zocker ihr Risiko nicht unter Kontrolle und wenn die Volatilität niedrig ist, betreiben sie entweder diskretionäres Overtrading oder ihre Systeme liefern in solchen Phasen kaum brauchbare Signale. Alles nicht so einfach, hat aber auch keiner behauptet.

Auswirkungen der Zinspolitik

Einen Negativzinssatz für Privatkunden hatte ich noch prognostiziert. Der ist ebenfalls eingetreten, allerdings etwas versteckt. Die Banken wissen, dass sie negative Zinsen ihren Kunden nicht zumuten können ohne eine Kontokündigungswelle loszutreten. Also lassen sie die Zinsen minimal im Plus und holen sich ihr Geld über eine neue Gebührenstruktur. Wer irgendwie mit seiner Bank in Kontakt tritt, muß jetzt dafür bezahlen. Nicht nur die Negativzinsen, sondern auch die finanzpolitischen Regulierungen der letzten Jahre treffen die Banken in Deutschland immer härter. In meiner Stadt haben in den letzten Jahren fast alle Privatbanken ihre Filialen geschlossen. Und das Filialsterben der Banken wird weitergehen. Die Mitarbeiter dieser Filialen werden in Rente geschickt, sozialverträglich entsorgt und der Rest muß in eine andere Stadt ziehen, wo in größeren Filialen alles zusammengeführt wird. Gleichzeitig sitzen ihnen die Algorithmen von Industrie 4.0 im Nacken. Neue Arbeitsplätze bei Banken? Fehlanzeige. Banker zu werden WAR mal ein Traumjob.

Ausblick 2017

Charttechnisch ist der endlose Bullenmarkt intakt und die Blase wird sich weiter ausdehnen. Wie immer sollte es im ersten Halbjahr bergauf gehen. Weiterhin sehr wichtig ist die Zinspolitik der amerikanischen Fed. Nach der zweiten Zinserhöhung fängt die Fed an sich was zu trauen. Sie hat gemerkt, dass der Trump-Schock die Börsen nicht beeindruckt hat und die Märkte sehr stabil blieben. In so einem Umfeld kann man natürlich auch die Zinsen erhöhen. Für nächstes Jahr hat die Fed drei weitere Zinsanhebungen angekündigt. Das hat sie 2016 auch und nichts ist passiert. Da Yellen aber Trump und seine Politik nicht unterstützt, kann man davon ausgehen, dass die Fed diesmal ihre Zinserhöhungen gnadenlos durchziehen wird. Um das zu verhindern, muß Yellen von Trump gefeuert und durch jemanden ersetzt werden der das macht was Trump verlangt.

Schaut man sich die Charts am Anleihemarkt an, kann man aber tatsächlich langsam von einer Zinstrendwende sprechen. Auch wenn das manchen Notenbanken, wie z.B. der EZB, garnicht gelegen kommt. Denn in Europa herrscht seit dem Crash 2008 Dauerfinanzkrise und höhere Zinsen sind hier unerwünscht. Dementsprechend kann die Zinsschere zwischen den USA und Europa weiter auseinandergehen, was den Euro dann endlich mal auf die Parität drücken wird.

Ebenfalls wichtig ist, was Heilsbringer Trump politisch anstellen wird. So wie es jetzt aussieht, wird er eher unbewußt, alles dafür tun damit die Börsen schön weitersteigen. Denn wenn sich ein politisch unerfahrener Unternehmer Milliardäre und Millionäre ins Regierungsboot holt, welche sich auf Kosten der Allgemeinheit weiter bereichern wollen, dann kann man wohl mit haussierenden Börsen rechnen. Desweiteren hat er vor patriotisch die amerikanische Wirtschaft zu stärken, indem er beispielsweise Arbeitsplätze mit Staatsgeld rettet. Das ist übrigens auch das Spezialgebiet von einem gewissen Sigmar Gabriel. Der Haken an der Sache: Man macht mit einer Arbeitsplatzrettung durch Steuergelder ein Unternehmen nicht dauerhaft wettbewerbsfähig, sondern hängt es nur an den Subventionstropf. Kurzfristig kann Trump sicher was reissen, aber langfristig werden er und seine Buddies mit ihrem Vorgehen wohl das ganze System endgültig zum kollabieren bringen.

Chartanalysen

Kurzfristig ist der SPX überkauft und an Punkt 5 der schon erwähnten Wolfe Wave-Struktur angekommen. Hier muß nun beobachtet werden, ob sich ein Top bildet. Sollte er fallen, sind die Fibonacci-Retracements zu beachten. Die 62% liegen aktuell bei 2160. Die momentane Gesamtlage spricht allerdings auch dafür, dass der Markt nur seitwärts konsolidiert und dann weiter nach oben zieht. Persönlich präferiere ich Szenario 1, da sich der VIX schon wieder in Regionen der Sorglosigkeit befindet.


Langfristig habe ich im SPX die Zielmarken 2400 bis 2500 auf dem Schirm. Dort verläuft der wirklich große Trendkanal. Wenn wir da ankommen wird es interessant. Wenn wir darüber steigen, wird es noch interessanter. Mehr dazu wenn es soweit ist.


Der DAX ist nach einer monatelangen Seitwärtsphase förmlich aus seiner Range nach oben explodiert und hat meine Kursziele fast erreicht. Auch der DAX ist kurzfristig überkauft und sitzt wie der SPX an seiner oberen Trendkanallinie. Kurse unter 11.000 sind wieder möglich.


Langfristig habe ich im DAX die 13500/14000 auf dem Schirm. Dafür müssen aber die Amerikaner mitspielen und die befinden sich, im Gegensatz zu Europa, schon längst auf neuen Allzeithochs.


Das sind die charttechnischen Analysen. Was die zurzeit fragile Welt und vorallem die Investoren daraus machen, steht auf einem anderen Blatt. Externe Schocks wurden und werden mit großer Hilfe der Zentralbanken geschluckt und haben keine direkten Auswirkungen. Und wie es aussieht, werden die Zentralbanken ihr massives Eingreifen in die Märkte solange beibehalten, bis sie an ihre machbaren Grenzen stoßen.

In diesem Sinne ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 1 n.O.(nach Obama)!

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Der Plan ging auf. Die letzte Analyse ist eingetreten. Bis auf die Tatsache, dass noch nicht Weihnachten ist und wir schon am Ziel angekommen sind. Wie ich immer wieder sage, die Märkte haben sich nicht viel verändert in den letzten hundert Jahren, nur diese verdammte Geschwindigkeit nimmt immer weiter zu. Was sich früher über Tage abgespielt hat, passiert heute in wenigen Stunden oder sogar Minuten. Als sich in der europäischen Nacht abzeichnete, dass Clinton die Wahl verlieren wird, ging der ES-Future im Globex-Handel umgehend auf Talfahrt und markierte bei 2023 Punkten ein Mehrmonatstief. Der Markt war zu dem Zeitpunkt "Limit-Down". Das bedeutet, dass der Handel aufgrund des starken Absturzes kurzzeitig angehalten wurde.

Was wenige Minuten später passierte und tagelang anhielt, war mit manchen Tagen im Crash 2008 zu vergleichen, nur in die andere Richtung. Ein Short-Squeeze vom Feinsten der ganzen Clinton-Anhänger, zu dem sich euphorisch kaufende Trump-Fans gesellten und die US-Märkte ohne Pause auf neue Allzeithochs prügelten. Mein Kursziel bei 2200 Punkten ist schon erreicht.

Da die Trump-Euphorie nachlässt und die Gehirne der "Experten" langsam wieder anlaufen, sollte man sich wieder mit den fundamentalen Dingen beschäftigen, statt mit den ganzen gottgleichen Wundern die Trump über Amerika bringen will. Nebenbei bemerkt finde ich ja, dass man nach dem Brexit und der Trump-Wahl, das Wort "Experte" immer zwischen Anführungszeichen setzen sollte.

Das nächste Ziel im S&P 500 sind die 2250. Dann könnte sich auch Punkt 5 der Wolfe Wave im Wochenchart durchsetzen. Ich gebe zu, nicht die schönste Wolfe Wave unterm Weihnachsstern. "Experten" würden sie wahrscheinlich garnicht genehmigen. Ich sage:"Passt schon!"


Bis zur letzten Fed-Sitzung Mitte Dezember könnte die Marke noch klappen, dann sollte dem SPX langsam die Trump-Luft ausgehen. Vorallem wenn die Fed die Zinsen erhöht, wovon 100% der Marktteilnehmer gerade ausgehen. Hier im Blog schreibe ich ja schon seit Monaten oder Jahren(?), dass die Fed keine Eier in der Hose hat. Verständlich mit einer... Achtung! Misogynie... Frau an der Spitze. Die Angst, dass bei einer Zinserhöhung die Weltmärkte zusammenbrechen, war in der amerikanischen Notenbank allgegenwärtig. Da die Märkte aber selbst beim Trump-Sieg stabil blieben, schöpft die Fed neue Hoffnung endlich ihren Zinsweg weitergehen zu können.
Die Bonds deuten schon höhere Zinsen an, und auch einige Baufinanzierer haben ihre Zinsen für Kredite bereits angehoben. Ich würde sagen die Zinswende beginnt und Europa wird mächtig unter Druck kommen. Denn wie wir ja wissen, ist nicht nur Italien sofort pleite wenn die EZB ihren Zinssatz auch nur minimal anhebt.

Der DAX kann die Euphorie der Amerikaner nicht teilen und bewegt sich nur träge von der Stelle. Wie das Land, so der Index. ;-)

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ContrarianDer Brexit fiel in die Kategorie: "Politische Börsen haben kurze Beine." Hab ich leider bei der letzten Analyse nicht bedacht, da mir das Ereignis dafür zu groß erschien. Naja, man lernt nie aus. In einer Welt der Nullzinsen, war der Rutsch an den Börsen also eine willkommene Kaufgelegenheit für alle, die in diesem endlosen Bullenmarkt noch nicht dabei sind. Seit Monaten herrscht jetzt aber irgendwie Stillstand an den Märkten. Die Fed macht garnichts mehr und die EZB ist am Ende ihrer Weisheit. Und weil alle auf den Crash warten, gibt´s von mir jetzt wie immer eine gegenteilige Analyse. Contrarian rules!

Der S&P 500 hat im Wochenchart eine riesige inverse Kopfschulter-Formation ausgebildet. Der Ausbruch aus der Formation wird nun seit Wochen in einer engen Range konsolidiert und der Kurs sitzt gerade auf der Nackenlinie. Das technische Kursziel der Formation liegt in diesem Fall bei 2400 Punkten. Bäähm...!

Was wird nach den US-Wahlen passieren?

  1. Sollte Donald Trump gewinnen, wird es laufen wie beim Brexit. Ein Absturz(der erste Schock) und dann startet die obligatorische Weihnachtsrally(weil selbst mit Trump als Präsident erstmal die Zinsen weiterhin bei quasi Null stehen). Kursziel: 2200
  2. Sollte Hillary Clinton gewinnen, wird es nicht laufen wie beim Brexit. Die obligatorische Weihnachtsrally startet sofort(weil alles so bleibt wie es ist). Kursziel: 2200

Die Pfeile sind nur eine grobe Einschätzung! Je nachdem was bei der US-Wahl passiert, kann es zu größeren Ausschlägen, auch nach unten, kommen.

Der DAX im einigermaßen heilen Deutschland, aber im kaputten Europa mit den kaputten Banken, bleibt dann nichts anderes übrig, als den Amerikanern zu folgen. Er hat zwar keine SKS-Formation ausgebildet, aber dafür ein Dreieck. 11500-11750 sind die Ziele.


Warum rauf?

  1. Weil die Zinsen bei Null stehen und dort noch sehr lange bleiben werden. Oh, vielleicht hebt die Fed ihren Zinssatz von 0.25% auf 0.50% an, aber danach wird wieder nur sehr lange, sehr viel geredet ohne etwas zu tun. Warum machen die Zentralbanken nichts an den Zinssätzen? Ganz einfach, weil dann alles zusammenbricht. Wollen sie das? Nein. Na, also.
  2. Weil die Märkte noch nie aus einem charttechnischen Niemandsland heraus, in einen Crash übergegangen sind.
  3. Weil es noch nie einen Crash gab, wenn die Investitionsquoten rückläufig sind.
  4. Weil jeder über einen Crash redet, darauf wartet und Cash hortet.
  5. Weil es noch nie einen Crash gab, wenn jeder darauf wartet.
Wann knallt es denn?

Wenn das ganze Cash im Markt ist und die Masse sagt, dass es keinen Crash geben wird.

Contrarian zu sein ist ne´harte Nuß, weil man sich bei seinen Gedankengängen gerne mal einen Knoten in sein Hirn dreht.

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Die Intuition, also etwas einfach zu tun weil man gerade ein Bauchgefühl statt harter Fakten für einen Trade hat, wird von vielen unterschätzt. In Bereichen wo vermeintlich nur Fakten und/oder viel Training zählen, hat auch die Intuition ihren Platz. Ein Fußballer spielt intuitiv einen Pass in den Lauf seines Mitspielers weil er das Gefühl hat, dass jetzt genau der richtige Moment ist. Ein Tennisspieler läuft plötzlich ans Netz weil er intuitiv denkt, dass jetzt genau der richtige Moment dafür ist. Ein Trader bekommt eines seiner üblichen Signale, aber intuitiv verdoppelt er diesmal die Position weil sein Bauchgefühl ihm meldet, genau dies jetzt zu tun. Der große Haken an der Intuition ist allerdings, dass man sie auch hat wenn man keine Ahnung vom dem hat, was man gerade macht. Und das kann böse enden. Also muß man über Jahre seine Intuition trainieren und sie mit Können und Wissen kombinieren. Erst dann haut man Trades raus, bei denen Anfänger zu einem sagen: "Ok, long. Aber ich verstehe absolut nicht, warum gerade jetzt und hier!?"


Intuitiv traden
von Van K. Tharp, Ph.D

Intuition ist ein Konzept mit dem ich sehr gut vertraut bin und von dem ich glaube, dass es extrem wichtig für den Erfolg beim Trading ist. Trotz all der Fortschritte bei Computern in den letzten Jahren, kommt kein Rechner an die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns heran.

Hierzu ein Beispiel: Ich trade gerne "effiziente Aktien", Titel die einem Trend folgen und dabei wenige Zufallsbewegungen machen. Mir ist es nie gelungen eine Software so zu programmieren, dass sie mir eine Liste von effizienten Aktien herausfiltert, egal was ich auch versuche. So ist das Beste was ich machen kann, mir selbst eine Liste von Aktien auf dem Bildschirm zu erstellen. Dabei muss ich immer noch einen Blick auf den Chart einer jeden einzelnen Aktie werfen, um einen effizienten Titel zu erkennen. Jeder Trader kann leicht solche effizienten Aktien erkennen, wenn er einen Blick auf das Muster des Charts wirft, ein Computer kann das nicht. Diese visuellen Preis- oder Kursmuster zu traden wird auch "beliebiges Trading" genannt und doch ist es die erste Form der Intuition.

Die zweite Form der Intuition versorgt uns mit einer Menge an Daten und nützlichen Informationen. Das verfügbare Wissen verdoppelt sich jedes Jahr. Dazu haben natürlich auch Computer und das Internet beigetragen. Das Bewusstsein kann nur sieben Chunks (Informationsblöcke) händeln, plus/minus zwei Chunks – danach ist es mit der Menge der Informationen überlastet. Hierzu gibt es ein einfaches Experiment. Jemand soll eine lange Liste mit Zahlen laut vorlesen, während Sie eine Hand hoch halten. Sobald Sie sich keine weitere Zahl mehr merken können, nehmen Sie die Hand runter. Sofern Sie über keine speziellen Gedächtnismethoden oder Merkfähigkeiten verfügen, werden Sie schnell bemerken, dass Sie sich nur fünf bis neun Zahlen haben merken können – und damit liegen Sie genau in der Bandbreite der normalen Merkfähigkeiten von Menschen.

Eine dritte Form der Intuition entwickelt sich aus dem gründlichen Verständnis der Materie und aus der Menge der praktischen Erfahrung. Irgendwie nehmen Leute mit einer ausgeprägten Intuition gute Einstiegsignale und die sich darauf ergebenden Gewinnmöglichkeiten sehr schnell wahr und nutzen diese Chancen auch konsequent. Genauso verhält es sich, wenn diese Leute mögliche "Gefahren" wittern. Sie steigen dann auch sehr schnell aus einer Position wieder aus. Diese Dinge machen sie so gut, dass sich andere Personen, die nicht über diese Fähigkeiten verfügen sehr wundern, wie dies überhaupt möglich ist.

Grandiose Intuition in der Praxis

Irgendwie schaffen es Investoren mit einer gut entwickelten Intuition vorauszuahnen, wann sich der Markt dreht und sie können dann blitzschnell aussteigen. Oder sie nehmen rasch wahr, wenn sich hervorragende Möglichkeiten für eine erfolgversprechende Spekulation ergeben. Ein tolles Beispiel für den sehr erfolgreichen Einsatz der Gabe der Intuition sind einige Spekulationen des legendären Fondsmanagers John Templeton.

Er nutzte seine Gabe um zu Beginn des Jahres 2000 viele dotcom-Unternehmen zu shorten. Zwar teilten zu dieser Zeit die meisten Investoren Templeton´s Meinung, dass die Geschäftsmodelle vieler dotcoms in keiner Weise die Höhe der Aktienkurse widerspiegeln. Sie waren ja völlig überzogen. Doch nur wenige Trader handelten entsprechend. Templeton dagegen setzte seine Meinung in die Tat um und bewies dabei ein unglaubliches Timing, indem er schon sechs Monate vor dem Niedergang der dotcoms seine Short-Positionen einging. Wie konnte wissen, wann genau er beginnen sollte diese Unternehmen zu shorten? Intuition! Ähnliches haben andere Investoren vollbracht, die in den Jahren 1929 und 1987 rechtzeitig die großen Wendepunkte der Märkte vorausgesehen haben. Das Timing dieser Leute war absolut großartig und die einzige Erklärung dafür ist eine hochentwickelte Intuition.

Fazit: Bedauerlicherweise beschäftigen sich die wenigsten Trader mit der Entwicklung ihrer Intuition und den großen Vorteilen, die sich daraus für ihr Tradingverhalten ergeben können. Nein - die meisten Trader und Investoren wollen harte Fakten und computergestützte Methoden die "funktionieren". Ich habe jedoch nach fast 30 Jahren Erfahrungen als Trading-Coach die feste Überzeugung gewonnen, dass man kein herausragender Trader werden kann, wenn man sich ausschließlich auf mechanische Handelsansätze verlässt. Man muss viel mehr seine Instinkte trainieren, um die besten Resultate zu erzielen. Daher ist für mich die Intuition ein integraler Bestandteil der großen Erfolge, die die besten Trader der Welt regelmäßig vorweisen können.

© Traders Journal

Van Tharp Institute



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